NRW-Ministerpräsident: Laschet wird Nachfolge selbst regeln

Bundestagswahl - Wahlparty CDU/CSU

NRW-Ministerpräsident: Laschet wird Nachfolge selbst regeln

Von Rainer Striewski und Moritz Börner

NRW-Ministerpräsident Armin Laschet wechselt nach Berlin. Seine Nachfolge am Rhein will er selbst moderieren. Dabei spielen zwei Faktoren eine wichtige Rolle: das Landtagsmandat und der Amtsbonus.

Der CDU-Kanzlerkandidat und Parteivorsitzende Armin Laschet hat sich am Montagabend in Düsseldorf mit dem Landesvorstand der NRW-CDU getroffen. Wichtigstes Thema war die Suche nach einem Nachfolger oder einer Nachfolgerin im Amt des NRW-Ministerpräsidenten.

Heftige Diskussionen im CDU-Landesvorstand

Bei der Sitzung wurde offenbar heftig über die Nachfolge von Armin Laschet diskutiert. Laschet kam gegen sechs Uhr am Flughafen an, die Sitzung in einem Hotel in der Nähe ging bis halb zehn abends.

Laschet will in die Bundespolitik wechseln, ob nun als Kanzler oder als einfacher Abgeordneter. Die Parteispitze der NRW-CDU drängt darum darauf, möglichst schnell eine Nachfolgeregelung zu finden, bei der auch die Frage geklärt wird, wer die Partei im kommenden Frühjahr in den Landtagswahlkampf führen wird. 

Laschet wird Nachfolger oder Nachfolgerin vorschlagen

Jetzt ist klar: Armin Laschet wird die Suche nach seinem Nachfolger oder seiner Nachfolgerin selbst moderieren. Darauf einigten sich die Teilnehmer der Sitzung. Dafür will er am kommenden Wochenende mit allen, die für seine Nachfolge in Frage kommen, Gespräche führen und dann dem Landesvorstand einen Vorschlag unterbreiten.

Einige Teilnehmer der Sitzung hielten es am Montagabend für am wahrscheinlichsten, dass es auf den aktuellen Verkehrsminister Hendrik Wüst hinauslaufen wird. Sein Vorteil: Er verfügt über das notwendige Landtagsmandat, um zum Ministerpräsidenten gewählt werden zu können.

Allerdings hat Wüst nicht nur Freunde in Partei und Fraktion. Er wäre bei seiner Wahl zum Ministerpräsidenten durch den Landtag auf jede Stimme aus seiner Fraktion angewiesen, denn CDU und FDP verfügen lediglich über eine dünne Ein-Stimmen-Mehrheit.

Innenminister Herbert Reul wird als möglicher Kandidat für den Landesvorsitz der NRW-CDU genannt. Ministerpräsident könnte Reul derzeit allerdings nicht werden, weil er über kein Landtagsmandat verfügt.

Reul hat zwar mittlerweile angekündigt, sich bei der Landtagswahl im Mai nächsten Jahres um ein Landtagsmandat bemühen zu wollen. Weitere Karrierepläne hat er aber dementiert. Wichtiger wäre es nun, die Partei zu einen, so Reul.

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Ambitionen auf das Amt der NRW-Ministerpräsidentin werden auch Bauministerin Ina Scharrenbach nachgesagt. Allerdings verfügt sie, genau wie Reul, derzeit über kein Landtagsmandat.

Bliebe also nur Hendrik Wüst als möglicher Ministerpräsidenten-Kandidat für die Übergangszeit bis zur nächsten Landtagswahl im kommenden Mai? Nicht ganz. Auch CDU-Fraktionschef Bodo Löttgen könnte sich um das Amt bewerben. Jedenfalls wird ihm Interesse an höheren Posten nachgesagt.

Sollte die CDU sich vor der Landtagswahl nicht auf einen Ministerpräsidenten-Kandidaten einigen können, wäre auch noch eine weitere Option möglich: Nach dem Rückzug von Armin Laschet vom Amt des Ministerpräsidenten übernimmt für eine Übergangsphase sein Stellvertreter, Familienminister Joachim Stamp (FDP) den Chefposten bis zum Mai.

Damit wäre aber der Amtsbonus für die CDU bei der nächsten Wahl dahin. Das wiederum dürfte eine mögliche Kandidatin Ina Scharrenbach ganz gut verschmerzen können.

Klarheit spätestens Ende Oktober - zumindest teilweise

Zumindest in einer Frage dürfte schon bald Klarheit herrschen: Ende Oktober will die NRW-CDU den lange verschobenen Landesparteitag nachholen, auf dem eine neue Landesvorsitzende oder ein neuer Landesvorsitzender gewählt werden soll.

Stand: 27.09.2021, 22:43