Elf Bomben an einem Tag: Werden aktuell besonders viele Blindgänger gefunden?

Ein entschärfter Blindgänger in Köln.  (Symbolfoto)

Elf Bomben an einem Tag: Werden aktuell besonders viele Blindgänger gefunden?

Bomben, Granaten und andere Munition: Auf solche Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg stoßen Bauarbeiter gerade beinahe täglich in NRW. Viele fragen sich: Hört das denn nie auf?

Es sind Nachrichten, die aufschrecken: Fliegergranate aus dem Zweiten Weltkrieg gefunden. Aus Sicherheitsgründen müssen Anwohner für die Zeit der Entschärfung ihre Wohnungen verlassen. Die Umgebung rund um den Fundort des Blindgängers riegelt die Polizei weiträumig ab. Für alle Betroffenen ist das alles andere als angenehm.

Gefühlt stoßen Bauarbeiter gerade sehr häufig auf Überbleibsel aus dem Zweiten Weltkrieg, der seit über 76 Jahren vorbei ist. Im Kölner Stadtteil Rondorf mussten am Donnerstag fünf Weltkriegsbomben entschärft werden, in Gelsenkirchen war es eine Bombe und in Dortmund waren es fünf Blindgänger, die unschädlich gemacht wurden. Elf Bomben an einem Tag.

NRW am stärksten mit Blindgängern belastet

NRW gilt als das mit Abstand am stärksten mit Blindgängern belastete Bundesland. Schätzungen zufolge sind 75.000 Tonnen Bomben im Zweiten Weltkrieg nicht explodiert. Um die Kampfmittelbeseitigung kümmern sich in NRW 90 Männer und Frauen bei den Bezirksregierungen in Düsseldorf und Arnsberg. Dass ihnen die Arbeit ausgeht, ist vorerst nicht zu erwarten.

Aktuell sei allerdings bei der Gesamtmenge an Bombenfunden keine Häufung festzustellen, sagt Beatrix Van Vlodrop von der Bezirksregierung Düsseldorf. Es komme immer mal wieder zu Schwankungen. Mal werden mehr, mal weniger Blindgänger entdeckt.

Entschärfen von Bomben ist gefährlich

Wobei die Entschärfungen alles andere als ungefährlich ist. "Bei jeder Entschärfung besteht das Risiko, dass die Bombe detoniert", erklärt Van Vlodrop. Daher kommt es auch so oft zu aufwändigen Evakuierungsaktionen, die nicht selten auch den Verkehr behindern, weil wichtige Straßen vorübergehend gesperrt werden müssen.

Bei jedem Fund müssen die Experten bewerten, ob der Zustand des Kampfmittels und vor allen Dingen der Zustand des Zünders einen Transport zulassen oder ob das Kampfmittel entschärft beziehungsweise gesprengt werden muss.

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Wann wird gesprengt, wann nicht?

Bei Aufschlagzündern kann es sein, dass der Zünder defekt oder deformiert ist und nicht sicher entfernt werden kann. "Handelt es sich um eine Bombe mit einem amerikanischen Langzeitzünder, wird diese von uns in jedem Fall gesprengt", so Van Vlodrop.

Diese Langzeitzünder verfügen ihren Angaben zufolge über einen besonders empfindlichen Zündmechanismus. "Deshalb vermeiden wir es, Bomben mit diesen Zündern überhaupt zu bewegen."

Wird es auch in Zukunft weiter Bombenfunde geben?

"Es gibt keinen Anlass anzunehmen, dass es nicht auch in 20 bis 30 Jahren Blindgängerfunde geben wird", sagt Van Vlodrop. Die Menschen in NRW werden sich also auch weiter auf regelmäßige Bombenfunde und Evakuierungen einstellen müssen.

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Stand: 28.10.2021, 19:41

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