Friedrich Merz wird neuer CDU-Chef

Friedrich Merz wird neuer CDU-Chef

Die Mitglieder haben klar entschieden: Friedrich Merz soll die Christdemokraten führen. Die Basis wünscht sich ihn als Nachfolger von Armin Laschet.

Friedrich Merz soll neuer CDU-Chef werden. Laut dem am Freitag bekannt gegebenen Ergebnis der CDU-Mitgliederbefragung erhielt der 66-Jährige die absolute Mehrheit der abgegebenen Stimmen. 62,1 Prozent der CDU-Mitglieder hatten sich per Brief oder online für den Sauerländer als neuen Parteichef ausgesprochen. Damit ist Friedrich Merz schon in der ersten Runde Sieger der Abstimmung.

Merz plant Neuaufstellung des CDU-Vorstands

Im Gespräch mit dem WDR 5 "Morgenecho" erklärte Merz am Samstag, er sei sehr erleichtert, dass es nicht zu einer Stichwahl gekommen sei. Die dringende personelle und inhaltliche Neuaufstellung der Partei dürfe nicht mehr länger aufgeschoben werden. Er werde nun so schnell wie möglich mit möglichen Kandidaten für den Parteivorstand sprechen. "Erneuerung soll auch in den Personen zu sehen sein."

Eine seiner wichtigsten Aufgaben sehe er darin, die CDU wieder "unterscheidbarer" von der politischen Konkurrenz zu machen. "Wir haben in den letzten acht Jahren Wähler in alle Himmelrichtungen verloren." Diese müssten wieder gewonnen werden.

Viel Vorsprung vor den Gegenkandidaten

CDU-Basis: Friedrich Merz soll Vorsitzender werden

Die Kandidaten Braun, Merz, Röttgen (v.l.n.r.)

Rund 250.000 der 400.000 Parteimitglieder hatten an der Abstimmung teilgenommen. Norbert Röttgen kam auf 25,8 der abgegebenen Stimmen. Helge Braun erhielt 12,1 Prozent.

Merz erklärte, er freue sich "auf gute Zusammenarbeit mit wirklich allen". Er wolle nun seine ganze Kraft dafür einsetzen, zu zeigen, dass die CDU eine lebendige Partei sei, die auch als Volkspartei im 21. Jahrhundert ihren Platz haben werde. Die CDU habe auch als Opposition eine Aufgabe zu erfüllen.

Der neue CDU-Chef ließ offen, ob er nun den Fraktionsvorsitz im Bundestag für sich beanspruchen würde. Er machte auch deutlich, dass es sich nun um "keine Vorentscheidung" über die nächste Kanzlerkandidatur der Union gehandelt habe. Vielmehr verschrieb er sich weiter seinem Wahlkreis, dem Sauerland: Der sei ein wahrer "Schatz", dessen Verantwortung er sich bewusst annehme. Als eines der nächsten Projekte vor Ort nannte Merz gegenüber des WDR etwa den Ausbau der Windenergie "an den richtigen Stellen" im südlichen Westfalen.

Erfolg im dritten Anlauf

Designierter CDU-Vorsitzender Friedrich Merz

Designierter CDU-Vorsitzender Friedrich Merz

Röttgen und Merz hatten bereits Anfang des Jahres für den Vorsitz kandidiert - und damals auf einem Parteitag gegen Armin Laschet verloren. Für Merz war es bereits der dritte Anlauf bei der Wahl des Parteivorsitzes, nachdem er nach Merkels Rückzug von der Parteispitze im Dezember 2018 gegen Annegret Kramp-Karrenbauer verloren hatte.

Auf die Frage, ob Merz angesichts seiner Wahl erleichtert sei, antwortete er im WDR-Interview: "Offen gestanden: Ja. Denn es war ja nun auch ein langer Weg." An der Parteibasis habe er "immer schon" eine hohe Zustimmung gehabt. Diesmal sei er aber auch Bundestagsabgeordneter. Nach dem historisch schlechten Ergebnis der CDU bei der Bundestagswahl trauten ihm nun "besonders viele" Mitglieder vielleicht zu, die Partei in der Opposition zu erneuern.

"Die CDU, diese Parteizentrale steht seit drei Jahren im Ausnahmezustand. Das sind Zeiten gewesen, die müssen sich auch so nicht wiederholen." Friedrich Merz

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Söder und Laschet gratulieren

Per Twitter gratulierte der scheidende CDU-Chef Armin Laschet Merz zu seinem Erfolg. Laschet schrieb, das Ergebnis zeige, dass Merz eine "breite Rückendeckung" in der Partei habe. Er dankte ihm außerdem für seine Loyalität "in diesem besonderen Jahr".

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Glückwünsche kamen auch von CSU-Chef Markus Söder: "Die @CSU und ich persönlich freuen uns auf die Zusammenarbeit."

Sieg der Konservativen in der Union

Helge Braun, Norbert Roettgen and Friedrich Merz bei einer gemeinsamen Townhall aller drei Kandidaten fuer den CDU Vorsitz vor Publikum am 01. Dezember 2021

Die Kandidaten

Ex-Unionsfraktionschef Merz galt als Favorit der Konservativen und des Wirtschaftsflügels. Seine Anhänger erhoffen sich von ihm eine Rückbesinnung auf ein klares konservatives Profil, das sie unter der ehemaligen CDU-Chefin Angela Merkel vermisst hatten.

Der Außenpolitiker Röttgen gilt als politisch eher in der Mitte verortet. Ebenfalls zu den Vertretern der politischen Mitte zählt der frühere Kanzleramtschef Helge Braun - dem von internen Kritikern angelastet wurde, er stehe für eine Fortsetzung der Politik Merkels.

Stand: 18.12.2021, 09:08

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