Ein Jahr Ehe für alle - positive Bilanz

Ehe für alle

Ein Jahr Ehe für alle - positive Bilanz

  • 7.000 gleichgeschlechtliche Eheschließungen
  • Gemeinsame Adoption möglich
  • "Symbolische Strahlkraft in Gesellschaft"

Seit dem 1. Oktober 2017 können in Deutschland auch gleichgeschlechtliche Paare heiraten. Der Lesben- und Schwulenverband (LSVD) in NRW hatte dafür viele Jahre gekämpft. Er schätzt, dass es im vergangenen Jahr landesweit etwa 7.000 gleichgeschlechtliche Eheschließungen gegeben hat. Bundesweit gebe es keine exakten Zahlen, weil diese Daten nicht erhoben werden.

Hochzeitsboom in Köln

Nachfragen bei örtlichen Standesämtern zeigen aber, dass die Zahlen vergleichbar sind. Nur in Köln gab es einen regelrechten Hochzeitsboom: Mehr als 1.100 Paare gaben sich das Ja-Wort – in Düsseldorf waren es 369, in Wuppertal 139, in Münster 180 und in der kleinen bergischen Stadt Solingen immerhin 58 Paare. Gut die Hälfte lebte bereits vorher in einer eingetragenen Lebenspartnerschaft, die jetzt lediglich in eine Ehe übertragen wurde.

Auswirkungen auch auf Adoptionsrecht

Mit der Gleichstellung hat sich auch das Adoptionsrecht für gleichgeschlechtliche Ehepaare geändert: Erstmals ist eine gemeinsame Adoption möglich. Bislang musste einer der Partner allein die Adoption vornehmen und erst nach der Vollendung konnte der andere Partner das Kind ebenfalls rechtlich annehmen. Trotzdem gebe es gerade beim Familienrecht noch viel zu tun, so der Verband. So müsse etwa bei Kindern, die in einer lesbischen Ehe geboren werden, die Partnerin noch immer nachträglich das Kind adoptieren.

Meilenstein zur Akzeptanz

Insgesamt habe sich gezeigt, dass die Öffnung der Ehe zu mehr Akzeptanz von Lesben und Schwulen geführt habe. Der Ansicht ist zumindest Markus Ulrich, Sprecher des LSVD. Es habe eine Strahlkraft in die Gesellschaft gegeben, die zwar nicht wissenschaftlich messbar, aber fühlbar sei.

Stand: 01.10.2018, 17:01

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