Chaos-Hochzeiten: 129 Polizeieinsätze in zwei Monaten

Eine Blumengirlande ziert ein Hochzeitsauto

Chaos-Hochzeiten: 129 Polizeieinsätze in zwei Monaten

  • Hochzeitsgesellschaften blockieren Autobahnen
  • 129 Polizeieinsätze in zwei Monaten
  • NRW-Innenministerium: Eskalation nimmt "gefühlt" zu

129 Mal musste die Polizei in den vergangenen zwei Monaten ausrücken, um feiernde Hochzeitsgesellschaften auf Autobahnen und anderen Straßen zur Räson zu bringen - häufig im Ruhrgebiet. Das teilte das NRW-Innenministerium mit, wie am Montag (03.06.2019) bekannt wurde.

Anwohner und andere Verkehrsteilnehmer ärgerten sich nicht nur über blockierte Autobahnen und Autokorsos, sondern meldeten der Polizei auch 36 Schüsse. Davon seien letztlich aber nur 14 nachweisbar gewesen - etwa durch aufgefundene Waffen oder Munition, sagte eine Ministeriumssprecherin. Zudem hätten Hochzeitsgesellschaften in 18 Fällen Pyrotechnik auf den Straßen abgebrannt.

Ministerium: Gefühlt häufen sich die Vorfälle

Eskalierende Hochzeitsfeiern sind "kein völlig neues Phänomen", sagte eine Sprecherin des NRW-Innenministeriums dem WDR auf Nachfrage am Montag. Polizeiliches Erfahrungswissen und Einsatzdokumentationen zeigten, dass es solche Vorfälle auch schon früher gegeben habe.

Laut der Sprecherin haben die Ereignisse aber "in der Qualität der Gefährdung und der Quantität gefühlt zugenommen." Um diese "gefühlte Wahrheit" messbar zu machen, erfasst das Ministerium diese Vorfälle seit dem 1. April statistisch. Zuvor wurden keine Zahlen erhoben.

Eskalierte Feiern vor allem türkischer Hochzeitsgesellschaften hatten in den vergangenen Wochen mehrfach für Aufsehen gesorgt. Während des Fastenmonats Ramadan hat die Polizei zuletzt eine leichte Beruhigung der Lage konstatiert, was das Innenministerium bestätigte.

Mitte Mai hatte das SEK sieben Wohnungen nahe Wesel durchsucht, nachdem eine Hochzeitsgesellschaft die Autobahn 3 blockiert hatte. Die Beamten stellten Speichermedien, Mobiltelefone und Computer sicher.

Reul: Fahren statt feiern

"Auf Autobahnen wird gefahren, nicht gefeiert", sagte NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU). "Wer meint, er könne das ignorieren oder müsse mit Schusswaffen rumballern, der bekommt es mit der Polizei zu tun und kann sogar seinen Führerschein verlieren."

Stand: 03.06.2019, 17:46

Kommentare zum Thema

25 Kommentare

  • 25 Ute Walenski 03.06.2019, 19:27 Uhr

    Dann müssen die Verursacher die Einsätze bezahlen. Was spricht dagegen?

  • 24 Eva Möller 03.06.2019, 19:02 Uhr

    Die Europäische Kommission gegen Rassismus und Intoleranz definiert Rassismus als "die Überzeugung, dass ein Beweggrund wie Rasse, Hautfarbe, Sprache, Religion, Staatsangehörigkeit oder nationale oder ethnische Herkunft die Missachtung einer Person oder Personengruppe oder das Gefühl der Überlegenheit gegenüber einer Person oder Personengruppe rechtfertigt". Der Artikel ist demnach rassistisch gefärbt durch die Aussage "vor allem türkischer Hochzeitsgesellschaften". Diese unpräzise und verallgemeinernde, auf Nationalität bezogene Aussage, die mit der Straftat in keinerlei kausalem Zusammenhang steht, schürt nur allgemeine Vorurteile gegenüber anderen Nationalitäten, wie unschwer an den Kommentaren zu erkennen ist. Ich erwarte von öffentlich rechtlichen Pressemitteilungen, die ich mit meinem GEZ Beiträgen mit finanziere, mehr Fingerspitzengefühl. Ich bitte die Redaktion vor Veröffentlichung Korrektur zu lesen!

    Antworten (2)
    • Ute Walenski 03.06.2019, 19:31 Uhr

      Das mag daran liegen, dass es sich hauptsächlich um türkische Staatsangehörige oder um Menschen mit türkischem Hintergrund handelt. Von anderen habe ich etwas Derartiges noch nicht gehört.

    • Henriette 03.06.2019, 19:56 Uhr

      Leider am Thema vorbeigeschrieben. "Vor allem türkischer Hochzeitsgesellschaften" ist treffend formuliert. Es geht hier nicht um angebliche Rassismusvorwürfe, die keinen interessieren oder im Straßenverkehr gefährden, sondern um ganz bestimmte Gruppen (s.o.), die sich vorsätzlich und nicht etwas aus Versehen falsch und äußerst riskant ihren Mitmenschen gegenüber verhalten. Fingerspitzengefühl ist daher bestensfalls von deren Seite angebracht. Die Polizei ist in jedem Fall gut beraten, dieses beim frühmorgendlichen Öffnen der jeweiligen Wohnungstüren zu unterlassen, um die Täter (denn solche sind es!) entsprechend zur Rechenschaft zu ziehen. Alles andere ist doch wieder nur emprtes Gelaber, um vom eigentlichen Problem abzulenken, nämlich dass es sich v.a. um türkischstämmige Hochzeitsgesellschaften handelt. Aber in Deutschland haben Sie das Recht, sich zu beschweren. Vielleicht finden Sie Gehör, in Ihrer scheinbaren Langeweile. Oder wollen Sie lediglich die GEZ-Gebühren einsparen?

  • 23 Matthäus 03.06.2019, 19:00 Uhr

    Hier arten die Kommentare genau so aus wie die Hochzeitsgesellschaften. Lieber WDR, Kommentar schließen, wenn alle das Gleiche, Dumme quatschen. Nicht Hochzeitsfahrten auf der Autobahn sind das Problem, da gibt es genug andere, denen man den Führerschein erst gar nicht geben sollte. Herr Reul sollte nicht auf jeder Hochzeit tanzen, sondern der Polizei die Arbeit überlassen. Im Sommer wird eben häufiger geheiratet. Bei der nächsten Trauung, bitte Herrn Reul einladen!

  • 22 Gunter 03.06.2019, 18:57 Uhr

    Chaos-Hochzeiten? Das soll verharmlosen. Warum nennt keiner mehr die richtigen Probleme beim Namen?

  • 21 Harald 03.06.2019, 18:13 Uhr

    Da gibt es nur eins: Konsequent durchgreifen und Null Toleranz. Straf - und Bußgeldrahmen vollständig nach oben ausschöpfen wegen der damit verbundenen Belästigung und Verkehrsgefährdung.

  • 20 is doch egal 03.06.2019, 17:08 Uhr

    bis eines schönen Tages ein übermüdeter LKW Fahrer die Braut überfährt......

  • 19 Wahre Werte 03.06.2019, 16:09 Uhr

    Sogar in Ihren Heimatländern ist es strengstens verboten auf diese gefährliche Art und Weise mit Autokorsos undBöllern- Schüsse usw.. zu feiern. Die das hier so veranstalten , sind doch alle hier geboren oder hier groß geworden. Die türkische Kultur und Höflichkeitsregeln kennen die gar nicht!!! Dort zu Hause bekommen die heftige Strafen. Ich kenne das ganz gut. Hier sollte man auch härtere Strafen gegen heftige und derattige Verkehrssünder erlassen.

  • 18 Regine 03.06.2019, 16:08 Uhr

    Ich erinnere mich an Autohupen von kleinen Konvois und jeder freute sich mit dem Hochzeitspaar. Hier aber werden die anderen behindert , da kommt kein Mitfreuen auf. Habe diese Hochzeitsgesellschaften kein Gefühl für andere oder ist es ihre Absicht andere zu ärgern? Das kann man wohl am ehesten an ihrem Verhalten gegenüber der Polizei erkennen. Wenn diese nicht respektiert wird und Verkehrsregeln einfach ignoriert werden ist dieser Teil der Gesellschaft sehr weit weg von unserem Leitbild des Gemeinwohls und der Gemeinschaft. Wir alle sind gefragt so zu leben, dass der andere unbehelligt leben kann. Da ist an vielen Stellen in Deutschland viel verloren gegangen.

  • 17 Horst 03.06.2019, 15:59 Uhr

    Auch wenns keiner hören möchte: Wir leben hier in Deutschland. Da gibt es nicht nur andere Traditionen und Gepflogenheiten, sondern vor allem andere Gesetze. Wer als Gast in diesem Lande die unsrigen Werte und Normen nicht anerkennen mag oder sie ignoriert, dem sollte man diese entsprechend auslegen dürfen. Zivil- und strafrechtlich gibts einige Möglichkeiten. Morgens um 4.00 Uhr die Tür zu öffnen ist sicherlich nur eine Option. Willkommenskultur mal ganz anders...

    Antworten (1)
    • Anonym 03.06.2019, 16:38 Uhr

      In der Türkei werde ich unter Umständen verhaftet, wenn ich einen Stein am Strand mitnehme.... in den Vereinigten arabischen Emiraten ist alles noch intoleranter. Aber bei uns verhalten sich vielfach ausländische Mitbürger wie Vandalen, treten unsere Kultur und Werte mit Füßen! Aber wir lassen es uns ja auch gefallen! Armes Deutschland!

  • 16 Horst Kadenbach 03.06.2019, 15:47 Uhr

    Allen Beteiligten sollte der Führerschein abgenommen werden und ihre Fahrzeuge konfisziert werden.

  • 15 Anonym 03.06.2019, 15:41 Uhr

    Die Kosten für die Einsätze müssten den Türken in Rechnung gestellt werden.

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