Bauern demonstrieren mit mehr als 1.000 Traktoren in NRW

Bauern demonstrieren mit mehr als 1.000 Traktoren in NRW

  • Bauern demonstrieren gegen Agrarpolitik der Bundesregierung
  • Staffelfahrt mit Traktoren in vielen Städten NRWs
  • NRW-Landwirtschaftsministerin sieht auch Verbraucher in der Pflicht

Mit Traktoren haben Bauern aus NRW am Montag (25.11.2019) gegen die Agrarpläne der Bundesregierung protestiert. Gegen Mittag zählte die Polizei landesweit rund 1.200 Fahrzeuge, die auf verschiedenen Routen in Richtung Bielefeld unterwegs waren.

Landwirte aus allen Landesteilen dabei

Die Landwirte waren mit ihren Traktoren in Etappen unterwegs: unter anderem über Bonn, Köln, Düsseldorf und Dortmund bis nach Bielefeld zu einem Bürgerdialog.

Erster Schwerpunkt war Bonn, wo sich bereits am frühen Morgen protestierende Landwirte trafen. Manche Teilnehmer waren bereits in der Nacht losgefahren, etwa in Coesfeld. In Köln fuhren Bauern auf die Domplatte, wo die Landmaschinen gesegnet wurden. In Düsseldorf hatten sich am Vormittag rund 600 Landwirte mit Traktoren an der Messe zu einer Kundgebung getroffen.

Erhebliche Verkehrsstörungen vor allem im Ruhrgebiet

Besonders viele Fahrzeuge bewegten sich am Nachmittag durch das Ruhrgebiet. Vor allem in Essen und Bochum fuhren Bauern auf ihren Traktoren durch die Innenstädte. Die Bochumer Polizei berichtete von erheblichen Verkehrsstörungen. Auch hunderte Bauern aus dem Münsterland hatten sich auf den Weg nach Bielefeld gemacht – etwa 100 wollen weiter nach Berlin, um dort am Dienstag (26.11.2019) zu protestieren.

Bauernproteste: "Wir versuchen, in den Dialog zu kommen"

WDR 5 Morgenecho - Interview 26.11.2019 05:33 Min. Verfügbar bis 25.11.2020 WDR 5

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Agrarministerin Heinen-Esser sieht Verbraucher in der Pflicht

Die nordrhein-westfälische Landwirtschaftsministerin Ursula Heinen-Esser (CDU) rief Verbraucher und Handel auf, ihrer Verantwortung für eine nachhaltige Landwirtschaft gerecht zu werden: "Wir schaffen nur dann mehr Tierwohl, wenn tatsächlich die Preise stimmen."

Die Verbraucher seien gegen den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln und forderten mehr Tierwohl. "Aber sie rennen gleichzeitig zu den Discountern und wollen möglichst wenig für Fleisch und sonstige Produkte bezahlen", sagte die Ministerin. Das könne nicht funktioniere: "Wer mehr will, der muss dafür bezahlen."

Protest gegen Agrarpaket

Die Bauern protestieren gegen das Agrarpaket der Bundesregierung. Das sieht strengere Regeln beim Düngen mit Gülle und beim Insektenschutz vor. Die Bauern rechnen dadurch mit schlechteren Ernteerträgen und befürchten, dass sie ihre Gülle in Zukunft nicht mehr los werden.

Stand: 25.11.2019, 20:47

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