Die wichtigsten Fakten zur Braunkohle in NRW

Ein Bagger fährt vor der Kulisse des RWE-Kraftwerkes Niederaußem durch den Tagebau Garzweiler in der Nähe von Grevenbroich Braunkohle

Die wichtigsten Fakten zur Braunkohle in NRW

Von Sabine Tenta

  • Wo wird in NRW Kohle abgebaut?
  • Wie viele Dörfer wurden umgesiedelt?
  • Wie lange darf noch abgebaut werden?

Warum ist die Braunkohle so umstritten?

Fossile Energiestoffe wie die Braunkohle produzieren einen hohen CO2-Ausstoß. Zudem ist der Abbau mit massiven Eingriffen verbunden: Dörfer werden umgesiedelt, Wälder abgeholzt, Grundwasser abgesenkt und Landschaften großflächig abgetragen.

Wo wird in NRW Braunkohle abgebaut?

Der Hambacher Wald am Tagebau

Tagebau Hambach

In NRW wird im Rheinischen Revier Braunkohle zwischen dem Städtedreieck Aachen, Köln, Mönchengladbach abgebaut.
Hier betreibt RWE die Tagebaue Hambach, Garzweiler und Inden.

Jährlich fördert RWE dort nach eigenen Angaben rund 100 Millionen Tonnen Braunkohle.

Wie viele Braunkohle-Kraftwerke gibt es in NRW?

Die größten Kraftwerke betreibt RWE an diesen Standorten (in Klammern die Daten der Inbetriebnahmen):

  • Knapsacker Hügel/Berrenrath (1992)
  • Niederaußem (1963 - 2003)
  • Weisweiler (1955 - 1975)
  • Neurath (1972 - 1976, 2012)

Das RWE-Kraftwerk Frimmersdorf (1955 - 1970) ging 2017 in "Sicherheitsbereitschaft", es kann kurzfristig wieder hochgefahren werden. 2021 wird es stillgelegt. In den nächsten beiden Jahren gehen weitere RWE-Blöcke in Sicherheitsbereitschaft.

Darüber hinaus gibt es mehrere kleine Braunkohle-Kraftwerke unterschiedlicher Betreiber.

Wie viele Arbeitsplätze hängen an der Braunkohle?

Nach Angaben des Bundesverbands Braunkohle arbeiten im Rheinischen Revier rund 10.000 Beschäftigte (Stand August 2018). Zum Vergleich: Im Bereich der erneuerbaren Energien sind in NRW laut Branchenverband LEE rund 44.000 Menschen beschäftigt (Stand März 2018).

Braucht NRW den Strom aus Braunkohle?

Stromleitungen

Welchen Strom brauchen wir?

Diese Frage ist umstritten. Zur Zeit wird rund ein Viertel des Stroms in NRW aus Braunkohle gewonnen. Aktuell wird aber auch Strom aus NRW exportiert.

Umweltfreundlichere neue Gaskraftwerke sind teilweise nicht in Betrieb wegen der Braunkohle-Konkurrenz, die deutlich günstiger Strom erzeugt.

Der Anteil erneuerbarer Energien beträgt in NRW nur 12,5 Prozent, bundesweit liegt er bei 36 Prozent.

Wie viele Orte wurden bislang umgesiedelt?

RWE hat auf Nachfrage keine Zahlen genannt. Laut BUND NRW wurden bis heute über 100 Siedlungen zerstört. Mehr als 44.000 Menschen seien davon betroffen.

Wie lange wird noch Braunkohle abgebaut?

Die Landesregierung hat den Abbau in NRW bis 2045 genehmigt. Der Weltklimarat mahnte jüngst einen Kohle-Ausstieg bis 2030 an, um die Erderwärmung auf 1,5 Grad begrenzen zu können.

Eine Experten-Kommission soll in Berlin bis zum Jahresende einen Zeitplan für den Ausstieg erarbeiten. So lange will auch die Landesregierung keine andere Entscheidung treffen.

Früherer Kohleausstieg nur unter Bedingungen

WDR 2 10.10.2018 03:46 Min. Verfügbar bis 10.10.2019 WDR 2

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Autos, Fleisch, Billigflüge - Was ist uns der Klimaschutz wert? eins zu eins 10.10.2018 29:01 Min. Verfügbar bis 10.10.2019 WDR

Stand: 13.10.2018, 06:00

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