Missbrauchsskandal Bergisch Gladbach: Krefelder und Viersener vor Gericht

Missbrauchsskandal Bergisch Gladbach: Krefelder und Viersener vor Gericht

  • Erster Prozesstag um Kindesmissbrauch Bergisch Gladbach
  • Zwei Männer aus Viersen und Krefeld angeklagt
  • Tochter und Nichte sollen jahrelang missbraucht worden sein

Vor dem Landgericht Mönchengladbach hat am Mittwoch (29.04.2020) der landesweit erste Prozess zu dem Missbrauchsskandal begonnen, der zuerst in Bergisch Gladbach bekannt wurde. Angeklagt sind zwei 39-jährige Männer aus Krefeld und Viersen.

Den Männern wird unter anderem sexueller Missbrauch von Kindern in 79 Fällen vorgeworfen. Sie sind auch wegen der Herstellung, Verbreitung und des Besitzes kinderpornografischer Schriften angeklagt.

An Tochter und Nichte vergangen

Der Mann aus Krefeld hat sich laut Anklage seit 2016 regelmäßig schwer an seiner Tochter vergangen, wenn sie bei ihm zu Besuch war. Die Eltern lebten getrennt.

Der Angeklagte aus Viersen soll seine Nichte seit 2015 immer wieder missbraucht haben - teilweise auch vor den Augen des kleines Geschwisterkindes. Die Eltern hatten ihm die Kinder offenbar öfter über mehrere Tage anvertraut.

Die beiden missbrauchten Mädchen waren nach Angaben des Gerichts beim Tatzeitraum sechs bis elf Jahre alt.

Gemeinsame Treffen seit 2017

Kennengelernt hätten sich die Angeklagten 2017 über eine Internetplattform für Pädophile. Ab dem Frühjahr 2017 sollen sie immer wieder Treffen arrangiert haben, bei denen sie die beiden Mädchen teilweise auch gemeinsam schwer missbraucht haben sollen.

Dazu hätten die beiden Männer auch ein System etabliert, das gezielt auf Belohnung und Gewöhnung ausgerichtet war - mit Geld- und Sachgeschenken.

Riesige Datenmengen ausgewertet

In dem Missbrauchsskandal werteten mehr als 200 Ermittler seit Ende 2019 riesige Menge an Datenmaterial aus: Dutzende Männer sollen Kinder missbraucht und gefilmt haben, teilweise wurden die Kinder wohl auch über geheime Internetforen untereinander ausgetauscht. Inzwischen wird in ganz Deutschland ermittelt - allein in NRW gegen mindestens 23 Verdächtige.

Nach Angaben von Polizei und Staatsanwaltschaft befinden sich neun der Verdächtigen in Untersuchungshaft. Bis Mitte September 2020 sind 19 Verhandlungstage angesetzt.

Männer vor Landgericht wegen Missbrauch

00:40 Min. Verfügbar bis 29.04.2021


Stand: 29.04.2020, 13:45

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