Menschen in NRW gedenken der Befreiung von Auschwitz

Gedenkveranstaltung zur Erinnerung an die Opfer des Nationalsozialismus WDR 26.01.2020 01:30:00 Std. Verfügbar bis 26.01.2021 WDR

Menschen in NRW gedenken der Befreiung von Auschwitz

  • Holocaust-Gedenktag: Auschwitz-Befreiung vor 75 Jahren
  • Zahlreiche Veranstaltungen in ganz NRW
  • Demo in Geilenkirchen nach Friedhof-Schändung

Aus aller Welt kamen Staatsvertreter am Montag (27.01.2020) im polnischen Oswiecim (Auschwitz) zusammen, um gemeinsam der Befreiung des Konzentrationslagers vor genau 75 Jahren zu gedenken. In NRW war der Tag Anlass für Schüler und Erwachsene, mit Veranstaltungen unterschiedlichster Art die Erinnerung an die Opfer der Nationalsozialisten wach zu halten.

Demo gegen Antisemitismus, Schutzhülle für Mahnmal

In Geilenkirchen (Kreis Heinsberg) wollten rund 2.000 Menschen auf die Straße gehen, um gegen den immer noch existierenden Judenhass zu protestieren - und ganz konkret gegen die Schändung des jüdischen Friedhofs. Ende Dezember 2019 waren dort 40 Grabsteine umgeworfen oder mit Hakenkreuzen beschmiert worden.. Der Staatsschutz ermittelt.

Auch in Herne waren Vandalen am Werk gewesen: Das Shoah-Mahnmal wurde mehrfach zerstört. Seit Montag, am Tag des Gedenkens, wurde es wieder der Öffentlichkeit zugänglich gemacht - gesichert mit einer beweglichen Bronzehülle, die es vor weiteren Beschädigungen schützen soll.

Auschwitz im Doku-Theater

"Was hat Auschwitz mit mir zu tun?": Das war die Frage, mit der sich Auszubildende des Kolping‐Berufsbildungswerkes in Essen lange beschäftigt haben. Ergebnis ihrer Projektarbeit ist ein dokumentarisches Theaterstück, das sie am Abend auf die Bühne bringen wollten.

Den Opfern einen Namen geben

Ein Burgturm einer dreischenkligen Anlage.

Die Wewelsburg sollte zur Kultstätte der SS werden

1.285 Todesopfer hat es im Konzentrationslager Niederhagen nahe der Wewelsburg in Büren gegeben. Jeder einzelne Name wurde zum Gedenken vorgelesen und damit ins Gedächtnis der Nachgeborenen gerufen.

Eine andere Form des Gedenkens gab es in Düsseldorf: In der Landeshauptstadt legten Düsseldorfs Oberbürgermeister Thomas Geisel (SPD) und Vertreter der jüdischen Gemeinde einen Kranz am Mahnmal Güterbahnhof-Derendorf nieder. Von dort aus wurden 6.000 Juden verschleppt - in Ghettos und Vernichtungslager.

In Köln hat Oberbürgermeisterin Henriette Reker (parteilos) gemeinsam mit dem Vorsitzenden der jüdischen liberalen Gemeinde, Rafi Rothenberg, Stolpersteine geputzt. Reker hatte die Kölner aufgerufen, sich tatkräftig zu beteiligen.

Zeitzeugen erzählen von ihrer "Kindheit im Krieg"

Ein Opfer des Holocausts, die zu weltweiter trauriger Berühmtheit gelangte, ist Anne Frank. Ihre Kindheitsfreundin erzählt ihre Geschichte, nachzuhören in der WDR- App "WDR AR 1933-1945". Breitgefächert ist das Panorama der Erinnerungen im WDR-Dossier "Kindheit im Krieg": Dort kommen Menschen zu Wort, die von ihren Kriegserlebnissen berichten - auch solchen, die gar nicht so lange zurückliegen.

Stand: 27.01.2020, 19:36

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