Überhangmandat

Überhangmandat

Wahl-Lexikon

Gewinnt eine Partei per Erststimme (vgl. Erststimme) in den Wahlkreisen mehr Direktmandate (vgl. Direktmandat), als ihr rechnerisch nach Zweitstimmenanteil (vgl. Zweitstimme) zustehen, spricht man von Überhangmandaten.

Gewinnt eine Partei sehr viele Direktmandate, so ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass sie mehr Direktkandidatinnen und -kandidaten in den Bundestag (vgl. Bundestag) schicken kann, als ihr eigentlich nach Zweitstimmenanteil zusteht. Die Partei verfügt somit über viele Überhangmandate. Um die nach Zweitstimmenanteil gemäß Wahlergebnis errechnete Verteilung der Sitze im Bundestag zu gewährleisten, erhalten die übrigen Parteien Ausgleichsmandate (vgl. Ausgleichsmandat).

Nach einer Wahlrechtsreform 2020 sollen Überhangmandate mit Listenplätzen der Partei in anderen Ländern teilweise verrechnet werden. Zudem wird mit dem Ausgleich erst nach dem dritten Überhangmandat begonnen.