Polizei gegen PS-Protzer: "Car-Freitag" in NRW

Bochum: Polizisten kontrollieren ein getuntes Auto beim großen Tuning-Treffen in Bochum.

Polizei gegen PS-Protzer: "Car-Freitag" in NRW

Von Frank Menke

  • Tuningszene feiert "Car-Freitag"
  • Polizei in NRW ist vorbereitet
  • Illegale Rennen und Verstöße in den vergangenen Jahren

Sie sind unüberhörbar und häufig buchstäblich schneller als die Polizei erlaubt unterwegs: die PS-Protzer und Auto-Poser aus der Tuningszene. Der Karfreitag (19.04.2019) schreibt sich bei ihnen "Car-Freitag" und ist so etwas wie ihr höchster Feiertag.

Die Polizei in NRW steht auch schon in den Startlöchern - nicht nur, um illegale Autorennen zu verhindern oder zu ahnden.

Ministerium: "Konsequent einschreiten"

Polizisten kontrollieren ein getuntes Auto beim großen Tuning-Treffen

Polizei bei der Kontrolle eines getunten Pkw

"Die Polizei weiß ja aus Erfahrung, wo sich die Tuningszene am Car-Freitag trifft. Wenn es zu Verstößen kommt, werden die Beamten konsequent einschreiten", sagte ein Sprecher des NRW-Innenministeriums dem WDR am Mittwoch (17.04.2019).

Natürlich ist nicht jeder, der sein Auto tieferlegt und aufmotzt, ein rücksichtsloser Raser. "Mit denen, die einfach nur ihre toll aussehenden oder klingenden Autos zeigen wollen, haben wir kein Problem", sagte ein Sprecher der Kölner Polizei.

Um allerdings uneinsichtigen Tunern zur Einsicht zu verhelfen, schickt die Kölner Polizei ihre Ermittlungsgruppe "Rennen" nicht nur auf die Straßen der Innenstadt.

Illegales Rennen auf der A4

Im Visier haben die Beamten auch die Autobahnen, nachdem sich im vergangenen Jahr zehn hochmotorisierte Sportwagen auf der A4 ein illegales Rennen geliefert haben.

2018 registrierte die Polizei laut Innenministerium 474 illegale Autorennen in NRW. 2015 waren es 237 gewesen. Doch es geht nicht nur um Raserei, wie ebenfalls ein Blick in die jüngere Vergangenheit zeigt.

Dortmund eine Tuner-Hochburg

In Dortmund überprüfte die Polizei 2018 am "Car-Freitag" 123 Fahrzeuge und verhängte 120 Verwarnungsgelder. Vier Autos wurden stillgelegt, weil sie extrem frisiert waren.

"Dortmund ist ein Anziehungspunkt für Tuning-Fans aus ganz NRW", sagte eine Polizeisprecherin. Schon allein deshalb werde man die bekannten Treffpunkte mit zusätzlichen Beamten beobachten.

In Wuppertal hatten sich am Osterwochenende 2018 nach einem Facebook-Aufruf 2.500 Tuning-Fans aus Deutschland und den Niederlanden mit 600 Autos auf dem Gelände eines Warenhauses getroffen. Dabei entdeckte die Polizei Dutzende Verstöße.

Treffen in Paderborn verboten

Rigoros bremst Paderborn die Tuningszene aus. Die Stadt hat zum dritten Mal in Folge alle Treffen von Auto-Posern zwischen 0.00 Uhr am Freitag und 6.00 Uhr am Samstag (20.04.2019) verboten. In den Jahren davor hatten sich immer wieder Anwohner über aufheulende Motoren am eigentlich stillen Feiertag beschwert.

Stand: 17.04.2019, 19:27

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