Menschen mit Migrationshintergrund kennen Schwimmen oft nicht

Rettungsring an Seil im Wasser eines Schwimmbeckens

Menschen mit Migrationshintergrund kennen Schwimmen oft nicht

  • Immer wieder tödliche Badeunfälle
  • Migranten kennen Schwimmen oft nicht
  • Schwimmflügel für Kinder oft nicht geläufig

Der Ausflug ins Schwimmbad endete tragisch: Im Gelsenkirchener Sportparadies entdeckten Badbesucher am Montagabend (10.06.2019) den leblosen Körper eines zweijährigen Jungen. Das Kind syrischer Herkunft konnte trotz sofortiger Reanimation nicht gerettet werden - es starb später in einem Krankenhaus.

Erst ein knappes halbes Jahr ist es her, dass im Gelsenkirchener Zentralbad eine Schwimmmeisterin eine Fünfjährige leblos auf dem Boden des Lehrschwimmbeckens entdeckte. Auch für das Mädchen syrischer Herkunft kam jede Rettung zu spät.

Migranten schicken ihre Kinder oft nicht in den Schwimmunterricht

Vorfälle wie diese sind keine Einzelfälle. Ob nun Kinder oder Erwachsene: Immer wieder kommt es vor, dass Menschen mit Migrationshintergrund in Schwimmbädern oder auch in Badeseen auf tragische Weise verunglücken.

"Oft kennen Leute etwa aus Afghanistan oder Syrien Schwimmen überhaupt nicht", sagt Bastian Wiebusch, Technischer Leiter der Wasserwacht beim Deutschen Roten Kreuz (DRK) in Westfalen-Lippe.

Weil Erwachsene nicht schwimmen könnten, kämen sie oft auch nicht auf die Idee, dass es ihre Kinder lernen sollten, so Wiebusch. Und manche wüssten beispielsweise nicht, dass sie aus Sicherheitsgründen ihre kleinen Kinder mit Schwimmflügeln an den Armen ausstatten sollten.

DRK-Experte fordert mehr Aufklärungsarbeit

Wiebusch fordert daher mehr Aufklärungsarbeit. Menschen mit Migrationshintergrund müssten mehr über die mit dem Schwimmen einhergehenden Risiken informiert werden. Dies könne etwa in Grundschulen geschehen. Oder auch direkt vor Ort - in den Schwimmhallen oder an den Badeseen. Die DRK-Wasserwacht hat Baderegeln für richtiges Verhalten am und im Wasser erarbeitet.

Die Baderegeln gibt es neben deutsch in elf weiteren Sprachen: Englisch, Arabisch, Portugiesisch, Italienisch, Chinesisch, Spanisch, Russisch, Dari, Französisch, Katalanisch und Türkisch.

Nicht immer kommt es zu tragischen Unfällen, weil jemand nicht schwimmen kann. "Es kann auch sein, dass der Kreislauf etwa nach einem langen Sonnenbad schlapp macht", so Wiebusch.

Stand: 11.06.2019, 17:54

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