Abschied von der Steinkohle: Gottesdienst in Essen

20.12.2018, Nordrhein-Westfalen, Essen:20.12.2018: Bergleute der Zeche Prosper-Haniel tragen die Barbara-Figur (Schutzheilige des Bergbaus) in den Essener Dom.

Abschied von der Steinkohle: Gottesdienst in Essen

Von Lisa Kurschilgen

  • Abschied vom deutschen Steinkohlenbergbau im Ruhrgebiet
  • Gottesdienst im Essener Dom mit vielen Ehrengästen
  • Barbara-Statue aus 1.200 Metern Tiefe in den Dom geholt

Mit einem feierlichen Gottesdienst haben die Kirchen im Ruhrgebiet am Donnerstag (20.12.2018) Abschied vom deutschen Steinkohlenbergbau genommen. Nach 200 Jahren Industriegeschichte stellen die bundesweit letzten Zechen in Bottrop und Ibbenbüren am Freitag (21.12.2018) offiziell die Kohleförderung ein.

Am Donnerstag hatten die evangelische und die katholische Kirche im Ruhrgebiet um 17.00 Uhr zu einem Gottesdienst im Essener Dom eingeladen. Hierzu hat Ruhrbischof Overbeck gemeinsam mit dem Präses der evangelischen Kirche im Rheinland eine Predigt gehalten.

Predigt über den Zusammenhalt im Bergbau

Nach 200 Jahren gehe jetzt eine Epoche zu Ende, so der evangelische rheinische Präses Manfred Rekowski. In der Dialogpredigt ging er besonders auf den Zusammenhalt unter Tage ein: "Wenn ich einen Wunsch frei hätte, dann dass diese Haltung nach dem Endes des Bergbaus auch über Tage prägend bleibt."

Barbara-Statue aus 1.200 Metern Tiefe

Einer der Höhepunkte: der feierliche Einzug der Bergleute in traditioneller Kleidung, begleitet vom Ruhrkohle-Chor. Dabei wurde die Barbara-Statue eigens 1.200 Metern Tiefe, von der 7. Sohle von Prosper-Haniel, in den Dom gebracht. Im Anschluss wird sie ihren Platz im Bergwerk wieder einnehmen.

Zum Abschiedsgottesdienst waren neben zahlreichen Bergleuten auch viele Ehrengäste aus Politik und Bergbau gekommen, darunter NRW-Ministerpräsident Armin Laschet. Im Anschluss an den Gottesdienst zogen die Teilnehmer in einer Prozession durch die Essener Fußgängerzone zur evangelischen Kreuzeskirche.

Stand: 20.12.2018, 19:03

Kommentare zum Thema

18 Kommentare

  • 18 von Minden Karl-Heinz 22.12.2018, 16:28 Uhr

    Alles Gute und Gesunde für die Zukunft wünscht ein Ehemalieger aus Essen - Heisingen -Buschkamp ;Berglehrlingsheim 1957.

  • 17 Maik Kubeczak 21.12.2018, 19:41 Uhr

    Ein herzliches Glückauf aus der Lausitz? Auch hier denken wir an die Kumpel im Ruhrpott und deswegen bin ich dabei: #lichtbeidernacht

  • 16 Stefan 21.12.2018, 13:39 Uhr

    Purer Aktionismus! Was ein Wahnsinn - die ganze "Energiewende" an sich schon, dazu baut man neue Kohlekraftwerke und holt die Kohle woher? Aus dem Ostblock oder sonst wo? Das ist dann ja ökologisch besonders sinnvoll mal ganz davon abgesehen das das Ruhrgebiet eh schon strukturell schwach ist. Eine deutsche Kernindustrie wird einfach aufgegeben... aber wahrscheinlich wieder mal "alternativlos"...

  • 15 Sommer Reinhard 21.12.2018, 06:50 Uhr

    Die Kohle war in Deutschland nicht mehr wirtschaftlich und ist zudem noch ein Stoff der bei der Verbrennung Co2 freisetzt. Jede Tonne die in der Erde bleibt ist gut !. Im Münsterland ist auch die komplette Textilindustrie nach Fernost ausgewandert und viele Tausende Arbeitsplätze da durch weggefallen. Ich kann mich nicht erinnern, das man hier im Münsterland, das so zelebriert hat, wie jetzt im Bergbau. Das gleiche gilt für die Landwirtschaft: Betriebe die Jahrhunderte bewirtschaftet wurden, müssen aufgeben, weil der Preisdruck zu gross wurde. Damit gehen jedesmal auch Strukturen verloren. Hier könnte die Landesregierung jedes Jahr einen Gottesdienst feiern. .

  • 14 Ralf Knoben 21.12.2018, 02:31 Uhr

    Sorry, aber ich kann die Kirche nicht mehr ernst nehmen! Schlimm dieses Theater der Kirche.

  • 13 Peter Gerdes 20.12.2018, 21:40 Uhr

    Auch im Sauerland wurde ein lichtbeidernacht angezündet zu Ehren derer die unser Land wieder gross gemacht haben! Ganz Deutschland sollte euch nicht vergessen! Glück Auf!

  • 12 Der Emscherhusar 20.12.2018, 20:38 Uhr

    Es ist gut, dass wir mit Armin Laschet einen Ministerpräsident haben, dessen Vater "Untertage" war und er dadurch auch das zu schätzen weiß was wir Bergleute für unser Land geleistet haben. Ich wünsche ihm zum Neuen Jahr weiterhin mit viel Kraft und Energie, damit er auch in Berlin erreicht, dass NRW wieder ein Land mit Zukunft wird. Dazu ein herzliches "Glück auf."

  • 11 Krause 20.12.2018, 19:37 Uhr

    Kann man den Abschiedsgottesdienst in der Kreuzeskirche irgendwo anschauen? Besten Gruß

    Antworten (1)
    • Jürgen Schindler 21.12.2018, 02:13 Uhr

      Versuchen Sie diesen Link: https://www1.wdr.de/nachrichten/bergbau/abschied-vom-deutschen-steinkohlenbergbau-im-ruhrgebiet-100.html

  • 10 Jürgen Schindler 20.12.2018, 18:58 Uhr

    Es geht etwas zu Ende, was nach dem 2. Weltkrieg Deutschland wieder aufgerichtet hat. Aber wie sagten die Kumpel - Glück auf! Das lässt sich in die Neuzeit interpretieren - Weiter für Neues!

  • 9 Johannes Neef 20.12.2018, 18:05 Uhr

    Ich kann es immer noch nicht fassen, die Steinkohle geht zu Ende, Brüder in der Steinkohle, ein letztes "Glück Auf"!

  • 8 chris 20.12.2018, 18:05 Uhr

    auch pungt17 uhr an geh macht

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