Weihnachtszeit: Bettelbanden in NRW-Städten aktiv

Weihnachtszeit: Bettelbanden in NRW-Städten aktiv

  • Polizei warnt vor osteuropäischen Spendensammlern
  • Aggressives Betteln ist verboten
  • Mehr Security auf Weihnachtsmärkten soll helfen

Im westfälischen Steinhagen waren Ende November bettelnde Männer und Frauen aus Rumänien unterwegs. Sie hielten Plakate vor, auf denen sie um Spenden für Gehörlose und Taubstumme baten. Andere bettelten Passanten auf aggressive Weise an.

"Vorweihnachtliches Phänomen"

Weihnachtsmarkt in der Kölner Altstadt

Weihnachtsmarkt in der Kölner Altstadt

"Es gibt tatsächlich keine gemeinnützigen Organisationen. Das eingesammelte Geld wird niemandem gespendet. Die Tätergruppe wird das Geld für sich selbst nutzen", sagte Polizeisprecherin Katharina Felsch am Freitag (07.12.2018). Für sie ist die Bettelmasche vor allem ein "vorweihnachtliches Phänomen". Die Städte seien voller als sonst und die Spendenbereitschaft wohl auch höher.

Banden ziehen weiter

In Steinhagen gab es am Ende Platzverweise. Doch die Banden, so Felsch, zögen weiter: "Die sind gut organisiert und lassen sich ihr Berufsfeld nicht so einfach kaputtmachen."

Manchmal bliebe es auch nicht beim Betteln. "Bietet sich eine günstige Gelegenheit, greifen die Täter in die Portemonnaies und Taschen, um Geld oder andere Wertgegenstände zu entwenden." Stilles Betteln ist grundsätzlich erlaubt, aggressives Betteln mit Anfassen oder Hinterherlaufen nicht. Das regelt der Paragraph 14 des Ordnungsbehördengesetzes unter dem Stichpunkt "Störung der öffentlichen Ordnung".

Verschärfte Strafen

In Essen geht man bereits seit 2017 härter gegen aggressive Bettler vor. Einzelhändler und Bürger hatten sich immer häufiger beschwert. Der Rat der Stadt hat eine deutlich verschärfte Verordnung beschlossen.

Wer in Essen zum Beispiel mit Kindern oder Tieren bettelt, muss mit einer Strafe von bis zu 1.000 Euro rechnen. "Aber jede Verordnung steht und fällt mit der Überprüfung", sagt Marc Heistermann vom Handelsverband Ruhr. Inzwischen würde in Essen weniger gebettelt: "Auf Null kriegen Sie das aber nicht."

Mehr Security schreckt Bettler

Auf manchem Weihnachtsmarkt ist aggressives Betteln derzeit offensichtlich kein Thema. "Bei uns hat sich noch kein Markthändler beschwert", sagt Verena Winkelhaus vom Markthandel- und Schaustellerverband Westfalen, der den Dortmunder Weihnachtsmarkt veranstaltet.

Ein Grund, so schätzt die Geschäftsführerin, seien wohl auch die erhöhten Sicherheitsvorkehrungen seit dem Berliner Anschlag. "Bei uns sind auch mehr Streifen und Zivilbeamte unterwegs."

Ähnlich beurteilt die Situation auch Birgit Grothues von der Kölner Weihnachtsmarktgesellschaft. "Seitdem die Polizeipräsenz größer ist, ist aggressives Betteln auf dem Markt eigentlich kein Thema mehr. Auch die Taschendiebstähle gehen zurück."

Stand: 07.12.2018, 15:37

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