Rekordzahlen bei Briefwahl-Anträgen in NRW

Knapp sechs Wochen vor der Bundestagswahl können Wahlberechtigte in Berlin bereits ihre Stimme abgeben. Seit dem 14.08.2017 ist die Briefwahl möglich.

Rekordzahlen bei Briefwahl-Anträgen in NRW

  • Hohe Nachfrage nach Briefwahlunterlagen.
  • In Bottrop fast doppelt so viele Stimmzettel verschickt.
  • Mehr Personal in Wahlämtern eingesetzt.

Die Nachfrage sei schon in der Anfangsphase so groß wie nie zuvor gewesen, berichten Wahlleiter vieler Kommunen. In Bottrop hat das Wahlamt bereits jetzt an elf Prozent der Wahlberechtigten die Stimmzettel per Post zugeschickt. Bei der jüngsten Bundestagswahl waren es zum selben Zeitpunkt nur gut sechs Prozent.

Rekordzahlen erwartet

In Städten wie Herne, Mönchengladbach, Düsseldorf, Bochum oder Recklinghausen sei die Anzahl der bisher angeforderten Briefwahlunterlagen laut Wahlamt ebenfalls so hoch wie selten zuvor.

In Mülheim haben bisher rund 17.000 Menschen die Briefwahl beantragt. Die Stadt rechnet mit gut 25.000 Briefwählern - das würde den bisherigen Rekord bei der Bundestagswahl 2005 knacken. In Münster ist der Anteil der Briefwähler regelmäßig hoch. Bei der kommenden Bundestagswahl wird sich die Zahl voraussichtlich nochmals steigern.

Eine Person bringt einen Wahlbrief zum Briefkasten

Der Landeshauptstadt Düsseldorf liegen derzeit bereits 50.000 Briefwahlanträge vor. Es wird mit 100.000 gerechnet. Das wären dann zehn Prozent mehr, als bei der vergangenen Bundestagswahl. In Münster ist der Anteil der Briewähler regelmäßig hoch. Bei der kommenden Bundestagswahl wird sich die Zahl voraussichtlich nochmals steigern.

Viele Briefwähler kein Indikator für Wahlbeteiligung

Das sei aber nicht zwangsläufig ein Indiz dafür, dass auch die Wahlbeteiligung insgesamt höher werde, als üblich. Bei der letzten Landtagswahl sei das zwar so gewesen. Bei anderen Wahlen gab es aber mitunter viele Briefwähler, im Anschluss wären die Wahllokale aber relativ leer geblieben. So sei das zum Beispiel bei einem Bürgerentscheid gewesen, berichtet das Wahlamt Münster.

Städte setzen mehr Personal ein

Die Wahlleiter der Kommunen erwarten, dass bis zur Bundestagswahl am 24. September die Anträge auf Briefwahl weiter deutlich ansteigen werden. Viele Städte setzen für die Briefwahl mehr Personal ein. Dazu gehört unter anderem Mülheim. Witten hat bereits die Anzahl der Briefwahlbezirke erhöht. Jedem Briefwahlbezirk ist ein Wahlvorstand zugeordnet.

Ausreißer Duisburg

Ganz anders ist die Situation in Duisburg. Dort gingen bislang rund 18.000 Briefwahlanträge ein. Das sind 20 Prozent weniger im Vergleich zur Bundestagswahl im Jahr 2013. Hier kann man eher von einer negativen Rekordbeteiligung bei der Briefwahl sprechen, als von einer positiven.

Stand: 04.09.2017, 12:26