Der Weg zum autonomen Fahren ist noch weit

Selbstfahrender Bus in Monheim

Der Weg zum autonomen Fahren ist noch weit

  • Monheim hat selbstfahrende Busse vorgestellt
  • Projekte zum autonomen Fahren gibt es in ganz NRW
  • Mobilitätsforscher Schreckenberg fordert jedoch mehr Koordination

In Monheim (Kreis Mettmann) ist am Dienstag (26.01.2019) die erste selbstständig fahrende Buslinie in NRW präsentiert worden - in Anwesenheit von Wissenschaftsminister Andreas Pinkwart (FDP) und Verkehrsminister Hendrik Wüst (CDU). Beim Frühlingfest der Stadt am Sonntag (31.03.2019) kann die Bevölkerung die Busse kennenlernen.

Im Herbst soll der Linienbetrieb starten. Künftig werden die Busse im fließenden Verkehr zwischen Stadtzentrum und Altstadt unterwegs sein.

Forscher: "Nur automatisiertes Fahren"

Für den Mobilitätsforscher Professor Michael Schreckenberg von der Uni Duisburg-Essen ist das "nicht der große Wurf". Es handele sich dabei noch nicht um autonomes Fahren, sondern lediglich um automatisiertes Fahren: "Die Busse in Monheim sind auf vordefinierten Spuren unterwegs und unter Aufsicht von Begleitpersonen."

Autonomes Fahren wäre ein Schritt mehr: "Dafür muss ein Fahrzeug im normalen Verkehr in jeder Situation nach eigenen Regeln handeln können", so Schreckenberg. Es müsste zum Beispiel 1,5 Meter Abstand zu Fahrrädern halten, durchgezogene Linien beachten und an Kreuzungen selbstständig entscheiden.

Kritik an "Flickenteppich"

In NRW gebe es zwar viele Einzelprojekte zum autonomen Fahren, etwa in Düsseldorf, Aachen und im Bergischen Land. "Aber das ist nur ein Flickenteppich", kritisiert Schreckenberg. Es fehle eine landesweite Aktion.

Der Forscher fordert: "Die Landesregierung muss die Aktivitäten zentral koordinieren." Das betreffe die Zusammenarbeit von Wissenschaft, Politik, Herstellern und Verkehrsinfrastruktur. "Dafür muss auch Geld in die Hand genommen werden." NRW sei erst auf der Hälfte der Strecke zum autonomen Fahren.

MWC19: Das Lenken dem Wagen überlassen?

WDR 5 Profit - aktuell 26.02.2019 03:17 Min. Verfügbar bis 26.02.2020 WDR 5 Von Marc Dugge

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Ministerium: Noch ein weiter Weg

Das NRW-Verkehrsministerium räumte auf WDR-Anfrage am Dienstag selbst ein, dass der Weg hin zum fahrerlosen Fahren, noch weit sei. Es betonte aber zugleich, dass es in Nordrhein-Westfalen "gute Voraussetzungen bei der Entwicklung von innovativen Technologien, mit Kompetenzen in Wissenschaft und Wirtschaft und mit optimalen Testbedingungen" gebe.

Ausnahmegenehmigung nötig

Bei sämtlichen NRW-Projekten sollen Fahrzeugkonzepte entwickelt oder getestet werden, die zumindest perspektivisch im öffentlichen Personennahverkehr eingesetzt werden. Laut Ministerium haben diese Fahrzeuge im Allgemeinen noch keine Typengenehmigung. Um sie im Straßenverkehr einsetzen zu können, benötigen sie eine Ausnahmegenehmigung in Form eines Gutachtens von einem amtlich anerkannten Sachverständigen.

Experiment Autonomes Fahren Lokalzeit aus Düsseldorf 25.02.2019 07:04 Min. Verfügbar bis 25.02.2020 WDR Von Linda Richert

Stand: 26.03.2019, 17:27

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