"Task Force" gegen Probleme im Strafvollzug

Task Force für Gefängnisse in NRW

"Task Force" gegen Probleme im Strafvollzug

  • "Innovative Konzepte", um beispielsweise Drogenkonsum zu unterbinden
  • Bau von mehr Anstalten und Einstellung von Personal
  • Gewerkschaft: 400 Stellen in NRW im Strafvollzug unbesetzt

NRW-Justizminister Peter Biesenbach (CDU) hat am Mittwoch (08.08.2018) in Düsseldorf eine "Task Force" vorgestellt, die drängende Probleme im Strafvollzug effektiver bewältigen soll.

So soll sie innovative Konzepte für Vollzugsprobleme erarbeiten - beispielsweise könnten Hunde eingesetzt werden, die hinter Gittern Drogen und Handys erschnüffeln oder Kameras, die Suizidversuche erkennen.

Neue Wege im Strafvollzug

WDR 5 Westblick - Interview | 08.08.2018 | 06:58 Min.

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Zudem soll die Task Force Ansprechpartner für die rund 8.800 Beschäftigten in den Anstalten sei. Biesenbach kündigte weiter an, dass er neue Gefängnisse bauen will, um Überbelegungen zu vermeiden. Der Bund der Strafvollzugsbediensteten NRW hatte bemängelt, dass die Überbelegung die Beschäftigten unter Druck setzt. Das sagte der Landesvorsitzende Peter Brock gegenüber der Deutschen Presse-Agentur.

Personalmangel und hohe Belastungen

Zudem kündigte Justizminister Biesenbach an, weitere Stellen im Justizvollzug zu schaffen. Schon jetzt gibt es laut Peter Brock aber im allgemeinen Vollzugsdienst etwa 400 offene Stellen.

Der Beruf des Justizvollzugsbeamten erfordere erhebliche körperliche, psychische und intellektuelle Voraussetzungen, meint der Gewerkschafter. Der Job gelte aber nicht als attraktiv, Werbekampagnen und attraktive Arbeitsbedingungen seien daher nötig.

In NRW gibt es 36 Justizvollzugsanstalten mit 18.500 Plätzen sowie fünf Jugendarrestanstalten mit knapp 240 Plätzen. 72 Prozent der Strafgefangenen sind erwachsen. Mit 94 Prozent sind die allermeisten Insassen Männer. 37 Prozent sind ausländische Gefangene.

Stand: 08.08.2018, 10:06

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