In diesen Wahlkreisen wird's bei der Bundestagswahl spannend

Montage: Portraits Kandidat:innen für eine Auswahl an Wahlkreisen verschwommen im Hintergrund. 3 ''Mensch ärgere Dich nicht Figuren'' im Vordergrund

In diesen Wahlkreisen wird's bei der Bundestagswahl spannend

Schafft Karl Lauterbach den erneuten Einzug in den Bundestag? Wie schneidet die AfD in Gelsenkirchen ab? Wagen die Kölner den Neunfang? In diesen Wahlkreisen wird's spannend.

Montage: Portraits von Marco Bülow, Jens Peik. Hintergrund Dortmunder U

Wahlkreis Dortmund I: Als Marco Bülow (links) bei der letzten Bundestagswahl den Wahlkreis Dortmund I direkt gewann, war er noch Sozialdemokrat. Jetzt nennt er sich "sozialer Demokrat" und tritt für Die PARTEI an. In der SPD fühlte er sich nicht mehr zu Hause. Deshalb schicken die Sozialdemokraten nun Jens Peick ins Rennen. Kann er den Platz von Bülow einnehmen? Oder gewinnt am Ende gar keiner der beiden?

Wahlkreis Dortmund I: Als Marco Bülow (links) bei der letzten Bundestagswahl den Wahlkreis Dortmund I direkt gewann, war er noch Sozialdemokrat. Jetzt nennt er sich "sozialer Demokrat" und tritt für Die PARTEI an. In der SPD fühlte er sich nicht mehr zu Hause. Deshalb schicken die Sozialdemokraten nun Jens Peick ins Rennen. Kann er den Platz von Bülow einnehmen? Oder gewinnt am Ende gar keiner der beiden?

Wahlkreis Essen III: Matthias Hauer (CDU, links) hat bei der letzten Bundestagswahl etwas geschafft, was niemandem sonst gelang: Er holte für die CDU das einzige Direktmandat im Ruhrgebiet. Gereon Wolters (SPD) wird hingegen nun versuchen, auch diesen Wahlkreis rot einzufärben.

Wahlkreis Köln IV: Seit 2005 hat Karl Lauterbach (SPD) seinen Wahlkreis stets direkt gewonnen. Das müsste er auch jetzt wieder, denn die SPD hat ihm einen sicheren Listenplatz verwehrt. Neben Leverkusen umfasst der Wahlkreis aber auch Köln-Mülheim. Und Serap Güler (CDU, Mitte), Staatssekretärin für Integration im NRW-Familienministerium, werden ebenfalls gute Chancen eingeräumt. Nyke Slawik von den Grünen könnte bei ihrer Wahl die erste Transfrau im Bundestag werden.

Wahlkreis Bonn: Bonn war lange der Wahlkreis von Ulrich Kelber (SPD). Fünf Mal hatte er hier das Direktmandat geholt. Seit 2019 ist er aber Datenschutzbeauftragter - und sein Platz damit frei. Wird die neue Juso-Vorsitzende Jessica Rosenthal (SPD, links) ihm nachfolgen? Oder haben Kandidaten anderer Parteien nun eine Chance, wie etwa Christoph Jansen (CDU) oder Katrin Uhlig (Grüne)?

Wahlkreis Duisburg II: Spannend dürfte hier neben dem Ergebnis vor allem die Wahlbeteiligung werden. In Duisburg II gingen bei der letzten Bundestagswahl 2017 weniger als zwei Drittel der Wählerinnen und Wähler zur Wahl. Die Wahlbeteiligung lag hier mit 64,7 Prozent bundesweit am niedrigsten. Zum Vergleich: In NRW lag die Wahlbeteilung im Schnitt bei 75,4 Prozent.

Wahlkreis Köln I: Setzen die Wählerinnen und Wähler hier auf Erfahrung oder Neuanfang? Karsten Möring (CDU) ist mit seinen 71 Jahren nicht nur reich an Lebenserfahrung, auch den Bundestag kennt er bereits seit 2013. Seinen Platz dort möchte nun aber die 34-jährige Sanae Abdi (SPD, Mitte) einnehmen. Außer ihr bewirbt sich unter anderem auch die 29-jährige Lisa-Marie Friede (Grüne) um den Platz.

Wahlkreis Gütersloh II: Eigentlich sollte Michael Weber hier für die CDU antreten, wegen eines Formfehlers musste die Kandidatenaufstellung aber wiederholt werden. Und dann gewann aber Angelika Westerwelle (CDU), so dass die größeren Parteien hier nun drei Frauen ins Rennen schicken. Neben Westerwelle (links) tritt Wiebke Esdar für die SPD und Britta Haßelmann (rechts) für die Grünen an.

Wahlkreise Gütersloh I und Paderborn: Nein, diese beiden Herren treten nicht in einem Wahlkreis gegeneinander an - haben aber dennoch etwas gemeinsam: Sie haben ihren Wahlkreis bei der letzten Bundestagswahl mehr als deutlich gewonnen. Ralph Brinkhaus (CDU, links) wurde im Wahlkreis Gütersloh I mit 46,6 Prozent gewählt, Carsten Linnemann (CDU) in Paderborn mit 53,5 Prozent. Ob sie den Erfolg in diesem Jahr wiederholen können?

Wahlkreis Gelsenkirchen: Mit Spannung dürfte hier das Abschneiden von Jörg Schneider (AfD, unten rechts) erwartet werden. Bei der letzten Bundestagswahl holte die AfD hier mit 17 Prozent der Zweitstimmen das beste Ergebnis in ganz Westdeutschland. In einem Wahllokal waren es sogar 27 Prozent. Schneider tritt an gegen Laura Rosen (CDU, oben links), Markus Töns (SPD, oben Mitte), Marco Buschmann (FDP, oben rechts) und Irene Mihalic (Grüne, unten links).

Wahlkreis Aachen I: Bekannt wurde der Wahlkreis nicht, weil Rudolf Henke (CDU, links) hier bei der letzten Bundestagswahl knapp gewann. Bekannt wurde er, weil ein anderer hier nicht antreten will: Der CDU-Parteichef, Kanzlerkandidat und Aachener Armin Laschet wollte Henke den Wahlkreis nicht abnehmen - und ist damit nur über die CDU-Landesliste wählbar. Ob das reicht, um in den Bundestag gewählt zu werden? Henke wird's freuen, er kann in Aachen nun u.a. gegen Ye-One Rhie (SPD, Mitte) und Oliver Krischer (Grüne) antreten.

Wahlkreis Märkischer Kreis II: Lange kannte der Wahlkreis nur eine erfolgreiche Bewerberin: Dagmar Freitag (SPD). Doch die tritt nicht mehr an, zudem war der letzte Sieg äußerst knapp. Nur 54 Stimmen trennten sie von der CDU. Die möchte den Wahlkreis nun auch einmal direkt gewinnen und schickt CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak (links) ins Rennen. Für die SPD bewirbt sich Bettina Lugk um das Direktmandat.

Stand: 17.09.2021, 06:00