Monsanto-Listen: NRW-Datenschützer wollen Auskünfte

Monsanto-Listen: NRW-Datenschützer wollen Auskünfte

  • Monsanto soll Listen mit Kritikern geführt haben
  • NRW-Datenschutzbeauftrage fordert Aufklärung
  • Zunächst nur Sachverhaltsermittlung

Die nordrhein-westfälische Datenschutzbeauftragte Helga Block will vom Bayer-Konzern Aufklärung über die vom Tochterunternehmen Monsanto erstellten Listen mit Informationen zu Politikern, Journalisten und Interessengruppen. "Wir kennen den Fall bislang nur aus den Medien", sagte ein Sprecher am Mittwoch (22.05.2019).

Die Datenschutzbeauftragte habe den Konzern deshalb um Auskünfte aus erster Hand gebeten. Dabei handele es sich aber zunächst nur um eine Sachverhaltsermittlung, nicht um ein Verfahren etwa wegen der Verletzung von Datenschutzrechten.

Bayer distanziert sich

Der US-Konzern Monsanto hat vor der Übernahme durch Bayer nach bisherigen Ermittlungen in Frankreich, Deutschland, Italien, den Niederlanden, Polen, Spanien und Großbritannien Listen mit Kritikern erstellen lassen. Der Skandal um das "Stakeholder-Mapping"-Projekt von Monsanto war Mitte Mai im Zuge von Vorermittlungen der französischen Behörden hochgekocht. Diese verdächtigen den US-Saatgut- und Pestizidhersteller, illegal private Daten erfasst zu haben.

Bayer distanziert sich von dem Monsanto-Vorgehen und hat inzwischen die Anwaltskanzlei Sidley Austin mit der Aufklärung der Vorfälle beauftragt.

Bayer in der Krise Westpol 07.04.2019 UT DGS Verfügbar bis 07.04.2020 WDR

Stand: 22.05.2019, 10:45

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