Wenig Angst vor Corona: Die Bahnen sind wieder voll

Wenig Angst vor Corona: Die Bahnen sind wieder voll

Von Peter Hild

Die Züge auf den Pendlerstrecken in NRW sind wieder deutlich voller. Laut Bahn liegt die Auslastung bei 75 Prozent. Auf manchen Strecken herrscht Gedränge. Die meisten Pendler sehen das gelassen.

Die S-Bahn-Linie 6, kurz vor dem Düsseldorfer Hauptbahnhof, morgens gegen halb 8. Alle Sitzplätze sind belegt, und an den Türen stehen viele Menschen teilweise eng zusammen. Mindestabstand: Fehlanzeige. Die allermeisten halten sich an die Maskenpflicht und scheinen sich deswegen auch wenig Sorgen um eine Corona-Infektion zu machen.

"Dadurch, dass ich geimpft bin, fühle ich mich jetzt auch sicherer", sagt eine Pendlerin, die am Bahnhof Benrath einsteigt. Ein anderer Mitfahrer ergänzt: "Ich muss sagen, ich fühl mich mit Maske schon wohl, wenn alle FFP2-Masken tragen."

Bahn: Auslastung bei 75 Prozent des Vor-Corona-Niveaus

So wie die beiden Pendler in der Bahn nach Düsseldorf scheinen viele zu denken. Züge in NRW sind in den vergangenen Wochen wieder deutlich voller geworden. Die Bahn schreibt, im Regionalverkehr liege die Auslastung aktuell bei rund 75 Prozent des Vor-Corona-Niveaus.

Zu den Stoßzeiten ist es auf den zentralen Pendlerstrecken jedoch ziemlich voll. Und wenn in den Herbstferien wegen der vielen Baustellen Züge ausfallen oder umgeleitet werden, könnte es auf einigen Strecken noch enger werden, warnt der Fahrgastverband Pro Bahn NRW.

Keine 3G-Regel in der Bahn

Muss die Bahn da nicht mehr tun für die Sicherheit der Fahrgäste? Die Einführung zum Beispiel der 3G-Regel hatte der Konzern - wie auch viele Verbände - vor einigen Wochen abgelehnt. Die nötigen Kontrollen seien personell bei weitem nicht leistbar, hieß es. Aktuell teilt die Bahn mit, das Personal versuche, die Passagiere bestmöglich in den Zügen zu verteilen.

Andreas Schröder vom Fahrgastverband Pro Bahn nimmt die Bahn in Schutz. Sie könne nicht einfach mehr Züge fahren lassen, um das Fahrgastaufkommen zu entzerren, so Schröder.

Stattdessen appelliert er an die Eigenverantwortung der Fahrgäste: "Jeder sollte selbst schauen, wie man sich am besten im Zug verteilt. Man sollte außerdem versuchen, vielleicht früher oder später zur Arbeit zu fahren, wenn der Arbeitgeber das zulässt."

Arzt empfiehlt FFP2-Maske und Desinfizieren

Ein Schüler tärgt eine FFP2 Maske

Ärzte empfehlen FFP2-Masken

Die Bahn verweist außerdem auf eine Langzeitstudie der Berliner Charité, nach der beim Bahnfahren kein erhöhtes Corona-Infektionsrisiko gebe. Ähnlich sieht das Allgemeinmediziner Ralph Eisenstein aus Düsseldorf. Er rät Bahnpendlern, statt einfachen OP-Masken hochwertigere FFP2-Masken zu tragen. Diese hätten eine höhere Dichtigkeit und könnten so Aerosole und Tröpfchen besser fernhalten.

Eisenstein empfiehlt außerdem, sich vorher und nachher die Hände zu desinfizieren, am besten mit einem eigenen Fläschchen Desinfektionsmittel.

Stand: 09.10.2021, 06:00

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