Auszählverfahren

Auszählverfahren

Wahl-Lexikon

Eine Auszählung bezieht sich auf die Abgeordneten, die sich in den Wahlkreisen (vgl. Wahlkreise) um ein Direktmandat (vgl. Direktmandat) beworben haben. In jedem Wahlkreis werden dazu die Erststimmen (vgl. Erststimme) ausgezählt. Ins Parlament zieht aus jedem Wahlkreis der Abgeordnete, der die meisten Erststimmen errungen hat.

Die zweite Auszählung ist die der Zweitstimmen (vgl. Zweitstimme), der Stimmen für eine Partei. Dieser Zweitstimmenanteil bestimmt die Anzahl der Gesamtmandate einer Partei, also ihre Stärke im Parlament. Von diesen Gesamtmandaten werden bei der Sitzverteilung zunächst die Direktmandate abgezogen, die die Partei bereits (über die Erststimme) errungen hat. Die übrigen Mandate werden dann an die Kandidaten auf den Landeslisten der Parteien vergeben.

Das mathematische Verfahren, nach dem prozentuale Stimmanteile aus dem Wahlergebnis in Abgeordneten-Sitze umgewandelt werden, wurde nach dem französischen Mathematiker Sainte-Lague und dem deutschen Physiker und Bundestagsangestellten Schepers benannt (vgl. Sainte-Lague/Schepers-Verfahren).