Masseninvasion von Borkenkäfern befürchtet

Masseninvasion von Borkenkäfern befürchtet

  • Heißer Sommer begünstigt Vermehrung des Borkenkäfers
  • Gestresste Fichten können sich nicht gegen Insekten wehren
  • Befallene Bäume müssen weg - mehr Platz für Laubbäume

Bei heißem und trockenem Wetter vermehren sich Borkenkäfer schneller: Statt der üblichen zwei Generationen gebe es jetzt noch eine dritte Generation, teilte der Landesbetrieb Wald und Holz NRW am Sonntag (12.08.2018) mit. Die größte Gefahr droht im Osten von Siegen-Wittgenstein und Hochsauerland: Diese Gebiete hat der Landesbetrieb auf seiner Borkenkäfer-Monitoring-Karte rot als Gefahrenstufe markiert.

Keine Harz-Reserve gegen Angreifer

Ein einziges Weibchen könne über drei Generationen mehr als 100.000 Nachkommen erzeugen. "Es ist zu befürchten, dass es zu einer Massenvermehrung kommt", sagte Sprecher Friedrich Louen. Gerade bei lang anhaltender Hitze und Trockenheit haben die Käfer leichtes Spiel gegen die gestressten Bäume. Die nämlich können nicht mehr genug Harz absondern, mit dem sie die Angreifer verkleben.

Befallene Bäume müssen fallen

Baumrinde mit Fraßspuren

Hier war der Borkenkäfer: Befallene Baumrinde

Landesweit sind die Förster in Alarmbereitschaft und laufen Patrouille: Sie suchen nach den kleinsten Spuren des Schädlings: Einem Hauch Bohrmehl etwa, wenn sich die Männchen durch die Rinde bohren, um das Nest anzulegen. Harz kann ein Anzeiger dafür sein oder die Hack-Spuren des Spechts, der die Larven pickt.

Wenn der Käfer in der Rinde sitzt, handeln die Förster im Wirtschaftswald sofort: "Befallene Bäume werden gefällt, bevor die nächste Generation als Käfer ausfliegt", erklärte Louen.

Käfer schaffen Platz für Laubwald

Ranger Sönke Twietmeyer blickt in den Wald

Eifel-Ranger: Sönke Twietmeyer

Im Nationalpark Eifel wird der Borkenkäfer wegen seines Heißhungers auf Nadelbäume auch als Helfer verstanden. Ziel ist hier nämlich die Entwicklung eines Buchenwaldes. Je mehr Fichten sterben, desto mehr Platz haben die Laubbäume. "Das bringt den Nationalpark voran und beschleunigt die gesamte Entwicklung ", so Ranger Sönke Twietmeyer vom Nationalpark Eifel.

Warmes Wetter: Der Borkenkäfer greift unsere Wälder an

WDR 5 Leonardo Top Themen | 30.06.2017 | 06:31 Min.

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Stand: 13.08.2018, 18:25