Wahlkreis in Essen neu ausgezählt

Wahlhelfer zählen die Stimmen im Wahlkreis Essen III neu aus

Hauer behält sein Direktmandat

Wahlkreis in Essen neu ausgezählt

Das Direktmandat im hart umkämpften Wahlkreis Essen III bleibt bei der CDU. Der Kandidat Matthias Hauer konnte nach der Neuauszählung der Stimmen seinen Vorsprung auf die SPD-Kandidatin Petra Hinz ausbauen. Die erste Zählung in der Wahlnacht hatte noch einen Vorsprung von nur drei Stimmen ergeben.

Hauer erreichte 93 Stimmen mehr als Hinz, wie der Kreiswahlausschuss am Montag (30.09.2013) feststellte. Der CDU-Kandidat bekam bei der Bundestagswahl 59.101 Erststimmen, auf die SPD-Frau Hinz entfielen 59.008.

Vor einer Woche (23.09.2013) hatte nach dem vorläufigen Ergebnis Hauer mit dem knappsten jemals bei einer Bundestagswahl erzielten Vorsprung von drei Erststimmen gewonnen. Dann aber waren Unstimmigkeiten in den Protokollen aufgetaucht, und der Kreiswahlausschuss hatte die Neuauszählung beschlossen. Sie fand am Wochenende (28./29.09.2013) öffentlich in der Essener Messe statt - mit einer ersten Runde am Samstag und einer Gegenprobe am Sonntag. Wenn die Ergebnisse in einem Stimmbezirk nicht identisch waren, wurde ein viertes Mal gezählt. An der Neuauszählung beteiligten sich insgesamt rund 800 Helfer.

Abweichungen "innerhalb der Fehlertoleranz"

Die Abweichungen zur Auszählung am Wahlabend liegen nach Ansicht von Oberbürgermeister Reinhard Paß (SPD), zugleich Wahlleiter der Stadt, innerhalb der üblichen Fehlertoleranz. "Das ist menschlich, dass hier und da Fehler passieren." In Essen seien die Zählfehler nur deshalb zur Besonderheit geworden, weil das Ergebnis so knapp war, sagte er.

CDU-Kandidat fordert mehr Prüfungen

Kandidaten Petra Hinz und Matthias Hauer

Der Direktkandidat Hauer zeigte sich erleichtert über den Ausgang der Nachzählung. "Es ist gut und wichtig, dass wir jetzt Rechtssicherheit haben", sagte er. "Bei künftigen Wahlen sehe ich den Oberbürgermeister als Kreiswahlleiter in der Pflicht, schon am Wahlabend fundierte Plausibilitätsprüfungen durchzuführen und nicht erst Tage später", sagte er. "Wir hätten uns eine Menge Arbeit ersparen können".

Die unterlegene SPD-Kandidatin Hinz gratulierte ihrem CDU-Kollegen. "Heute hat die Demokratie gewonnen", so Hinz. In Zeiten von Wahlmüdigkeit sei es wichtig, alles zu tun, nicht den Eindruck entstehen zu lassen, Stimmen würden nicht korrekt gezählt.

Keine Auswirkung auf Sitzverteilung

Bereits vor der Neuauszählung hatte die Bundeswahlleitung in Wiesbaden mitgeteilt, dass diese nichts an der Sitzverteilung im Parlament ändern würde, weil darüber das Ergebnis bei den Zweitstimmen entscheidet. Die CDU dürfe nach ihrem Zweitstimmenanteil weiterhin 63 Abgeordnete aus NRW nach Berlin schicken, die SPD 52.

Stand: 30.09.2013, 18:39