Hagener Bandidos klagen gegen Vereinsverbot

Motorrad wird abgeschleppt

Hagener Bandidos klagen gegen Vereinsverbot

Von Philip Raillon

Die Mitglieder des Hagener Bandidos-Ableger klagen gegen das Verbot ihres Vereins. Das hatte NRW-Innenminister Reul im April verhängt. Nun entscheidet das OVG.

Mit fast 500 Polizeibeamtinnen und -beamten ließ NRW-Innenminister Herbert Reul Mitte April Gebäude der Hagener Bandidos durchsuchen. Sie hatten auch das Verbot des Vereins im Gepäck. Die Beamten kontrollierten bei der Groß-Razzia Gebäude in Hagen, Dortmund und dem Märkischen Kreis.

Der Grund für die Maßnahme: Reul verdächtigte den Verein "Bandidos Motorcycle Hohenlimburg/Witten" und dessen Hagener Teilorganisation, eine kriminelle Vereinigung zu sein. Die Mitglieder stünden außerdem unter Verdacht, schwere Straftaten begangen zu haben.

Reul: Versuchter Mord, Körperverletzung und Schießereien

Razzia im Wohnhaus

„Auf das Konto der Mitglieder gehen versuchter Mord und gefährliche Körperverletzung sowie zahlreiche Verstöße gegen das Waffengesetz. Es gab Schießereien auf offener Straße", sagte Herbert Reul im April. Der Verein will das Verbot aber offenbar nicht akzeptieren.

Schild mit der Aufschrift "Oberverwaltungsgericht für das Land Nordrhein-Westfalen"

Die Bandidos und die Teilorganisation haben nun vor dem Oberverwaltungsgericht Münster geklagt. Das Gericht ist bei Vereinsverboten durch den NRW-Innenminister die erste Instanz. Eine Klagebegründung liege bislang noch nicht vor, sagte ein Gerichtssprecher am Dienstag.

Verein bleibt vorerst verboten

Es dürfte noch einige Monate dauern, bis das Gericht das Verbotsverfahren verhandelt. Bis dahin bleibt die Vereinsarbeit der Hagener Motorradrocker verboten. Der Verein hatte Mitte April 28 Mitglieder.

Stand: 18.05.2021, 16:10

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