Mit Fichten-Kahlschlag gegen Borkenkäferplage

Borkenkäfer

Mit Fichten-Kahlschlag gegen Borkenkäferplage

  • Neue Borkenkäfer-Invasion in NRW-Wäldern befürchtet
  • Regierung hat Expertengruppen eingesetzt
  • Befallene Fichten müssen geschlagen werden
  • Schmuddelwetter hilft im Kampf gegen den gefräßigen Käfer

Millionen von Borkenkäfern sitzen in NRW-Wäldern bereits in den Startlöchern. Schmuddeliges Wetter könnte die befürchtete Plage noch aufhalten. Aber der Wettlauf gegen den Käfer hat schon begonnen. Schon jetzt will sich das Land in einer konzertierten Aktion auf eine mögliche Borkenkäferplage in diesem Sommer vorbereiten.

Feuchtes Wetter begünstigt Pilzbefall

In den nächsten Wochen werde sich je nach Wetter entscheiden, ob es erneut zu einem dramatischen Befall von Fichten komme, sagte der Sprecher des Landesbetriebs Wald und Holz, Michael Blaschke am Samstag (02.03.2019).

Viele Millionen Käfer überwinterten im Boden oder hinter den Rinden von Fichten. "Wenn das Wetter in den nächsten Wochen schmuddelig wird - knapp unter zehn Grad und feucht - sind das ideale Bedingungen für Pilze. Die würden dann die Käfer befallen und abtöten." Je weniger Käfer den Winter überlebten, desto besser sei das für den Wald. Die Vermehrung beginnt im April mit dem Flug der Käfer, die sich dann in die Baumrinden einbohren.

Task Force Käfer

Zwei Expertengruppen arbeiten an einem Gefahren-Management. Im vergangenen Jahr hatte es in NRW den stärksten Borkenkäfer-Befall der Nachkriegszeit gegeben. Nach einem Bericht der "Task Force Käfer" des Umweltministeriums besteht ein Drittel des Waldes in NRW aus Fichten, die damit auch das wirtschaftliche Rückgrat vieler Forstbetriebe sind.

Schädlingsholz muss raus

Mit Hochdruck werden zurzeit befallene Fichten gefällt. Forstverwaltung, Waldbesitzer und Naturschützer schätzen, dass bis März rund zwei Millionen Kubikmeter Schädlingsholz bei der Fichte eingeschlagen sein werden.

Die Waldbauern in NRW rechnen damit, dass sie mit Fichten 2019 kein Geld verdienen werden. "Die Kosten werden die Einnahmen aufzehren", sagte Vorstand Eberhard von Wrede. Wegen des Überangebots von Fichtenholz durch das Sturmtief Frederike 2018 und durch den Borkenkäfer auch schon im vergangenen Jahr seien die Preise eingebrochen.

Klimawandel begünstigt Plage

Das Ausmaß der Borkenkäfer-Problematik hänge mit dem Klimawandel zusammen. Um den Wald so umzubauen, dass er dem Klima gewachsen ist, brauche es 100 Jahre. "Uns läuft die Zeit weg. Und jetzt vertrocknen uns die Fichtenbestände. Wir haben Liquiditätsengpässe, müssen aber auf der anderen Seite die Jungkulturen neu aufforsten, um klimadynamische Mischbestände zu haben."

Stand: 02.03.2019, 09:21

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