Rosenmontagszug in Volkmarsen: Fahrer war nicht alkoholisiert

Forensiker untersuchen das Tatauto in Volkmarsen

Rosenmontagszug in Volkmarsen: Fahrer war nicht alkoholisiert

  • Auto rast bei Rosenmontagszug in Hessen in Menschenmenge
  • 52 Verletzte, manche schwer – auch Kinder unter den Opfern
  • Fahrer festgenommen: 29-jähriger Deutscher aus dem Ort
  • Motive für die Tat sind noch unklar

Der Fahrer, der im hessischen Volkmarsen in einen Rosenmontagszug gerast ist, war nicht alkoholisiert. Ob der 29-Jährige unter Drogeneinfluss gestanden habe, stehe noch nicht fest, sagte ein Sprecher der Frankfurter Generalstaatsanwaltschaft am Dienstag (25.02.2020).

Bei der Tat wurden 52 Menschen verletzt, darunter 18 Kinder. Die Opfer sind zwischen 2 und 85 Jahren alt. Zum möglichen Motiv gibt es noch keine Informationen.

Zweiter Festgenommene machte "Gaffer-Video"

Zudem gab die Generalstaatsanwaltschaft Details zur zweiten Festnahme in Volkmarsen bekannt: Ein Mann war festgenommen worden, weil er ein "Gaffer-Video" gemacht haben soll, sagte der Sprecher. Es sei allerdings noch nicht klar, ob der Festgenommene in Verbindung zu dem 29-Jährigen stehe.

Anschlag oder nicht?

Die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt ermittelt wegen eines versuchten Tötungsdelikts.

Der hessische Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) spricht von einem Anschlag. Er erklärte jedoch zugleich, die Hintergründe seien "bisher unklar und ich bitte darum, nicht über mögliche Motive zu spekulieren".

Zuvor hatte ein Polizeisprecher in Volkmarsen gesagt, dass der Mann absichtlich in die Menschenmenge gefahren sei. Der Fahrer sei nicht vernehmungsfähig, da er sich ebenfalls verletzt habe.

Gegen 14.30 Uhr soll das Auto etwa 30 Meter weit in die Menge gefahren sein, bis es zum Stehen kam. Der Fahrer, ein Deutscher aus Volkmarsen, habe noch Gas gegeben. Die Polizei nahm ihn sofort fest.

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Der 29-Jährige ist polizeibekannt. Er war bisher durch Beleidigung, Hausfriedensbruch und Nötigung aufgefallen.

Der hessische Landrat Reinhard Kubat (SPD) sagte, die Tat hätte nicht verhindert werden können. "Die Stadt hat getan, was sie konnte." Sie habe eine Barrikade aufgestellt – Kubat wisse nicht, wie der Täter diese überwinden konnte.

Polizei erhöht Präsenz

Zum Rosenmontagszug in Volkmarsen, zu dem in der Regel viele Menschen aus OWL kommen, waren rund 1.500 Menschen erwartet worden. Die Kleinstadt hat rund 6.800 Einwohner. Sie ist rund 30 Kilometer von Kassel entfernt.

Alle Rosenmontagsumzüge in Hessen wurden abgebrochen. Für Veilchendienstag wurden wenige weitere Umzüge abgesagt. Laut dem hessischen Innenministerium lägen "keine konkreten Hinweise" auf Gefährdungen vor. Die Polizei erhöht ihre Präsenz in der Region.

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Stand: 25.02.2020, 11:30

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