Analyse zu Black Friday: Innenstädte müssen digitaler werden

Zwei Frauen in einer sonst leeren Fußgängerzone, im Hintergrund Black Friday Werbung

Analyse zu Black Friday: Innenstädte müssen digitaler werden

Der Black Friday im Internet hat sich in den vergangenen Jahren auf die Innenstädte in NRW ausgewirkt. Auch die Einzelhändler dort lockten mit besonderen Angeboten. Jetzt zwingt sie die Corona-Krise, auch vermehrt online zu verkaufen.

Elektronikgeräte, Küchenmaschinen, Spielzeug und Kleidung - es gibt keine Kategorie, in der es am Black Friday keine Schnäppchen im Online-Handel gibt. Seit Jahren lockt die alljährliche Preisschlacht Ende November tausende Menschen ins Internet. Die einen schlagen dann spontan bei besonders guten Angeboten zu. Die anderen warten seit Wochen auf den Tag, um vor allem bei teuren Anschaffungen zu sparen.

Um dadurch nicht zu viele Kunden zu verlieren, reagierte der stationäre Einzelhandel in NRW in den vergangenen Jahren. "Der Black Friday ist mittlerweile kein reines Online-Phänomen mehr", sagt Carina Peretzke vom Handelsverband NRW. Mit besonderen Angeboten versuchten die Geschäfte die Kunden auch an diesem Tag in die Innenstädte zu locken.

Verkäufe in den Innenstädten brechen ein

Doch diese Taktik geht zum Start des Weihnachtsgeschäfts in diesem Jahr wegen der Corona-Pandemie nicht auf. Der Handelsverband Deutschland geht zwar davon aus, dass die Menschen trotzdem Geschenke einkaufen werden. "Unter den Bedingungen des Teil-Lockdowns erledigen sie ihre Einkäufe in vielen Branchen aber voraussichtlich oft lieber online“, so HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth.

Auch auf diese Entwicklung haben die Einzelhändler aber offenbar schon reagiert. Laut einer Umfrage des IT-Beratungsunternehmens Capgemini unter Händlern in Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Niederlande, Skandinavien und den USA haben 93 Prozent der Befragten für das Weihnachtsgeschäft bewusst ihr Online-Geschäft gestärkt.

Genaue Zahlen, ob dazu gerade auch kleinere Geschäfte in den Innenstädten in Deutschland oder NRW gehören, gibt es laut dem Handelsverband NRW und dem Institut für Handelsforschung (IFH Köln) nicht.

Online-Handel wächst stetig

Fest steht jedoch, dass die Umsätze im Einzelhandel in den Innenstädten seit dem Beginn des "Lockdown light" in den ersten drei Novemberwochen bereits um 30 Prozent zurück gingen, wie der HDE untersucht hat. Demnach hatten Kleidungsgeschäfte sogar Einbußen von bis zu 40 Prozent.

Gleichzeitig rechnet der Handelsverband damit, dass die Online-Umsätze in Deutschland allein am Black Friday und Cyber Monday auf 3,7 Milliarden Euro steigen - das sind 18 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

"Wir empfehlen daher auch Händlern in den Innenstädten, vermehrt in den Online-Handel einzusteigen", sagt Peretzke. Gleichzeitig würden die Kunden angehalten, häufiger mal zu schauen, ob nicht das Geschäft von nebenan auch einen Online-Shop hat.

Stand: 27.11.2020, 13:28

Aktuelle TV-Sendungen