Weihnachtsmärkte öffnen immer früher - Kritik von Kirchen

Kirchen kritisieren frühe Weihnachtsmärkte WDR aktuell 22.11.2018 02:04 Min. Verfügbar bis 22.11.2019 WDR

Weihnachtsmärkte öffnen immer früher - Kritik von Kirchen

  • Start so früh wie noch nie
  • Kritik kommt von den Kirchen
  • "Adventszeit verliert das Besondere"

In den meisten Städten in Nordrhein-Westfalen öffnen die Weihnachtsmärkte erst nach Totensonntag. So geht es am Montag (26.11.2018) beispielsweise in Köln und Bielefeld los. Schon ab Donnerstag (22.11.2018) aber sind zum Beispiel in Bochum und Dortmund die Weihnachtsmärkte am Start.

Noch früher ging es etwa am vergangenen Donnerstag (15.11.2018) in Duisburg und Bottrop sowie am vergangenen Freitag (16.11.2018) in Essen los - so früh wie noch nie.

Bistum Essen sieht Entwertung

Die Kirchen stören sich an dem frühen Beginn. Die Märkte seien heute vor allem Marketinginstrument, um Menschen in die City zu locken, kritisiert Ulrich Lota, Pressesprecher des Bistums Essen. "Uns als gläubigen Christen ist es wichtig, bei all der Markttreiberei darauf hinzuweisen, dass Weihnachten nicht irgendeine kulturelle Lichtfeier am Jahresende ist, sondern das Fest der Geburt Jesu."

Im November, einem Monat, der von der Erinnerung an die Toten geprägt ist, mit Tagen wie Allerheiligen, Volkstrauertag und Totensonntag, sei es für Weihnachtsfeiern noch viel zu früh. Ähnlich sieht es auch die Evangelische Kirche.

"Wunsch der Bevölkerung vorhanden"

Anderer Ansicht ist Léon Finger, Organisator des Weihnachtsmarktes in Essen-Steele: "Der November ist - mit Ausnahme von Volkstrauertag und Totensonntag - schon lange kein Trauermonat mehr." Auch im November gebe es Kino, Fußball und andere Veranstaltungen.

In Essen-Steele, wo der Weihnachtsmarkt bereits am 9. November begann, sei der Weihnachtsmarkt schon seit jeher lange geöffnet. "Die ersten 14 Tage sind die besten", sagt Finger.

Konkurrenz verursacht Zeitdruck

"Die Entscheidung, eher zu beginnen, ist aufgrund der Konkurrenz aus Oberhausen und Duisburg getroffen worden", teilte Ina Will von der Essen Marketing GmbH (EMG) mit. "In diesen beiden Ruhrgebietsstädten sind die Märkte vergangene Woche ebenso gestartet."

Vorab Gespräche mit Domprobst

Die EMG hatte als Veranstalterin des ebenfalls früh gestarteten Internationalen Weihnachtsmarktes Essen nach eigenen Angaben im Vorfeld mit dem Essener Domprobst Thomas Zander sowie mit der Superintendentin des Kirchenkreises Essen, Marion Greve, über die Öffnungszeiten gesprochen.

"Als Kompromiss auf das frühe Öffnen des Marktes hatte man sich darauf geeinigt, dass der Weihnachtsmarkt am Totensonntag komplett geschlossen bliebe sowie am Volkstrauertag erst am Nachmittag öffnen würde", so Ina Will. "Mit dieser Lösung waren alle Seiten zum damaligen Zeitpunkt sehr zufrieden."

Faszination Weihnachtsmarkt Hier und heute 19.11.2018 08:32 Min. Verfügbar bis 19.11.2019 WDR

Stand: 22.11.2018, 13:50

Kommentare zum Thema

10 Kommentare

  • 10 Andreas Riedel 23.11.2018, 07:56 Uhr

    Die ewige Gier nach Geld und Mammon. Weihnachten ist die Geburt von Jesus-Christus. Darum geht es. Den man bei den Armen und Kranken findet. Wenn ich schon :"Wunsch der Bevölkerung" höre. Die sogenannte Bevölkerung soll sich mal am Kopf packen. "Sie machen sich allen Zauber selbst kaputt", so Hanns-Dieter Hüsch, dazu. Brezel gibt es erst am Martinstag und nicht schon Anfang September. So wie Klooskerle. Diese gibt es erst am 6. Dezember zu Nikolaus. Und nicht schon Anfang September. Die sogenannte Bevölkerung hat jedes Maß verloren. Gott sei Dank ist Weihnachten nicht verschiebbar. Aber auch da, sind sie schon dran. Kaum ist die Weihnachtszeit vorbei, stehen Mitte Januar schon die Osterhasen im Schaufenster. Traurige Bevölkerung. Die alles Maß längst verloren hat.

  • 9 Ja 22.11.2018, 21:53 Uhr

    Auf der einen Seite haben die Kirchen recht, ja. Aber auf der anderen Seite sind frühere Starts auch nachzuvollziehen, da die Stände nicht wie Geschäfte das ganze Jahr Zeit haben einnahmen zu generieren und diese in etwa sieben Tage für die Standbetreiber selber schon einen Unterschied machen können. Denn viele wissen nicht wie hoch zum Teil die Standkosten sind und was noch alles hinzukommt, je nach dem was man an seinem Stand anbietet.

  • 8 Ja 22.11.2018, 21:52 Uhr

    Auf der einen Seite haben die Kirchen recht, ja. Aber auf der anderen Seite sind frühere Starts auch nachzuvollziehen, da die Stände nicht wie Geschäfte das ganze Jahr Zeit haben einnahmen zu generieren und diese in etwa sieben Tage für die Standbetreiber selber schon einen Unterschied machen können. Denn viele wissen nicht wie hoch zum Teil die Standkosten sind und was noch alles hinzukommt, je nach dem was man an seinem Stand anbietet.

  • 7 Gabi Bifulco 22.11.2018, 17:51 Uhr

    Die Kirchen haben Recht! Weihnachten ist ein kirchliches Fest! Ich gehe auf keinen Weihnachtsmarkt vor dem 1. Advent. Ich lass mir Weihachten und den Advent nicht vom Kommerz oder von Menschen, die keine Ahnung haben, kaputt machen.

  • 6 Ralph Speck 22.11.2018, 17:46 Uhr

    Wann gibt es endlich Adventskränze mit fünf, besser gleich sechs, Kerzen?

  • 5 Birgit 22.11.2018, 16:43 Uhr

    Die Kirchen haben Recht! Wir können sie unterstützen indem wir einfach nicht hingehen!! Ich besuche den Weihnachtsmarkt erst ab dem 1. Advent

    Antworten (1)
    • Rudolph 22.11.2018, 21:59 Uhr

      Genau! Stimmen wir doch einfach mit den Füßen ab, wobei das ja längst passiert! Weihnachtsmärkte voll, Kirchenbänke leer. Insofern unterstütze ich damit auch gerne die Weihnachtsmärkte, wenn ich sie besuche, und angesichts vieler Termine vor Weihnachten gehe ich gerne dort auch früh hin. Da scheine ich ja nicht der einzige und in bester Gesellschaft zu sein. Nebenbei müssen die Budenbetreiber ihr Geld selbst verdienen und werden nicht staatlicherseits alimentiert.

  • 4 Anonym 22.11.2018, 15:52 Uhr

    Was wird denn angeboten an den Weihnachtsmärkten? Doch selten Dinge, die essentiell notwendig sind, um Weihnachten zu feiern. Die Kirchen haben keinen Alleinanspruch darauf, welche Traditionen gepflegt werden dürfen. Sie sollten nicht als Mahnende auftreten sondern als freundliche gottliebende Menschenfreunde.

  • 3 Joaix 22.11.2018, 15:27 Uhr

    die Kirchen sollen sich lieber mal um die aufarbeitung ihrer Missbrauchskandale kümmern, da gibt es genung zu tun...

    Antworten (1)
    • Peter Wackel 22.11.2018, 16:06 Uhr

      Am Thema kplt. vorbei.Setzen. Sechs.

  • 2 Marie 22.11.2018, 15:16 Uhr

    Meiner Meinung nach reicht es, wenn die Weihnachtsmärkte in der Woche vom ersten Advent öffnen; dieses Jahr also ab dem 26.11. Allerdings in das Weihnachtsfest in den letzten Jahren sowieso sehr kommerziell geworden. Welches Kind weiß denn heute noch WARUM wir Weihnachten feiern. Wegen den Geschenken?!!? Welches Kind geht denn heute noch in der Adventszeit in die Kirche? Die Geschenke sind immer am wichtigsten. Der Konsum ist vielen wichtiger als das eigentliche Fest; die Besinnung. Mir reichen ein oder zwei sehr schöne, besinnliche Weihnachtsmarktbesuche; am liebsten ohne Betrunkene an Glühweinständen.

    Antworten (1)
    • Thomas 22.11.2018, 16:11 Uhr

      Da kann ich Ihnen nur zustimmen, leider wissen immer weniger Menschen warum dieses besinnliche Fest begangen wird. Ich denke auch das ein Beginn der Märkte nach Totensonntag vollkommen ausreichenden ist. Ich für meinen Teil finde es aber noch viel schlimmer dass man schon im September in vielen Lebensmittelmärkten Weihnachtsgebäck und Weihnachtssüßigkeiten kaufen kann.

  • 1 atheist 22.11.2018, 14:29 Uhr

    Als ob die Kirche sonst keine Probleme hätte ...

    Antworten (1)
    • Atze 22.11.2018, 14:47 Uhr

      Die Kirche hat sicherlich eine ganze Reihe von Problemen, aber muss und soll sie denn alles schlucken und hinnehmen? Ich habe mit Kirche wenig am Hut, mir gefällt es aber, wenn sich Kirche positioniert. Die Worte könnten noch deutlicher sein. Weihnachten wird von vielen völlig falsch verstanden, mit Geschenken, Glitzer, Glühweinsauferei und Völlerei in eine Richtung getrieben, wohin es nicht gehört.

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