Koalitions-Ticker vom 08.11. bis 14.11. zum Nachlesen

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Koalitions-Ticker vom 08.11. bis 14.11. zum Nachlesen

  • Probleme beim Thema Klimaschutz
  • Fortsetzung der Koalitionsgespräche am Montag
  • Steuerschätzung gibt Spielraum für Investitionen
  • Corona-Gesetz der Ampel im Bundestag
  • SPD und FDP optimistisch bei Zeitplan
  • Arbeitsgruppen haben ihre Arbeit beendet

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Bevor die Ampel-Parteien SPD, Grüne und FDP eine gemeinsame Regierung bilden, müssen sie noch Streitpunkte klären und einen gemeinsamen Koalitionsvertrag formulieren. Hier finden Sie den aktuellen Stand der Diskussionen und Verhandlungen.

Samstag, 13.11.2021

Probleme beim Thema Klimaschutz

Bei den Ampel-Verhandlungen zwischen SPD, Grünen und FDP gibt es offenbar Dissonanzen beim Thema Klimaschutz. Der Grünen-Co-Vorsitzende Robert Habeck sagte dem rbb Inforadio am Freitag, es sei "wie ein altes Kaugummi" - also zäh: "Die interessante Frage wäre doch eigentlich, was leisten FPD und SDP für Klimaschutzmaßnahmen und nicht, was leisten sie nicht dafür."

Der Frage, was denn SPD und FDP in Sachen Klimaschutz konkret anböten, wich Habecks Kollegin Annalena Baerbock heute im WDR5-Morgenecho aus: "Ich rede nicht über einzelne Angebote, wir stecken mitten in den Verhandlungen." Klar sei aber, dass die gesamte Bundesregierung eine Klimaregierung sein müsse. Eine "Menschheitsaufgabe" wie der Klimaschutz könne "nur von allen Akteuren in einer Gesellschaft und damit auch von allen Regierungsparteien gemeinsam gelöst werden".

17.20 Uhr: Ampel-Parteien wollen Aufschluss über Impfquote von Intensivpatienten

Die mögliche Koalition aus SPD, Grünen und FDP will genauere Daten dazu, wie viele Corona-Intensivpatienten bereits gegen das Virus geimpft sind. Dazu soll nach dem Willen der drei Ampel-Parteien das Intensivregister angepasst werden. Das sagte der Grünen-Gesundheitsexperte Janosch Dahmen dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND).

"Bislang fehlen schlicht Daten", ergänzte er und sprach von einem sogenannten "Underreporting" auf Intensivstationen. Er gehe davon aus, dass die Umstellung auf tagesgenaue Angaben bis Ende des Jahres umgesetzt sein werde.

15.56 Uhr: Auch Grünen-Gesundheitsminister kritisieren Ampel-Corona-Pläne

Nicht nur NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst sieht die Pläne der Ampel-Parteien für ein neues Infektionsschutzgesetz kritisch. Auch Landesgesundheitsministerin Ursula Nonnemacher (Grüne/Brandenburg) sowie ihre Grünen-Kollegen Manfred Lucha (Baden-Württemberg), und Kai Klose (Hessen) monieren, dass SPD, Grüne und FDP im Bund die Corona-Ausnahmesituation am 25. November auslaufen lassen wollen.

"Angesichts der derzeitigen Infektionsdynamik und der Belastung der Krankenhäuser, die in einigen Regionen bereits kurz vor der absoluten Überlastung stehen, sollte die Epidemische Lage von nationaler Tragweite verlängert werden", hieß es in einer gemeinsamen Stellungnahme.

15.00 Uhr: Wüst-Kritik an Plänen für neues Infektionsschutzgesetz

NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) hat Pläne der Ampel-Parteien für ein neues Infektionsschutzgesetz kritisiert. "Die Ampel sendet in dieser Lage zwei falsche Signale: Sie will die epidemische Lage nicht verlängern und die Rechte von Länderparlamenten in der Pandemiebekämpfung beschneiden", sagte er der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung". Beides sei unverantwortlich: "Das von der Ampel geplante Gesetz schwächt unser Land im Kampf gegen Corona." NRW werde daher im Bundesrat auf Änderungen drängen.

Die potenziellen Regierungspartner SPD, Grüne und FDP wollen den Rechtsstatus der epidemischen Notlage am 25. November auslaufen lassen. Die bisherige Rechtsbasis für Corona-Beschränkungen soll durch ein geändertes Infektionsschutzgesetz ersetzt werden, das einen kleineren Katalog möglicher Corona-Maßnahmen rechtlich absichern soll. Der Bundestag will am Donnerstag abschließend über die Pläne der Ampel-Fraktionen beraten, der Bundesrat soll am Freitag in einer Sondersitzung entscheiden.

Donnerstag, 11.11.2021

18:00 Uhr: Koalitionsverhandlungen gehen Montag in nächste Runde

Die Koalitionsverhandlungen von SPD, Grünen und FDP gehen am Montag in die nächste Runde. Dann soll die 21-köpfige Hauptverhandlungsgruppe der drei Parteien erneut zusammenkommen und über die Ergebnisse der thematischen Arbeitsgruppen sprechen. Wie SPD und FDP am Donnerstag mitteilten, sind zuvor noch die Generalsekretäre am Zug. Lars Klingbeil (SPD), Michael Kellner (Grüne) und Volker Wissing (FDP) seien im Austausch, um die 22 Arbeitspapiere zusammenzuführen.

Über die Ergebnisse der Arbeitsgruppe, die am Mittwochabend abgegeben wurden, ist bisher wenig bekannt. Mehrere Gruppen konnten sich nicht in allen Punkten einigen und reichten eine Reihe wichtiger offener Fragen an die Hauptverhandler weiter.

15.06 Uhr: Steuerschätzung gibt Spielraum für Investitionen

Eine mögliche Ampel-Koalition könnte in den nächsten Jahren mit deutlich mehr Steuereinnahmen rechnen als bisher gedacht. Der Bund kann im Zeitraum 2021 bis 2025 mit insgesamt 71,7 Milliarden Euro mehr kalkulieren. Das ist das Ergebnis der Steuerschätzung von Experten, die das Bundesfinanzministerium in Berlin vorstellte. Bund, Länder und Kommunen können zusammen sogar Mehreinnahmen von 179 Milliarden Euro erwarten.

Die Ampel-Partner streben ein Modernisierungsprogramm an - unter anderem mit massiven Investitionen in die Digitalisierung und den Klimaschutz. SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz sprach von "erfreulichen Zahlen". Damit könne die nächste Regierung vernünftig arbeiten und habe Handlungsspielräume.

14.36 Uhr: SPD will über Heizkostenzuschüsse beraten

Angesichts der hohen Energiekosten kündigen Teilnehmer der Koalitionsgespräche Entlastungen an. Der SPD-Politiker Bernhard Daldrup sagte im Bundestag, man werde für die kommende Heizperiode im Interesse der Menschen eine adäquate Lösung finden. Strom- und Gassperren müssten vermieden werden. Daldrup ist Mitglied der Arbeitsgruppe Bauen und Wohnen bei den Koalitionsverhandlungen.

Kevin Kühnert ist der stellvertretende Bundesvorsitzende der SDP.

Kevin Kühnert

Daldrup sagte, über einen einmaligen Heizkostenzuschuss werde man beraten. SPD-Parteivize Kevin Kühnert erklärte, man könne am Heizkostenzuschuss arbeiten und das Wohngeld weiter verbessern. Er ist ebenfalls Mitglied der Arbeitsgruppe Bauen und Wohnen.

14.03 Uhr: Medien - Keine Einigung zu Bahn-Reform

Bei den Koalitionsverhandlungen haben sich Fachpolitiker nach dpa-Informationen nicht auf Struktur-Reformen bei der Deutschen Bahn einigen können. Damit müssen sich nun die Hauptverhandlungsgruppen befassen. Die künftige Struktur der bundeseigenen Bahn war zwischen den Verhandlern in der Arbeitsgruppe Mobilität umstritten.

Pläne vor allem der FDP würden faktisch eine Zerschlagung der Deutschen Bahn bedeuten. Die Liberalen wollen Infrastruktur und Bahnbetrieb trennen, wie es im Wahlprogramm heißt. Der Betrieb soll privatisiert werden, das Netz im Eigentum des Bundes bleiben. Ziel sei, durch mehr Wettbewerb mehr Personen und Güter auf der Schiene zu transportieren. Eine Zerschlagung will aber die SPD nicht mitmachen.

12.11 Uhr: Corona-Gesetz der Ampel im Bundestag diskutiert

Die möglichen Ampel-Koalitionäre SPD, Grüne und FDP wollen die epidemische Notlage am 25. November auslaufen lassen und die Rechtsgrundlage für Corona-Maßnahmen ändern. Dazu hat der Bundestag Änderungen im Infektionsschutzgesetz (IfSG) beraten, die in der kommenden Woche verabschiedet werden sollen. Anschließend muss auch der Bundesrat zustimmen, voraussichtlich in einer Sondersitzung am 19. November.

Bisher können die Bundesländer auch dann, wenn der Bundestag die Corona-Notlage nicht verlängert, sämtliche Maßnahmen einer Notlage anwenden, wenn eine solche in ihrem Land durch Parlamentsbeschluss festgestellt wird. Dazu zählen weitreichende Eingriffe in die Grundrechte und Schließungen wie während der Lockdowns. Das wollen SPD, Grüne und FDP beenden und einen bundesweit einheitlichen und bis zum 19. März befristeten Maßnahmen-Katalog im Infektionsschutzgesetz verankern.

7.01 Uhr: SPD und FDP: Koalitionsgespräche trotz Differenzen gut im Zeitplan

SPD und FDP sind optimistisch, die Ampel-Koalitionsverhandlungen wie geplant bis zur zweiten Dezemberwoche abzuschließen und in allen Streitfragen Kompromisse zu finden. "Wir sind nach wie vor sehr zuversichtlich, dass wir den Zeitplan einhalten", sagt der Parlamentarische Geschäftsführer der FDP-Bundestagsfraktion, Marco Buschmann, der Zeitung "Augsburger Allgemeinen" (Donnerstagausgabe). "Wir liegen sehr gut in der Zeit, aber wenn es ein bisschen länger dauert, ist auch das kein Beinbruch."

Auch SPD-Chef Norbert Walter-Borjans sieht die Koalitionsgespräche mit Grünen und FDP trotz inhaltlicher Differenzen auf einem guten Weg. "Wenn Koalitionsverhandlungen ohne Reibung verlaufen würden, müsste man sich fragen, wer da bei der Wahl gegen wen angetreten ist", sagte der scheidende Parteivorsitzende dem Blatt. "Da sitzen drei Parteien am Tisch, wir wollen nicht fusionieren, sondern koalieren." Daran gemessen seien sie auf einem guten Weg.

Mittwoch, 10.11.2021

18.00 Uhr: Arbeitsgruppen legen erste Ergebnisse vor

Knapp drei Wochen nach Beginn der Verhandlungen über eine sogenannte Ampel-Koalition in Deutschland haben die von SPD, Grünen und FDP eingesetzten Arbeitsgruppen intern erste Ergebnisse vorgelegt.

Die noch verbliebenen Streitpunkte werden dann in Spitzenrunden geklärt – wahrscheinlich ab Anfang kommender Woche. Es ist nicht geplant, dass am Mittwoch Zwischenergebnisse öffentlich vorgestellt werden. Das Schweigegelübde der Ampel-Verhandler soll offenbar weiter gelten.

Bis Ende November wollen die Ampel-Parteien die Verhandlungen abschließen. In der Nikolauswoche ab dem 6. Dezember soll dann der bisherige Finanzminister, SPD-Spitzenkandidat Olaf Scholz, vom Bundestag zum Kanzler gewählt und sein Kabinett vereidigt werden.

Ampel-Koalition: "Interessen meilenweit auseinander"

WDR 5 Morgenecho - Interview 10.11.2021 05:34 Min. Verfügbar bis 10.11.2022 WDR 5


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6.31 Uhr: Koalitionsverhandlungen zu Wirtschaft und Arbeit

SPD, Grüne und Linke in Berlin setzen ihre Koalitionsverhandlungen am Mittwoch fort. Seit Montag verhandeln Spitzenpolitiker und -politikerinnen der drei Parteien in der sogenannten Dachgruppe über Inhalte des Koalitionsvertrags, der nach dem bisherigen Zeitplan am 24. November stehen soll – das sind nur noch zwei Wochen. Bei dem zweiten Treffen der Hauptverhandler und -verhandlerinnen innerhalb von drei Tagen soll es um die Themenfelder Wirtschaft und Arbeit gehen. Die Verhandlungen der Dachgruppe vor zwei Tagen zogen sich rund elfeinhalb Stunden hin.

Für Diskussionen über etliche Details zu den Bereichen Kultur, Medien, Europa und Sport brauchten die Hauptverhandler deutlich länger als erwartet. Die ursprünglich nach dem Ende geplanten Statements aus dem Kreis der Chefverhandler und -verhandlerinnen wurde am Nachmittag abgesagt. Dabei gab es dem Vernehmen nach keinen großen Krach um ein einzelnes Thema, sondern immer wieder erhöhten Gesprächsbedarf an vielen einzelnen Stellen.

Dienstag, 09.11.2021

18.20 Uhr: Arbeitsgruppen in der Schlussphase

Knapp drei Wochen nach Beginn der Verhandlungen legen die von SPD, Grünen und FDP eingesetzten Arbeitsgruppen am Mittwoch zu den einzelnen Fachthemen erste Ergebnisse vor. Bis 18 Uhr sollen die 22 Gruppen auf drei bis fünf Seiten den Stand der Verhandlungen festhalten und an die Parteiführungen weiterleiten. Die noch verbliebenen Streitpunkte sollen dann in Spitzenrunden geklärt werden. Eine öffentliche Präsentation der Zwischenergebnisse ist bisher nicht geplant.

10.15 Uhr: Klingbeil sieht Ampel-Verhandlungen weiter auf gutem Weg

SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil sieht ungeachtet kritischer Töne aus den Reihen der Grünen die Verhandlungen über eine Ampel-Koalition auf gutem Wege. "Ich bin insgesamt sehr zufrieden", sagte Klingbeil am Dienstag im Deutschlandfunk zum bisherigen Verlauf der Gespräche. Auch am abgesprochenen Zeitplan solle festgehalten werden. "Ich bin sicher, wir werden Mittwoch dann die fertigen Papiere haben", versicherte der SPD-Politiker, der am Montag auch als künftiger Parteivorsitzender nominiert worden war. Das bis dahin unter den Fachpolitikerinnen und Fachpolitikern "jeder für seine Positionen kämpft", sei normal, "aber insgesamt ist die Stimmung sehr konstruktiv und gut", trat Klingbeil Berichten über größere Meinungsverschiedenheiten zwischen den Ampel-Parteien entgegen.

Die Pläne von SPD, Grünen und FDP sehen vor, den Koalitionsvertrag bis Ende November fertigzustellen und ihn dann auf Parteitagen oder im Fall der Grünen den Mitgliedern zur Beschlussfassung vorzulegen. In der Woche ab dem 6. Dezember soll Olaf Scholz (SPD) dann zum neuen Bundeskanzler gewählt und die Regierung gebildet werden.

Montag, 08.11.2021

16.30 Uhr: SPD-Vorsitzender sieht keine Gefahr für Koalitionsgespräche

Norbert Walter-Borjans (SPD)

SPD-Chef Norbert Walter-Borjans hat Warnungen aus den Reihen der Grünen vor einem Scheitern der Koalitionsverhandlungen zurückgewiesen. "Wir haben so viele gemeinsame Grundlagen entdeckt in diesen Gesprächen, dass ich sicher bin, dass wir dieses Ruckeln überwinden werden und dass das zu einem guten Ergebnis führt, auch für die Grünen und auch ihren eigenen Wählerinnen und Wählern gegenüber", sagte Walter-Borjans nach Beratungen der SPD-Führung in Berlin. Dies gelte auch für die FDP.

Es sei normal, dass "aus größerer Entfernung" etwas härter kommentiert werde, so Walter-Borjans. Baden-Württembergs Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) hatte zuvor in einem Interview gesagt, es drohten Neuwahlen, wenn SPD, Grüne und FDP in den nächsten Tagen beim Klimaschutz nicht zusammenkämen.

15 Uhr: Ampel-Parteien legen ersten gemeinsamen Gesetzentwurf vor

Die Ampel-Fraktionen haben sich auf einen Gesetzentwurf zu Corona-Eindämmungsmaßnahmen bis ins kommende Jahr hinein verständigt. Zudem vereinbarten SPD, Grüne und FDP, die Rückkehr von kostenlosen Corona-Tests sowie die Einführung einer 3G-Pflicht am Arbeitsplatz "auf den Weg" zu bringen. In dem Gesetzentwurf, der am Montag der Nachrichtenagentur AFP vorlag und der am Donnerstag im Bundestag beraten werden soll, sind diese Maßnahmen aber noch nicht enthalten.

Die Ampel-Fraktionen wollen laut dem Gesetzentwurf einen "bundeseinheitlich anwendbaren Katalog möglicher Schutzmaßnahmen" ins Infektionsschutzgesetz aufnehmen. Dieser soll es ermöglichen, auch nach dem Auslaufen der epidemischen Notlage nationaler Tragweite am 25. November "je nach Entwicklung der aktuellen Lage erforderliche Schutzmaßnahmen zu ergreifen", wie es in dem Entwurf heißt. Die neuen Maßnahmen sollen bis zum 19. März gelten. Bereits am Donnerstag soll der Gesetzentwurf in die erste Lesung gehen, am 18.11. soll dann abgestimmt werden.

10.20 Uhr: Grünen-Fraktionschefin: "Das Ergebnis zählt und nicht das Datum"

Grünen-Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt schließt nicht aus, dass die Koalitionsverhandlungen mit SPD und FDP länger dauern könnten als geplant. Man strenge sich sehr an, versicherte Göring-Eckardt am Montag im ARD-"Morgenmagazin". "Aber das Ergebnis zählt und nicht das Datum." Man versuche alles, dass es gelinge. Aber nicht nur bei der Weltklimakonferenz in Glasgow, auch bei den Koalitionsverhandlungen in Deutschland müsse das Resultat stimmen.

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Die Koalitionsverhandlungen über die Bildung einer "Ampel"-Koalition gehen in dieser Woche in eine erste entscheidende Phase: Die 22 Arbeitsgruppen sollen bis Mittwoch ihre Positionen erarbeiten. Mehrere Grünen-Politiker zeigten sich mit den Fortschritten bei den Gesprächen aber bereits unzufrieden. Parteichefin Annalena Baerbock hatte in diesem Zusammenhang neben dem Klimaschutz die Themen Modernisierung der Verwaltung und Schulpolitik genannt.

10.00 Uhr: Esken hält am Zeitplan für Koalitionsverhandlungen fest

Die SPD-Vorsitzende Saskia Esken hat bekräftigt, am Zeitplan für die Koalitionsverhandlungen festhalten zu wollen. "Es bleibt auf jeden Fall bei unserem Zeitplan. Es ist ein ganz klares Vorhaben, dass wir in der Nikolaus-Woche Olaf Scholz als unseren Bundeskanzler wählen können und die Vorarbeiten müssen bis dahin erledigt sein", sagte Esken in den ARD-"Tagesthemen". Die Koalitionsverhandlungen von SPD, Grünen und FDP gehen in dieser Woche in eine erste entscheidende Phase. Die 22 Arbeitsgruppen sollen bis Mittwoch ihre Positionen erarbeiten.

Mehrere Grünen-Politiker hatten sich mit den Fortschritten bei den Gesprächen aber bereits unzufrieden gezeigt. Grünen-Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt schloss nicht aus, dass die Koalitionsverhandlungen länger dauern könnten als geplant. Man strenge sich sehr an, versicherte sie am Montag im ARD-"Morgenmagazin".

09.49 Uhr: Esken und Klingbeil sollen SPD führen

Der bisherige Generalsekretär Lars Klingbeil soll zusammen mit Saskia Esken das neue SPD-Führungsduo bilden. Nach Informationen des ARD-Hauptstadtstudios hat das SPD-Präsidium die beiden soeben nominiert. Esken hatte schon in der vergangenen Woche erklärt, für eine weitere Amtszeit bereit zu stehen. Klingbeil hatte sich eine Kandidatur bisher offengehalten. Der bisherige Co-Parteichef Walter-Borjans hatte angekündigt, nach zwei Jahren im Amt nicht erneut kandidieren zu wollen.

Das letzte Wort in dieser Personalentscheidung hat der SPD-Parteitag Mitte Dezember in Berlin. Es gilt als sicher, dass sowohl Klingbeil als auch Esken damit nicht mehr für ein Ministeramt in einem möglichen Ampel-Kabinett infrage kommen. Die SPD möchte die Trennung von Parteivorsitz und Regierungsamt wie bisher beibehalten. Wer Klingbeil als Generalsekretär der SPD nachfolgen soll, ist noch unklar.

09.00 Uhr: Ampel-Regierung kann mit deutlich höheren Steuereinnahmen rechnen

Die Ampel-Parteien können in den nächsten Jahren auf deutlich mehr Steuereinnahmen hoffen als noch im Frühjahr gedacht. Der Bund dürfe mit jährlichen Mehreinnahmen im hohen einstelligen Milliardenbereich rechnen, möglicherweise sogar etwas mehr, sagten zwei mit den Zahlen vertraute Personen heute der Nachrichtenagentur Reuters. Das Plus für die Bundesländer werde sogar deutlich größer ausfallen. Insgesamt könnten Bund, Länder und Gemeinden einen mittleren zweistelligen Milliardenbetrag jährlich zusätzlich zur Verfügung haben. Die "Süddeutsche Zeitung" hatte zuerst für diese Größenordnungen berichtet.

Am Donnerstag will SPD-Kanzlerkandidat und Noch-Bundesfinanzminister Olaf Scholz die neuen Zahlen der Steuerschätzung bis 2025, die auf Prognosen von Experten basiert, in Berlin vorstellen. Die Ampel-Partner wollen deutlich mehr investieren und sind dafür auf eine gute Konjunktur und sprudelnde Steuereinnahmen angewiesen.

08.05 Uhr: Neuer Corona-Gesetzentwurf laut SPD ohne Lockdown

"Wir werden heute einen Gesetzentwurf vorstellen, der noch mal Maßnahmen auf den Weg bringen wird, die die Länder in der aktuellen Situation – und die Situation ist nicht einfach – brauchen werden", sagte Dirk Wiese, Bundestagsabgeordneter für den Hochsauerlandkreis und stellvertretender Fraktionsvorsitzender der SPD heute im WDR 5 Morgenecho. Dabei gehe es beispielsweise um "die weitere Maskenpflicht, die Ermöglichung von 2G und 3G-Konzepten, Auflagen von Gemeinschaftseinrichtungen". Ein Lockdown oder flächendeckende Schulschließungen sei in der aktuellen Sitation mit einer Impfquote von über 70 Prozent nicht mehr erforderlich.

Zudem sprach sich Wiese für mehr Tests aus: "Im Nachhinein war es, glaube ich, nicht richtig gewesen, dass Bundesgesundheitsminister Jens Spahn diese andere Entscheidung getroffen hat, von daher werden wir schauen, wie man hier mehr testen auch wieder möglich machen kann." Eine Testpflicht in Altenheimen könnten die Länder aber jetzt bereits ohne neues Gesetz bei sich auf den Weg bringen.

07.20 Uhr: Österreich wünscht sich Lindner als deutschen Finanzminister

In einem diplomatisch ungewöhnlichen Schritt hat sich der österreichische Finanzminister Gernot Blümel (ÖVP) dafür ausgesprochen, dass FDP-Chef Christian Linder Finanzminister einer künftigen Ampel-Koalition in Deutschland wird. "In der Geschichte der EU gab es selten eine Situation, in der eine einzelne Personalentscheidung in einem Mitgliedstaat solch eine Bedeutung für die Stabilität der EU hat", sagte Blümel der "Welt". Blümel hoffe, "dass sich die traditionelle deutsche Haltung, dass wir stabile Finanzen brauchen, um auch langfristig Wachstum und Wohlstand in Europa zu sichern, durchsetzt. Von den derzeit in Frage kommenden Personen wäre das daher ein klares Plädoyer für Christian Lindner."

Heute treffen sich die Finanzminister der Eurogruppe in Brüssel. Nach den Vorstellungen der Liberalen soll das Bundesfinanzministerium von Lindner geführt werden. Interesse an dem Ressort haben aber auch die Grünen signalisiert.

Stand: 13.11.2021, 17:20