Aufstiegs-Bafög: Wer die Gelder für Fortbildungen beantragen kann

Ein Filzstift liegt am 09.05.2016 in Berlin auf einem Antragsformular

Aufstiegs-Bafög: Wer die Gelder für Fortbildungen beantragen kann

Von Claudia Wiggenbröker

  • Mehr Menschen nutzen Aufstiegs-Bafög
  • Fortbildungen werden gefördert
  • Für Lehrgänge in Voll- und Teilzeit

In NRW haben im vergangenen Jahr 25.583 Menschen Aufstiegs-Bafög erhalten. Das sind rund 600 mehr als noch 2017 - so das statistische Landesamt am Freitag (16.08.2019).

Rund 700 Fortbildungen werden gefördert

Die finanzielle Förderung ist für Personen gedacht, die sich beruflich weiter qualifizieren wollen. Laut Bundesbildungsministerium werden rund 700 Fortbildungsabschlüsse unterstützt. Dazu zählen unter anderem: Meister, Betriebswirte, Techniker und Erzieher.

Wer die Gelder erhalten möchte, muss allerdings bestimmte Voraussetzungen erfüllen.

Die Voraussetzungen

In der Regel ist eine abgeschlossene Berufsausbildung eine Bedingung, um die finanzielle Unterstützung zu erhalten. Es gibt aber Ausnahmen: So können zum Beispiel auch Bachelorabsolventen, Studienabbrecher oder Abiturienten mit Berufspraxis die Förderung beantragen.

Das Alter der Person, die gefördert werden möchte, spielt hingegen keine Rolle. Ob die Fortbildung von einem öffentlichen oder privaten Träger durchgeführt wird, ist ebenfalls unerheblich.

Wichtig ist, dass die Lehrgänge auf öffentlich-rechtliche Prüfungen vorbereiten. Sie müssen zudem mindestens 400 Unterrichtsstunden umfassen. Die Fortbildungen können sowohl in Voll- als auch in Teilzeit sowie als Präsenz- oder Fernlehrgang absolviert werden.

Zuschuss und Darlehen

Das Aufstiegs-Bafög erfolgt teilweise als Zuschuss, der nicht mehr zurückgezahlt werden muss. Der Rest wird über die KfW-Bank als Darlehen vergeben, das laut Bildungsministerium "zinsgünstig" ist.

Die Finanzspritze gibt es für Lehrgangs- und Prüfungsgebühren. Auch Materialkosten können geltend gemacht werden. Bei Fortbildungen in Vollzeit können die Geförderten auch Geld für ihren Lebensunterhalt bekommen. Beispielsweise erhalten Alleinerziehende einen Zuschuss von 130 Euro, um die Betreuungskosten für ihren Nachwuchs besser stemmen zu können.

Die Höchstsätze liegen bei maximal 885 Euro für Alleinstehende und 1.120 Euro für Alleinerziehende. Die Sätze waren Anfang des Monats im Zuge der Bafög-Reform erhöht worden.

Personen mit Wohnsitz in NRW können die Förderung bei der Bezirksregierung Köln oder bei der IHK, die für die Abnahme ihrer Prüfung zuständig ist, beantragen.

BAföG-Reform WDR aktuell 05.04.2019 02:01 Min. Verfügbar bis 05.04.2020 WDR Von Meike Hendriksen

Stand: 16.08.2019, 15:49

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