Borkenkäfer fressen sich durch geschwächte NRW-Wälder

Abgestorbene Fichten und Schmetterling

Borkenkäfer fressen sich durch geschwächte NRW-Wälder

Er frisst und frisst und frisst. Mit riesigem Appetit beißt sich der Borkenkäfer weiter durch die Wälder. Das Insekt hat leichtes Spiel. Die Wälder sind viel zu trocken.

Im dritten Sommer in Folge hat sich der Borkenkäfer durch die Wälder gefressen und große Teile der Fichtenbestände in NRW vernichtet. Entspannung ist nicht in Sicht: Die Wälder sind zu trocken.

30 Prozent der Fichten zerstört

Die Bäume seien weiterhin derartig durch Trockenheit geschwächt, dass sie sich auch im nächsten Jahr nicht gegen den Befall zur Wehr setzen könnten, sagte Michael Blaschke, Sprecher vom Landesforstbetrieb Wald und Holz.

Besonders betroffen waren einst fichtenreiche Wälder im Sauer- und Siegerland, aber auch im Eggegebirge im Nordosten des Bundeslandes, im Oberbergischen und Rhein-Erft-Kreis seien große Mengen Nadelwald kaputtgefressen. Die Experten von Wald und Holz gehen davon aus, dass mittlerweile 30 Prozent der Fichtenbestände zerstört sind.

Käfer, Stürme, Hitze - nur Dauerregen könnte helfen

Borkenkäfer

Immer hungrig: Borkenkäfer

"Es müsste durchgehend bis März Nieselregen geben, um dem Borkenkäfer bei uns etwas entgegensetzen zu können", sagte Blaschke zur Situation in NRW. Im Waldboden bestehe ein gewaltiges Wasserdefizit, entsprechend anfällig seien die gestressten Bäume. Zu trockene Fichten produzieren zu wenig Harz, der normalerweise gegen Käferfraß schützt.

Nach jüngsten Angaben der Landesregierung hat der Borkenkäfer damit seit dem Beginn der Plage im Frühjahr 2018 inzwischen 27,6 Millionen Kubikmeter Holz vernichtet. Trockenheit und Stürme haben ihr Übriges getan und machen auch anderen Baumarten schwer zu schaffen, etwa der Buche.

Stand: 03.10.2020, 10:11

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