Züge in NRW immer unpünktlicher

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Züge in NRW immer unpünktlicher

Von Nina Magoley

  • Regionalbahnen in NRW werden immer unpünktlicher
  • Warten auf den Zug: Für viele Pendler tägliches Leid
  • Schienennetz in NRW besonders belastet

Verspätete Züge oder solche, die erst gar nicht kommen: Jeder, der häufiger mit der Bahn fährt, kennt diesen fast täglichen Ärger. Immerhin schaffen es im Regionalverkehr nach Angaben der Bahn immerhin 95,1 Prozent der Züge, den Fahrplan mit weniger als sechs Minuten Verspätung einzuhalten. Das ist deutlich mehr als im Fernverkehr, wo im vergangenen Jahr nur knapp 75 Prozent der Züge mit weniger als 15 Minuten Verspätung ankamen.

Dennoch: In NRW warten Bahnkunden besonders häufig auf ihren Zug. Im Vergleich der Bundesländer lag NRW mit 91,3 Prozent Pünktlichkeit im Regionalverkehr zuletzt weit hinten auf Platz 13. Schlechter sieht es nur noch in Bremen, Hessen und Schleswig-Holstein aus. In den vergangenen vier Jahren haben Verspätungen in NRW deutlich zugenommen. Diese Zahlen gehen aus der Antwort auf eine Anfrage der Grünen im Bundestag hervor.

Noch frustrierender dürfte für Bahnkunden in NRW der Blick auf das Ausmaß der Verspätung sein: Insgesamt 26.652.139 Minuten Verspätung hatten Züge im vergangenen Jahr in NRW. Mehr hat die Bahn nur in Bayern geschafft. Allerdings verlaufen in Bayern und NRW auch die meisten Schienenkilometer.

"Hohe Verkehrsdichte in NRW"

Regionalbahn

Noch im Zeitplan? Regionalbahn in NRW

"Nordrhein-Westfalen ist ein Bundesland mit hoher Verkehrsdichte", erklärt ein NRW-Sprecher der Bahn. Mehr als 22.700 Züge seien hier täglich auf knapp 340 Linien unterwegs. Besonders der Knoten Köln sei stark belastet, "die Strecke zwischen Köln und Dortmund ist mit einer Auslastung von 140 Prozent an ihren Grenzen".

Schon kleinere Verspätungen bei einzelnen Zügen könnten hier, ähnlich wie bei einem Stau, erhebliche Auswirkungen auf andere Verbindungen haben und damit das gesamte System belasten. Die Folge: Aufschaukelnde Verspätungen, Fahrgäste, die ihre Anschlüsse nicht mehr erreichen.

Hinzu kämen immer wieder Signalstörungen, kaputte Türen, Baustellen, Fahrzeugprobleme, extreme Wetterlagen oder "mutwillige Eingriffe in den Bahnverkehr und Unfälle". Oft könnten nur wenige Sekunden aufgeholt werden.

Zehn Mitarbeiter gegen Unpünktlichkeit

Mit dem "Kompetenz Center Betriebsqualität" will die Bahn ihrem Pünktlichkeitsproblem zuleibe rücken: Zehn Mitarbeiter seien damit beschäftigt, aus umfangreichen Datenanalysen seit 2017 "mehr als 500 Einzelmaßnahmen" abzuleiten.

Besonders anfällige Streckenabschnitte sollen künftig als "Plankorridore" besonders gesteuert werden. Der Nah- und Fernverkehr soll hier "noch intensiver und in direkter Abstimmung mit betroffenen Eisenbahnverkehrsunternehmen" gesteuert werden. In NRW gilt seit Oktober 2018 die Strecke zwischen Köln und Dortmund als "Korridor West".

NRW: Bahnpünktlichkeit sinkt, es gibt viele Probleme Aktuelle Stunde 06.02.2019 02:44 Min. UT Verfügbar bis 06.02.2020 WDR Von Felix Mannheim

Stand: 15.04.2019, 20:00

Kommentare zum Thema

3 Kommentare

  • 3 Stefan Banning 16.04.2019, 12:38 Uhr

    Die Verantwortung liegt bei der Politik. Dieses Desaster ist von ihr gewollt. Im Nahverkaher werden die Aufträge von den Verkehrsverbünden vergeben. Folge: Auf den wenigen Schienen fahren billige Anbieter mit maroden Zügen und Leiharbeitern (moderne Skalven) als seltene Zugbegleiter. Ich fahre täglich mit "National Express Brexit". Die Züge sind fast immer überfüllt und unzuverlässig. Wer es sich leisten kann fährt mit dem Auto und wundert sich über den Klimawandel.

  • 2 Thorsten Schmidtke 16.04.2019, 12:00 Uhr

    Tja, jetzt soll ins Schienennetz investiert werden und u.a. Überholgleise und -möglichkeiten gebaut werden. Leute, ein sehr großer Teil dessen, was da jetzt gebaut werden soll, hat es bis Mitte/Ende der 90er gegeben... wurde alles damals unter Mehdorn zurückgebaut!

  • 1 Yanis 16.04.2019, 10:17 Uhr

    Da hilft nur Klotzen nicht kleckern! Wir sollten vielleicht mal in andere Länder wie Schweiz und Italien schauen. Da fahren die Züge pünktlich und die Reisenden sind zufrieden. Man muß schon sehr viel Geld in die Hand nehmen, um die marode Bahn zu sanieren. Geld, was für den Strassen- und Brückenbau momentan verschwendet wird. Das Auto und der Schwerlastverkehr sollten eigentlich langfristig keine Zukunft mehr haben!

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