Bahn streicht Fernzughalte in NRW besonders oft

Archivbild: Fahrender ICE auf der Strecke Frankfurt Köln

Bahn streicht Fernzughalte in NRW besonders oft

  • Köln, Düsseldorf, Duisburg, Essen und Dortmund betroffen
  • Grünen-Chefin stellte Anfrage an Verkehrsministerium

In fünf Städten in NRW werden die Halte von Fernzügen der Deutschen Bahn besonders oft gestrichen. Reisende haben im vergangenen Jahr am häufigsten an den Bahnhöfen Frankfurt am Main, Frankfurt Flughafen, Köln, Düsseldorf und Duisburg vergebens auf ihren Fernzug gewartet.

Weit oben auf der Liste finden sich auch Essen und Dortmund, wie aus einer Antwort des Verkehrsministeriums auf eine Anfrage von Grünen-Chefin Annalena Baerbock hervorgeht.

Baerbock forderte am Samstag (02.03.2019), die Deutsche Bahn müsse sich auf ihr Kerngeschäft konzentrieren und ihre internationalen Konzerntöchter Schenker und Arriva verkaufen. Das Geld aus dem Verkauf solle der Konzern zur Verbesserung der Leistungen verwenden.

Persönliche Gründe für Anfrage

Nach einem Bericht des Nachrichtenmagazins "Der Spiegel" hatte die Grünen-Chefin die Anfrage aus persönlichen Gründen gestellt. Im November saß die Politikerin in einem ICE, in den später ihre Kinder zusteigen sollten. Doch der Zug fuhr an der Station vorbei - aufgrund von Überfüllung, wie die Bahn später mitteilte.

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Insgesamt wurden 2018 laut Ministerium rund 2,4 Prozent der Zughalte im Fernverkehr gestrichen. Drei Viertel der Ausfälle gingen demnach auf fünf Gründe zurück: kaputte Fahrzeuge, schlechte Witterung, Umleitungen, kurzfristige Fahrplanänderungen und Streiks.

Bahn will an Problemen arbeiten

Personenunfälle, Polizeieinsätze in Gleisnähe, Böschungsbrände: Solche sogenannten externen Gründe macht die Bahn für mehr als ein Drittel aller Halte-Ausfälle verantwortlich. Die internen Gründe gehe der staatseigene Konzern "systematisch" an, erklärte das Ministerium.

Stand: 02.03.2019, 16:32

Kommentare zum Thema

12 Kommentare

  • 12 Kay Wedi 04.03.2019, 10:57 Uhr

    Wieso immer nur die IC/ICE bzw. Schnellzüge. Anfällig sind auch S-Bahnen, Regionalzüge (RE/RB) - Verspätung bzw. Ausfall (gibt ja danach auch noch Züge ...). Für Pendler eine Katastrophe, da oftmals keine Alternative besteht, somit das Ziel bzw. Anschlüsse oder schlimmer Arbeit, Uni, Schule nicht pünktlich erreicht werden. An einem S-Bahnhof nützt mir kein pünktlicher IC/ICE! Da hat die Bahn bzw. haben Verkehrsverbünde, als Mieter der DB-eigenen Strecken, einige Baustellen - gerade in Nadelöhren - z. B. Metropolen, Ruhrgebiet.

  • 11 Jan 04.03.2019, 02:21 Uhr

    Das ist mal wieder typisch deutsch: dasTafelsilber verkaufen - sprich die mit schwarzen Zahlen arbeitenden Töchter Arriva und Schenker. Über diese Forderung mancher Politiker kann man nur den Kopf schütteln. Das die Bahn ohne Spedition nicht auskommt hat sie ja schon mal bewiesen, da Schenker schon einmal verkauft und dann zurückgekauft wurde. Überlassen wir doch das Feld den Töchtern anderer Staatsbahnen wie SNCF oder NS, die ja in Deutschland schon sehr aktiv sind.

  • 10 Torben 03.03.2019, 15:01 Uhr

    Das die Grünen fordern, dass die DB Töchter Arriva und Schenker verkauft werden ist für mich absolut nicht Nachvollziehbar. Denn zum Beispiel die Auslandstochter Arriva, die in vielen europäischen Ländern sehr erfolgreich den ÖPNV sowie SPNV bewirtschaftet wirft laufend konstante Gewinne ab, wovon auch der DB Konzern profitiert. Dazu kommt noch, dass man bei einem Verkauf der Arriva Tochter mit hoher Wahrscheinlichkeit einen weiteren großen Mitbewerber in Deutschland bekommt, da garantiert die SNCF bzw. NS an einem Kauf interessiert sind.

  • 9 hø'ø 03.03.2019, 13:11 Uhr

    Sind die ICE-Tickets nicht in aller Regel zuggebunden? Wie kann es dann passieren, daß ein ICE "überfüllt" ist? Bitte klärt mich auf, bei uns in Südwestfalen gibt es sowas wie ICEs nicht, wir sind schon froh, wenn der Bummelzug halbwegs pünktlich und ohne Auslagerung auf Busse fährt.

    Antworten (1)
    • Enrico Pelocke 03.03.2019, 20:38 Uhr

      Nur Sparpreise und Suopersparpreise sind zuggebunden. Fahrkarten zum Normalpreis sind nie zuggebunden. Außerdem haben einige Reisende eine Bahncard 100. Sie gilt als Fahrkarte für jeden Fern+Nahverkerkehrszug in D. Diese Reisenden können die Züge überfüllen.

  • 8 Norbert 03.03.2019, 09:27 Uhr

    Warum stellt die Chefin der Grünen in Berlin solch eine Anfrage? Sie sollte eigentlich wissen warum das vorkommen kann, ich hoffe aber trotzdem, Ihre Kinder haben Ihr Ziel heil erreicht! Die Politik hat jahrelang aufs falsche Pferd gesetzt, nämlich die Straße, solche Umstände passieren nicht das erste und auch nicht das letzte mal. Jetzt muss man aus der jahrelang falschen Politik die Konsequenzen ziehen! Landschaften zuteeren ist nicht die Lösung und nicht umweltfreundlich sollte auch die Chefin der Grünen wissen! Die Bahn braucht viel Zeit und viel Geld um auf einen aktuellen Stand zu kommen.“ (DB ist staatlich und nicht privat)“

  • 7 Leonie 03.03.2019, 08:51 Uhr

    In Hamm wird der Halt einfach gestrichen, die ICE Züge halten nur noch alle zwei Stunden hier an, der Grund heisst um Zeit zu sparen, aber alle anderen Städte bis Düsseldorf können angefahren werden. Ist es da nicht mal schlauer Duisburg wegzulassen? Von DU ist man unter 20min in Düsseldorf oder Essen. Sehr unfair von der Bahn. Das verleitet auch andere Unternehmen, Hamm aus dem Fernverkehr rauszulassen. Besonders schade ist das Hamm ein Knotenpunkt für Westfalen ist. Hier sieht man wieder das Westfalen den kürzeren ziehen muss. Auch Gütersloh und Herford sind betroffen.

  • 6 Frank 03.03.2019, 08:11 Uhr

    Warum wird in diesem Zusammenhang immer nur über den Fernverkehr berichtet? Im Nahverkehr ist dieses Problem viel gravierender, weil einige Haltepunkte für Stunden keine Verbindung haben. So zum Beispiel auf der Linie des RE5. Hier wird die Pofalla-Wende gedühlt täglich angewendet. Besonders ärgerlich wenn die Fahrgäste auf Bahnsteigen ohne oder mit unzureichendem Wetterschutz frieren, damit die Bahn so künstlich ihre Verspätungsstatistik frisiert.

  • 5 Harald 02.03.2019, 22:42 Uhr

    Wie die Fernzüge fahren einfach in Bahnhöfen durch, an denen sie eigentlich halten müssten? Da sollte man als Reisender die Notbremse ziehen, wenn man aussteigen möchte.

    Antworten (1)
    • Tf NRW 03.03.2019, 15:20 Uhr

      Dummer Kommentar ! Dumm nur das Sie dann, bei unberechtigt gezogener Notbremse zur Kasse gebeten werden ! Schwerer Eingriff in den Bahnverkehr nennt man des, mit weitreichenden Folgen ! Ich als Tf würde Sie sofort der nä. BuPol übergeben ! Frage an Sie : Schonmal was von einer Betrieblichen Dienstanweisung gehört ???? Dem wiedersetzt sich m.E. kein Triebfahrzeufgührer.

  • 4 Pottler 02.03.2019, 21:53 Uhr

    @ In fünf Städten in NRW werden die Halte von Fernzügen der Deutschen Bahn besonders oft gestrichen. Reisende haben im vergangenen Jahr am häufigsten an den Bahnhöfen Frankfurt am Main, Frankfurt Flughafen, Köln, Düsseldorf und Duisburg vergebens auf ihren Fernzug gewartet. ------------- Klar, die Leute warten auf den Fernzug, wenn er aus dem Fahrplan gestrichen worden ist. Was für ein blödsinniges Gelaber.

  • 3 Klaus 02.03.2019, 21:40 Uhr

    Wenn die Frau Baerbock diese Anfrage aus "persönlichen Gründen" gestellt hat, dann reicht es wohl, künftig "VIP" Züge zu schaffen und entsprechend zu bevorzugen.

  • 2 Heinz b 02.03.2019, 21:20 Uhr

    Denn sie wissen nicht, was sie tun. Über Jahrzehnte gehangen am Tropf der Einnahmen des Bahnvermögen , nun sind die Fehler der Chefetagen sichtbar, denn sie wussten über Jahrzehnte nicht , was sie getan haben , sie waren nur umringt von ihren Paladinen , vielen Speichellecker und Lakaien, egal ob Mehdorn oder sein Bürogehilfe Grube , der ihn abgelöst hatte, sie trafen jahrelang gravierende Fehlentscheidungen zu Lasten der Bahn und der Steuerzahler , nun auch zu sehen danach Mehdorn im Berliner Flughafen-Desaster . Was da an Millionen und aber Millionen von Euros der Deutschen Steuerzahler ungestraft verbrannt wurden und werden.

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