Buschfeuer: Solinger Familie aus Australien ausgeflogen

Waldbrände in Australien

Buschfeuer: Solinger Familie aus Australien ausgeflogen

  • Solinger Familie wurde im Australien-Urlaub von Buschfeuern eingeschlossen
  • Evakuierung in höchster Not mit dem Flugzeug
  • Nach einer tagelangen Odyssee ist die Familie wieder in Deutschland

Der Plan klang traumhaft: Fünf Wochen lang wollten Deniz und Kai Kirschbaum aus Solingen mit ihren drei kleinen Kindern durch Australien fahren. Mit dem Wohnmobil von Sydney bis nach Adelaide, immer schön an der Küste entlang. "Die ersten zweieinhalb Wochen waren wunderschön, genau so, wie wir uns das vorgestellt hatten", sagt Kai Kirschbaum.

Doch als sie am 30. Dezember 2019 den Küstenort Mallacoota erreichen, gibt es schlechte Nachrichten. Der Wind hat sich gedreht und treibt die Buschfeuer in Richtung des 1.000-Seelen-Dorfes. Die Feuerwehr rät, im Ort zu bleiben, die hinausführenden Straßen seien unpassierbar. Die Kirschbaums setzen sich Atemmasken auf und spritzen ihr Wohnmobil und die Bäume in der Umgebung mit Wasser ab. "So wollten wir verhindern, dass durch den Funkenflug etwas in Brand gerät", sagt Deniz Kirschbaum.

Buschbrände in Australien: Rettung in letzter Minute

Eine Familie aus Solingen hat die Buschbrände in Australien aus nächster Nähe miterlebt.

Waldbrände in Australien

Mit dem Wohnmobil durch Australien: Das klingt nach einem Traumurlaub. Doch als Familie Kirschbaum aus Solingen in dem Örtchen Mallacoota ankommt, ändert sich das. Eine Weiterfahrt ist nicht mehr möglich. Die Buschbrände nähern sich bedrohlich.

Mit dem Wohnmobil durch Australien: Das klingt nach einem Traumurlaub. Doch als Familie Kirschbaum aus Solingen in dem Örtchen Mallacoota ankommt, ändert sich das. Eine Weiterfahrt ist nicht mehr möglich. Die Buschbrände nähern sich bedrohlich.

Die Luft wird dick, überall riecht es nach Qualm, Atmen fällt schwer. Und es fliegen Funken. Um zu verhindern, dass diese sich entzünden, spritzen die Kirschbaums ihr Wohnmobil und die umliegenden Bäume mit Wasser ab.

Schutzmasken gegen den Qualm und Ruß in der Luft, wie sie Kai Kirschbaum hier um den Hals hängen hat, sind ein Muss.

In der Nacht gehen dann die Sirenen. Alle werden an einem Treffpunkt in Wassernähe versammelt. Der Himmel färbt sich blutrot.

Mit einem Flugzeug werden die Kirschbaums aus der Gefahrenzone geflogen.

"Die Rettungskräfte vor Ort haben einen Superjob gemacht", sagen die Kirschbaums gegenüber dem WDR am Freitag (10.01.2020).

Inzwischen ist die Familie wohlbehalten nach Deutschland zurückgekehrt.

Alarm mitten in der Nacht

Mitten in der Nacht gehen dann die Sirenen los. Das Feuer hat die Stadtgrenzen erreicht. Alle Einwohner werden aufgefordert, sich zu einem sicheren Versammlungspunkt in Wassernähe zu begeben. Die Kirschbaums wecken ihre Kinder, packen nur das Nötigste. Das Wohnmobil, ein Großteil ihres Gepäcks - das bleibt alles zurück.

"Wir hatten natürlich große Angst, als sich die Feuerfront der Stadt genähert hat", sagt Kai Kirschbaum. "Das war eine unwirkliche Situation: Morgens ging die Sonne auf, doch dann wurde es direkt wieder dunkel am Himmel. Und schließlich wurde er blutrot." Doch es gibt keine Panik, die Feuerwehr hat die Situation im Griff, beruhigt die Menschen und organisiert die Evakuierung. Die Kinder der Kirschbaums sind fünf, drei und ein Jahr alt und begreifen den Ernst der Lage noch nicht. "Wir haben ihnen Abenteuergeschichten erzählt und viel über die Feuerwehr. In welcher Gefahr wir uns befanden, war ihnen zum Glück nicht bewusst", sagt Deniz Kirschbaum.

1.500 Menschen werden mit Schiffen und Flugzeugen evakuiert

1.200 Menschen werden mit Schiffen aus Mallacoota gerettet, 300 - darunter auch die Kirschbaums - werden ausgeflogen. Es folgte eine Odyssee: Erst mit dem Flugzeug nach East Sale, dann mit dem Bus nach Melbourne. Ohne Wohnmobil, ohne Gepäck, und dazu diese Unsicherheit - der Urlaub wird abgebrochen.

Urlaub endet vorzeitig

Erst am 9. Januar kommen die Kirschbaums wieder in Deutschland an. Dort warten sie jetzt, dass ihr Gepäck, das noch in Mallacoota steht, irgendwann wieder bei ihnen ankommt. Und dass ihre Reiseabbruchversicherung zumindest einen Teil der Kosten übernimmt. "Wir konnten die Gegend dort verlassen und nach Hause zurückkehren", sagt Deniz Kirschbaum. "Andere haben das Glück nicht. Die leben dort und müssen mit dieser Katastrophe zurecht kommen."

Stand: 10.01.2020, 10:03

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