Weitere Badetote in NRW

Weitere Badetote in NRW

  • Badeunfälle: Leichtsinn und Alkohol häufige Ursachen
  • Auch geübte Schwimmer können betroffen sein
  • DLRG: Ertrinken ist ein stiller Vorgang

In NRW sind in diesem Jahr mindestens fünf Menschen beim Baden in offenen Gewässern ums Leben gekommen. Am Sonntag (15.07.2018) konnte die Polizei einen 19-Jährigen nur noch leblos aus dem Kaarster See bergen. Freunde hatten den jungen Mann nachmittags als vermisst gemeldet. Er starb nach Informationen der Polizei im Krankenhaus.

Eine Woche zuvor waren im Kreis Neuss bereits ein vierjähriger Junge im Baggerloch ertrunken. Im Rursee in der Eifel starb ein 25 Jahre alter Student aus Indien. In der Ruhr bei Herdecke kam eine 69 Jahre alte Frau ums Leben. In zwei Fällen überlebten Badende - allerdings in kritischem Zustand. Auch in Oberhausen kam am Wochenende ein Mann beim Schwimmen ums Leben - der 19-Jährige befand sich aber im Aquabad in Oberhausen. Laut einem Obduktionsbericht hatte der Mann einen Herzfehler. Außerdem soll der junge Mann Nichtschwimmer gewesen sein, so das Ergebnis der Ermittlungen.

Schwimmer überschätzen sich

Menschen überschätzen oft ihre Schwimmfähigkeiten - und unterschätzen Gefahren durch Temperatursprünge und Strömung, warnte die Deutsche Lebens-Rettungsgesellschaft (DLRG) am Wochenende (14./15.07.2018). Im vergangenen Jahr ertranken in NRW 55 Menschen in Gewässern und Freibädern, im Jahr zuvor 76.

"In jedem heißen Sommer gibt es zahlreiche Badeunfälle. Selbst geübte Schwimmer können betroffen sein", erklärt DLRG-Sprecher Michael Grohe. Und: "Ertrinken ist immer ein stiller Vorgang." Plötzliche Untiefen und Temperaturabfall, so genannte Sprungschichten, könnten unvermittelt zu Kreislaufproblemen und Bewusstlosigkeit führen. Wer schwächelt und die Orientierung verliert, sinkt unter Wasser ab.

Vorsicht bei Sprung ins kalte Wasser

Gründe für Badeunfälle seien häufig auch Leichtsinn und Alkohol. "Wenn eine Gruppe junger Leute bei Sommerhitze am Badestrand abhängt und trinkt, schwinden Leistungskraft und Urteilsvermögen. Ein Sprung ins kalte Wasser kann Lebensgefahr bedeuten", sagte der Experte.

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Stand: 17.07.2018, 17:09

Kommentare zum Thema

2 Kommentare

  • 2 Julia 16.07.2018, 12:47 Uhr

    Als direkte Nachbarin eines Badeteichs erlebe ich Jahr für Jahr kritische Situationen bei Badenden; die Mehrzahl ist auf Dummheit, Selbstüberschätzung und Leichtsinn zurück zu führen. Jede Badesaison, die ohne schlimmere Vorfälle zu Ende geht, lässt mich aufatmen. Allerdings muss ich auch konstatieren, dass immer weniger Menschen ein Auge auf die Anderen halten und im Notfall eingreifen. Das fehlt mir heute manchmal ... Jeder braucht mal Hilfe, oder?

  • 1 Klaus Schuchlinski 16.07.2018, 12:07 Uhr

    Jedes Jahr erneut Tote bei Badeunfällen im Sommer! Was ist mit den Menschen los? Beachten sie nicht die schon seit Jahrzehnten gebetsmühlenartig vorgetragenen Warnungen bei bestimmten Gewässern? Oder die vielen Tipps, wie man sich im Wasser verhält, nicht überhitzt oder mit Alkohol schwimmen zu gehen! So tragisch es für jede Familie ist, einen geliebten Menschen zu verlieren, so sehr muß man doch auch an ein Minimum an Selbstverantwortung appelieren. Sonst müssen wir demnächst um jede Pfütze einen Zaun ziehen!

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