Mehr Frauen in die CDU? Wo die Hürden in Partei und Politik liegen

Armin Laschet sitzt neben Angela Merkel, Markus Söder und Paul Ziemiak

Mehr Frauen in die CDU? Wo die Hürden in Partei und Politik liegen

Bei der geplanten Neuaufstellung der CDU fordern die Frauen in der Partei mehr Mitsprache. Ohnehin müsse die Partei weiblicher werden. Aber wie?

Die Frauen-Union der CDU hat eine eigene Konferenz angekündigt, um über die Erneuerung der Partei zu beraten. Die weiblichen Mitglieder der Union fordern mehr Einfluss bei der personellen Neuaufstellung.

Man müsse dahin kommen, dass mehr Frauen in der Partei sind und Verantwortung tragen, sagte Nadine Schön, die bisherige Vize-Vorsitzende der Unionsfraktion im Bundestag. Die Union solle auf allen Ebenen weiblicher werden: "Da geht es nicht nur um die Spitze, sondern um die Breite der Partei."

Die Frage ist nur: Wie? Mit Quoten ist es offensichtlich nicht getan – oder mit einem "Frauenquorum", wie die CDU es hat. Das Ziel der Partei: Frauen sollen an Parteiämtern und an öffentlichen Mandaten mindestens zu einem Drittel beteiligt sein.

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Der Anteil von Frauen, so zeigen es Zahlen des Portals "Statista" von Ende 2019, ist im Vergleich zu anderen Parteien dennoch gering. Während die Grünen auf mehr als 40 Prozent kommen und die SPD auf über 30 Prozent, sind es bei der CDU nur 26,5 Prozent.

Parteikultur muss sich ändern

Auch die CDU-Politikerin und Ministerin für Gleichstellung Ina Scharrenbach kommt gegenüber dem WDR zu dem Schluss, dass Frauen sichtbarer werden müssten – inhaltlich und personell. Sie sieht vor allem ein Problem in der Parteikultur. Man müsse eine "Union für alle" sein. Frauen müssten auch von Netzwerken profitieren können. Und es müsse mehr auf den Umgang miteinander geachtet werden. "Frauen diskutieren anders", meint sie.

So sieht es auch Sylvia Pantel. In punkto Umgang müsse man eine weibliche Perspektive einnehmen, so die ehemalige stellvertretende Vorsitzende der NRW-Frauenunion. Pantel sieht aber auch eine Hürde in zeitlichen Engpässen. Frauen seien sehr darauf bedacht, zunächst ihre Berufsausbildung fertig zu machen. Wenn sie sich dann in den Partei einbringen würden, sind schon "viele Züge abgefahren, weil man nicht die Zeit investiert hat, um in bestimmten Gremien weiterzukommen".

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CDU muss über Themen für Frauen attraktiv werden

NRW-Landtagsabgeordnete Charlotte Quik betont indes, wie wichtig die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist. Ihrer Ansicht nach gingen Frauen oftmals pragmatischer an Dinge heran – und hätten daher kein Interesse, in Vorstandssitzungen zu weilen, die "nicht so strukturiert und fokussiert sind, wie man sich das wünschen würde". Man müsse Strukturen aufbrechen, in denen beispielsweise noch die "wirkliche" Politik nach den Sitzungen am Tresen gemacht würde.

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Auch Quik sagt, Quoten seien nicht entscheidend – sondern "wie attraktiv man als Partei für Frauen ist". Frauen würden wegen Themen in Parteien eintreten. Auf diesem Weg müsse die Union angehende Politikerinnen erreichen.

Stand: 12.10.2021, 20:30

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