Umstrittene Steuergeschäfte: Ermittlungen bei Blackrock

Überschrift "Blackrock" vor Eingang der Firma.

Umstrittene Steuergeschäfte: Ermittlungen bei Blackrock

  • Durchsuchung bei Vermögensverwalter Blackrock
  • Kölner Staatsanwaltschaft ermittelt
  • Kein Verdacht gegen Aufsichtsrat Merz (CDU)

Die Staatsanwaltschaft Köln hat am Mittwoch (07.11.2018) bestätigt, Büros des weltgrößten Vermögensverwalters Blackrock in München durchsucht zu haben. Grund sei ein Ermittlungsverfahren zu Dividenden-Steuertricks ("Cum-Ex"), berichtete die Nachrichtenagentur Reuters. Die Kölner Ermittler, die sich um die bundesweiten "Cum-Ex"-Verfahren kümmern, nannten keine Details zu der Durchsuchung.

Ein Sprecher des US-Konzerns betonte nach der Durchsuchung am Dienstag (06.11.2018): "Blackrock arbeitet in einer laufenden Untersuchung im Zusammenhang mit Cum-Ex-Transaktionen im Zeitraum 2007 bis 2011 uneingeschränkt mit den Ermittlungsbehörden zusammen."

Merz verspricht Zusammenarbeit mit Ermittlern

Er habe in Deutschland den Blackrock-Vorstand "angewiesen, mit den Ermittlungsbehörden zusammenzuarbeiten und alle Dokumente auf den Tisch zu legen", sagte der Aufsichtsratsvorsitzende der BlackRock Asset Management Deutschland AG, Friedrich Merz. Er kandidiert aktuell für die Nachfolge von Angela Merkel als CDU-Vorsitzender.

Merz ist seit dem Frühjahr 2016 Aufsichtsratschef der deutschen Tochtergesellschaft von Blackrock. Die Kölner Staatsanwaltschaft teilte mit, gegen "Merz liegen keine Verdachtsmomente für die Begehung einer Straftat oder Ordnungswidrigkeit vor".

"Cum-Ex"-Geschäfte verursachten Steuerschaden in Milliardenhöhe

Bei "Cum-Ex"-Geschäften schieben Investoren rund um den Dividendenstichtag Aktien mit ("cum") und ohne ("ex") Ausschüttungsanspruch zwischen mehreren Beteiligten hin und her. Die Folge: Sie konnten sich so eine nur einmal gezahlte Kapitalertragssteuer mehrfach vom Fiskus erstatten lassen. Für die Steuerzahler entstand ein Schaden in Milliardenhöhe.

Merz hatte vergangene Woche in der "Süddeutschen Zeitung" solche Steuertricks verurteilt: "Aktiengeschäfte wie Cum-Ex und Cum-Cum dienen letztlich dazu, die Steuerzahler auszunehmen." Derartige Geschäfte seien vollkommen unmoralisch, unabhängig von der juristischen Bewertung, so Merz.

Aktiendeals auf Steuerzahlerkosten: Die unsauberen Geschäfte der Superreichen Monitor 25.02.2016 08:32 Min. Verfügbar bis 25.02.2099 Das Erste

Stand: 07.11.2018, 13:24

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