Buchhandlungspreis: Gewinner aus NRW erklärt Erfolgsgeheimnis

Bücherregale und Verkaufsstände mit Spielen im Buchgeschäft von Mike Altwickel

Buchhandlungspreis: Gewinner aus NRW erklärt Erfolgsgeheimnis

Von Markus Meyer-Gehlen

In dieser Pandemie werden mehr Bücher gelesen - zeitgleich ringen Buchhändler um die beste Strategie, um gegen Großkonzerne bestehen zu können. Ein Preisträger aus NRW erklärt sein Erfolgsgeheimnis.

"Wenn wir gerade physisch nicht reisen können, dann sollten wir uns in der Fantasie auf die Reise begeben, nach der man sich sehnt" Das sagt Staatsministerin Monika Grütters, Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien.

Bereits zum dritten Mal verleiht sie den den Deutschen Buchhandlungspreis: auch an das Buchgeschäft "Hansen & Kröger" aus Wiehl im Bergischen Land. Es erhält, zusammen mit anderen Buchhandlungen bundesweit, ein Gütesiegel und 7.000 Euro. Mike Altwicker ist das Gesicht des Ladens und spricht mit uns im Interview über seine Strategie.

Herr Altwicker, Sie erhalten die Auszeichnung schon zum dritten Mal, 2015 und 2016 gehörten Sie ebenfalls zu den Preisträgern. Woran liegt’s?

Ich glaube, dass wir einfach für eine Buchhandlung in unserer Größenordnung eine extrem gute Arbeit machen. Das liegt vor allem an den vielen, vielen Veranstaltungen, die wir in jedem Jahr anbieten – in diesem Jahr durch Corona und die sonstigen Einschränkungen natürlich leider nicht.

Aber sonst machen wir viele Lesungen und schaffen es immer wieder, prominente Gesichter in die Region zu holen, wir fördern auch unbekannte Autoren, die mit ihrem Erstlingswerk bei uns waren und hinterher große Namen werden. Ich glaube, dieses Veranstaltungskonzept überzeugt nach außen.

Ein Veranstaltungskonzept, das ja, wie Sie sagen, dieses Jahr nicht aufgeht. Wie verbringen Sie denn die Zeit, die Sie jetzt nicht damit füllen können?

In diesem Jahr bieten wir zum Beispiel digitale Lesungen an, zum Beispiel eine Reihe jeden Mittwoch – da waren ganz prominente auch internationale Namen dabei wie Robert Harris, Charlotte Link, aber auch ganz unbekannte Autoren. Wir haben in der Corona-Lockdown-Phase eine Lesung gemacht für Schulkinder, bei der sich wahnsinnig viele bergische Schulen online dazugeschaltet haben, das war ein großer Erfolg. Es gibt also sicherlich Wege, die Menschen in dieser Phase zum Lesen zu animieren und wir nutzen die unterschiedlichsten Kanäle dafür. Ich kann sagen, das funktioniert ganz gut.

Bücher verkaufen in der Pandemie funktioniert also anders. Lesen die Menschen auch anders?

Ob sie anders lesen, das kann ich nicht sagen. Sie lesen mehr. Ich hab das Gefühl, viele Menschen, die das Lesen über Jahre hinweg in ihrem Alltag nicht mehr unterbringen konnten, die fangen wieder an zu lesen, weil sie mehr Zeit haben. Es ist ein Medium, das einen auch einlädt, in ferne Länder zu reisen, ohne dass man sich vom Sofa wegbewegt. Ob die Leute jetzt alle nur seichte Unterhaltung lesen, um die Katastrophe zu verdrängen, das würde ich nicht bejahen.

Sie klingen zuversichtlich, dass das alles gut ausgehen wird für Sie und Ihre Branche.

Ich kann ja nur für uns sprechen. Ich hab Stand jetzt, für 2020 ein gutes Gefühl. Man weiß nicht, wie das sein wird, wenn es 2021 so weitergeht wie in diesem Jahr. Ich muss mir als Käufer immer die Frage stellen: Wie interessant will ich meine Stadt gestalten und das tun in diesen beiden Kommunen, glaube ich, sehr viele Menschen und kommen zu uns und kaufen bei uns ein.

Stand: 29.11.2020, 17:06

Aktuelle TV-Sendungen