Wo E-Busse für saubere Luft sorgen

Wo E-Busse für saubere Luft sorgen

Von Sabine Tenta

  • Internationale E-Bus-Konferenz in Köln
  • Verkehrsunternehmen setzen unterschiedliche Schwerpunkte
  • Einige Beispiele zur Luftreinhaltung aus NRW

Am Dienstag (27.11.2018) und Mittwoch findet in Köln die "Zero Emission Bus Conference" statt. Die Konferenz zum emissionsfreien Bus-Verkehr bringt rund 300 Experten aus ganz Europa zusammen.

Köln betreibt nach eigenen Angaben die größte E-Bus-Flotte in Deutschland. Die Linie 133 wird seit 2016 komplett mit neun E-Bussen bedient. Bis 2021 sollen 50 weitere E-Busse angeschafft werden. Dann werde ein Viertel der Busflotte elektrisch fahren. Zusätzlich werden Dieselbusse nachgerüstet.

Wupsi rüstet nach

Ältere Diesel nachrüsten wird auch das Busunternehmen Wupsi. Es fährt in Leverkusen und im Rheinisch-Bergischen Kreis. Eine Ausschreibung für 30 Busse läuft aktuell. Die 600.000 Euro teure Nachrüstung ist für das zweite Quartal 2019 geplant.

E-Busse im Ruhrgebiet

Auch die Bogestra will E-Busse anschaffen. Das wird vom Land NRW mit 8,9 Millionen Euro gefördert. Unter anderem sollen zwei Buslinien in Bochum und Gelsenkirchen komplett auf E-Betrieb umsteigen.

E-Mini-Bus in Soest

In Soest fährt auf wenig genutzten Strecken ein umgebauter Transporter als Mini-E-Bus. Das erste Fazit des Betreibers Regionalverkehr Ruhr-Lippe lautet: Die Anschaffung ist teuer, aber der Unterhalt günstig.

Wasserstoff und Biogas im ländlichen Raum

Drei runde Gebäude einer Biogasanlage

Biogasanlage

Die Busse der Regionalverkehr Köln GmbH (RVK) fahren weite Strecken im ländlichen Raum rund um Köln. Hier kommen batteriebetriebene E-Busse an ihre Grenzen. Darum setzt die RVK auf die Brennstoffzellen-Technik. Zwei Wasserstoff-Busse sind bereits im Einsatz, bis 2019 sollen weitere 30 hinzukommen.

In Hürth bei Köln fällt bei der chemischen Industrie Wasserstoff als Nebenprodukt an, den die RVK günstig nutzen kann. Zusätzlich wird das Unternehmen zwei eigene Wasserstoff-Tankstellen bauen.

In der Eifel hingegen wird von Landwirten viel Bio-Methan produziert, darum fahren hier drei RVK-Biogas-Busse. 2019 werden 20 weitere angeschafft. Die Wuppertaler Stadtwerke haben ebenfalls 10 Wasserstoff-Busse bestellt, weitere Unternehmen sind interessiert.

Anschub durch die öffentlichen Hand

Eines ist allen emissionsfreien Bus-Systemen gemeinsam: Möglich wurden sie erst durch öffentliche Fördergelder. Ein Elektrobus kostet rund 700.000 Euro und ist damit doppelt so teuer wie ein Diesel-Bus.

Das Land NRW hat bisher die Anschaffung von 102 Elektro- und Wasserstoffbussen (inklusive Infrastruktur, Werkstätten etc.) mit knapp 35 Millionen Euro unterstützt. Davon entfallen allein auf Köln 13,28 Millionen Euro. Weitere Fördermittel stellen der Bund und die EU bereit.

Stand: 27.11.2018, 07:53

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