Bei falscher Bombendrohung bis zu drei Jahre Haft

 Beamter mit Spürhund durchsucht einen Mülleimer in Gelsenkirchen

Bei falscher Bombendrohung bis zu drei Jahre Haft

  • Drohungen in Gelsenkirchen und Bielefeld
  • Hohe Geldstrafen möglich
  • "Movie Park"-Anrufer gestellt

Anonyme Anrufer haben am Donnerstag (04.04.2019) und am Mittwoch mit falschen Bombendrohungen große Polizeieinsätze in Gelsenkirchen ausgelöst. In Gelsenkirchen richtete sich die Drohung gegen eine Filiale des Modekaufhauses Primark.

Die Filiale und alle umliegenden Geschäfte in der belebten Einkaufsstraße wurden geräumt. Die Suche durch ein Großaufgebot der Polizei mit Spürhunden blieb ergebnislos - der Einsatz war erst nach drei Stunden beendet.

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In Bielefeld hatten Anrufer am Mittwochnachmittag vor versteckten Bomben im Rathaus und zwei Restaurants gewarnt. Der Einsatz war erst am Abend beendet.

Die beiden Fälle sind für die Polizei nichts Außergewöhnliches: Insgesamt gingen dem Presseportal der Polizeidienststellen zufolge seit Jahresbeginn in Deutschland rund 30 Bombendrohungen ein, die aufwendige Räum- und Suchaktionen zur Folge hatten.

Motivation unwichtig

Egal, ob die Urheber der Drohungen sich nur einen schlechten Scherz erlauben, oder bestimmten Personen oder Unternehmen gezielt schaden wollen: Sie alle riskieren hohe Freiheits- und Geldstrafen, sollten sie erwischt werden.

Eine Bombendrohung ist eine Straftat nach Paragraph 126 Strafgesetzbuch: "Störung des öffentlichen Friedens durch Androhung von Straftaten" kann mit bis zu drei Jahren Haft oder Geldstrafen geahndet werden.

Zusätzlich müssen Täter damit rechnen, dass sie auch die Kosten des Einsatzes tragen müssen - je nach Aufwand kann dabei eine hohe fünfstellige Summe herauskommen.

Hinzu kommen noch zivilrechtliche Ansprüche: Wird der Gelsenkirchener Anrufer ermittelt, könnten zum Beispiel Primark und andere Geschäfte den Verdienstausfall durch die Bombendrohung geltend machen.

Junger Mann ruiniert

Für einen 19-Jährigen, der im Oktober 2018 mit einer Bombendrohung eine Evakuierung des "Movie Park" in Bottrop ausgelöst hatte, dürfte der Streich den finanziellen Ruin bedeuten. Allein für den Polizeieinsatz wurden ihm kürzlich rund 22.000 Euro in Rechnung gestellt - und die Forderung des Freizeitparks dürfte noch um einiges höher liegen.

Oft verlaufen die Ermittlungen aber auch ins Leere. So sind die Urheber der Bombendrohungen, die in den vergangenen Monaten bei öffentlichen Einrichtungen wie Gerichten eingingen, noch nicht gefasst. Sie hatten ihre Schreiben, die mit rechtsextremistischen Parolen gespickt waren, per Mail geschickt und ihre Datenspuren verwischt.

Stand: 04.04.2019, 18:45

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