Neu in 2020: Das ändert sich für Verbraucher

Neu in 2020: Das ändert sich für Verbraucher

  • Mindestlohn und Renten steigen
  • Bahntickets werden günstiger
  • Gebäudesanierung wird gefördert
  • Was sich 2020 sonst noch ändert

Bahntickets werden (teilweise) kostenlos

Die sonst übliche Anhebung der Ticket-Preise im Bahnverkehr wird's 2020 nicht geben. Die Bahn hat beschlossen, die Senkung der Mehrwertsteuer für Bahntickets auf sieben Prozent an ihre Kunden weitergeben zu wollen. Damit sollen nach Angaben der Bahn die Ticketpreise um zehn Prozent sinken.

Der neue Einstiegsfahrpreis für ICE-Fahrten soll dann mit BahnCard-Rabatt bei 13,40 Euro liegen, ohne BahnCard bei 17,90 Euro statt 19,90 Euro. Der reduzierte Steuersatz von sieben Prozent soll für alle Fahrkarten ab 50 Kilometer gelten.

Wird Bahnfahren billiger ?

WDR 5 Profit - aktuell 17.04.2019 03:08 Min. Verfügbar bis 16.04.2020 WDR 5

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Noch günstiger reisen künftig Soldatinnen und Soldaten durchs Land: Sie können ab 01. Januar 2020 alle Züge der Deutschen Bahn im Nah- und Fernverkehr kostenfrei für dienstliche und private Fahrten nutzen. Dafür erhält die Bahn eine pauschale Vergütung von der Bundeswehr.

Flugtickets kosten bald mehr

Flugzeug am Himmel

Steuern auf Flugtickets steigen

Zum April 2020 dürften die Steuern auf Flugtickets steigen. Die Luftverkehrsteuer für Flüge im Inland und in EU-Staaten wird um mehr als fünf Euro auf 13,03 Euro pro Ticket angehoben, für längere Flüge bis 6.000 Kilometer um knapp 10 Euro auf 33,01 Euro. Bei noch weiteren Flügen sollen 59,43 Euro fällig werden, etwa 18 Euro mehr als bislang. Die Fluggesellschaften dürften diese Steuer wohl zumindest teilweise auf die Flugpreise aufschlagen.

Mindestlohn und Renten steigen

Der gesetzliche Mindestlohn steigt ab 1. Januar 2020 von derzeit 9,19 Euro auf 9,35 Euro pro Stunde. Ausnahmen gelten allerdings für Auszubildende, Langzeitarbeitslose während der ersten sechs Monate nach Beendigung der Arbeitslosigkeit, Schul-Praktikanten oder auch Jugendliche, die an einer Einstiegsqualifizierung teilnehmen.

Der neue Mindestlohn gilt übrigens auch für Minijobber. Deshalb kann die Beschäftigung durch die Erhöhung des Stundenlohnes sozialversicherungspflichtig werden, wenn der Minijobber schon jetzt den gesetzlichen Mindestlohn erhält und die 450-Euro-Grenze ausschöpft.

Neben dem gesetzlichen Mindestlohn steigen 2020 auch etliche Branchen-Mindestlöhne - etwa in der Pflegebranche von 11,05 auf 11,35 Euro (West) bzw. von 10,55 auf 10,85 Euro (Ost).

Auch die rund 21 Millionen Rentner können sich auf deutlich steigende Bezüge freuen. Zum 1. Juli 2020 dürften die Renten in Westdeutschland um 3,15 Prozent und in Ostdeutschland um 3,92 Prozent steigen. Außerdem sollen auf Betriebsrenten weniger Krankenkassenbeiträge gezahlt werden.

Der Kassenbon wird Pflicht

Der Kassenbon wird ab Januar 2020 Pflicht. Egal ob beim Bäcker, Frisuer, Kiosk oder der Eisdiele: Geschäfte, die über elektronische Kassensysteme verfügen, müssen ihren Kunden beim Bezahlen einen Kassenbon aushändigen. Die Bon-Pflicht ist Teil der "Kassensicherungsverordnung", die 2016 beschlossen wurde.

Hygieneartikel und elektronische Zeitungen werden günstiger

Für Hygiene-Produkte wie Tampons und Damenbinden soll künftig nur noch der ermäßigte Mehrwertsteuersatz verlangt werden, also sieben statt 19 Prozent. Auch für elektronische Zeitungen, Zeitschriften und Bücher soll die Mehrwertsteuer auf sieben Prozent sinken.

Schneller zum Arzttermin

Niedergelassene Ärzte müssen ab 01. Januar 2020 mehr Sprechstunden für Kassenpatienten anbieten (25 statt 20 Stunden pro Woche).

Zudem führen die Kassenärztlichen Vereinigungen ihren Terminservice unter der bundesweit einheitlichen und rund um die Uhr erreichbaren Telefonnummer 116 117 zusammen. Dort sollen Patienten eine erste Einschätzung bekommen, wie dringlich sie behandelt werden müssen - und in eine Praxis oder eine Klinik weitergelotst werden. Die Wartezeit auf den Termin darf dabei vier Wochen nicht überschreiten. 

Terminservice beim Arzt - Kann das funktionieren?

WDR 5 Morgenecho - Beiträge 13.02.2019 03:01 Min. Verfügbar bis 12.02.2020 WDR 5 Von Thomas Kalus

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Gesundheits-Apps und Masern-Impfpflicht

Patienten sollen im neuen Jahr bestimmte Gesundheits-Apps fürs Handy als ärztliche Verschreibung von der Krankenkasse bezahlt bekommen. Dabei geht es etwa um Angebote, die beim regelmäßigen Einnehmen von Medikamenten helfen. Das Gesetz soll im Januar 2020 in Kraft treten.

Zum besseren Schutz vor Masern tritt zum 01. März 2020 die Impfpflicht in Kraft. Eltern müssen dann vor der Aufnahme ihrer Kinder in Kitas oder Schulen nachweisen, dass diese geimpft sind. Für Kinder, die schon zur Kita oder in die Schule gehen, muss der Nachweis bis zum 31. Juli 2021 erfolgen. Bei Verstößen drohen bis zu 2.500 Euro Bußgeld.

Impfpflicht: Richtige Entscheidung?

WDR 5 Tagesgespräch 15.11.2019 51:02 Min. Verfügbar bis 14.11.2020 WDR 5

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Hebammen im Hörsaal

Hebammen erlernen ihren Beruf künftig im Rahmen eines Hochschulstudiums. Die Ausbildung besteht ab 2020 aus einem drei- bis vierjährigen Bachelor-Studium mit hohem Praxisanteil und einer staatlichen Abschlussprüfung.

Pakete werden teurer, Briefe nicht

Ein Briefkasten steht neben einem Briefmarkenautomaten

Änderungen bei Bücher- und Warensendungen

Für die meisten Versandarten ändert sich zum 01. Januar 2020 nichts. Standardbriefe innerhalb Deutschlands kosten weiterhin 80 Cent, Postkarten 60 Cent. Das Porto für internationale Standardbriefe hatte die Post bereits Mitte 2019 auf 1,10 Euro, die für eine Postkarte auf 95 Cent erhöht. Auch die Preise bleiben vorerst gleich.

Allerdings unterscheidet die Post nun nicht mehr zwischen Bücher- und Warensendungen. Eine seit Juli 2019 geltende Übergangsfrist endet zum 01. Januar. Danach akzeptiert die Post nur noch die beiden Produkte "Bücher- und Warensendung bis 500 Gramm" für 1,90 Euro und die "Bücher- und Warensendung bis 1.000 Gramm" für 2,20 Euro.

Auch beim Paketversand gelten neue Preise - zumindest bei der Post-Tochter DHL. Ein bis zu zwei Kilo schweres, mittlegroßes Päckchen kostet in der Filiale künftig 4,79 Euro (statt bisher 4,50 Euro). Der Versand eines 10-Kilo-Pakets verteuert sich um einen Euro auf 10,49 Euro. Auch die Transportversicherung (bis 2.500 Euro) kostet dann sieben (statt sechs) Euro.

Gebäudesanierung wird gefördert

Wer in seiner Eigentumswohnung oder in seinem Haus Wände, Decken oder Dach dämmt, Fenster, Türen, Lüftungen oder die Heizung erneuert oder digitale Anlagen zum Energiesparen einbaut, soll ab 2020 über drei Jahre steuerlich gefördert werden. Die Immobilie muss dafür älter als zehn Jahre sein, die Fördermöglichkeit soll zunächst zehn Jahre bestehen.

Vorgesehen ist, dass 20 Prozent der Kosten und maximal insgesamt 40.000 Euro je Haus oder Wohnung über drei Jahre verteilt von der Steuerschuld abgezogen werden können.

Mehr Müll durch Kassenbonpflicht

WDR 5 Quarks - Topthemen aus der Wissenschaft 19.12.2019 06:00 Min. Verfügbar bis 18.12.2024 WDR 5 Von Andreas Sträter

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Stand: 31.12.2019, 20:58

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