Atommüll-Endlager in NRW wohl unwahrscheinlich

Suche nach dem Endlager: Wohin mit dem Atommüll? Aktuelle Stunde 24.04.2019 01:37 Min. UT Verfügbar bis 24.04.2020 WDR Von Sebastian Auer

Atommüll-Endlager in NRW wohl unwahrscheinlich

  • Bis 2031 will Bund Endlager-Standort für Atomabfälle finden
  • Gesucht wird auch in NRW
  • Wohl mit wenig Erfolgsaussicht - so der Geologische Landesdienst

Seit Jahrzehnten sucht Deutschland ein Endlager für hoch radioaktive Abfälle. Auch unter Beteiligung der Bürger soll bis 2031 eine Entscheidung über den Standort getroffen werden. In Kiel findet dazu am Mittwoch (24.04.2019) die bundesweit erste Informationsveranstaltung des Bundesamtes für kerntechnische Entsorgungssicherheit (BfE) statt.

In NRW ist eine solche Veranstaltung in diesem Jahr in Düsseldorf geplant. Der genaue Termin steht nach BfE-Angaben jedoch noch nicht fest. Klar sei hingegen, dass auf dem Kirchentag in Dortmund im Juni eine mobile Endlager-Ausstellung präsentiert werde.

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Sicherheit für eine Million Jahre

Gesucht wird ein Standort, wo Atommüll für eine Million Jahre verwahrt werden kann. "Wärme entwickelnde radioaktive Abfälle müssen so tief liegen, dass sie durch Erdbewegungen nicht an die Oberfläche kommen können", sagt Professor Roland Strauß vom Geologischen Dienst NRW. Das könne unter Umständen ab einer Tiefe von 500 Metern der Fall sein.

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Die staatlichen Geologischen Dienste liefern dem BfE Angaben zu den Gesteinsformationen in den jeweiligen Bundesländern - und damit eine wichtige Diskussionsgrundlage.

Grundsätzlich geeignet sind drei "Wirtsgesteine": Steinsalz, Tongestein und Kristallingestein - in einer "Mindestmächtigkeit" von 100 Meter Dicke. Die Suche nach einem möglichen Standort in NRW ist nach Einschätzung des Landesbetriebes allerdings schwierig.

Kein kristallines Gestein

"Steinsalz-Vorkommen gibt es zwei in NRW: im Raum Xanten und bei Gronau", sagt Diplom-Geologe Strauß. "Doch beide Regionen scheiden aus, weil dort Bergbau betrieben wird." Denn dadurch sei der Boden durchlöchert und somit instabil.

Auch das Ruhrgebiet und der Niederrhein kämen wegen des Kohleabbaus nicht infrage. Ebenso ungeeignet sei das Siegerland: "Dort wurde Eisenerz gefördert."

Tongestein sei in NRW zwar im ostwestfälischen Grenzbereich zu Niedersachsen vorhanden. Es müsse im Detail aber noch auf seine Eignung untersucht werden. "Und kristallines Gestein wie Granit und Gneiss gibt es in NRW überhaupt nicht."

Andere Bundesländer geeigneter

Auch Erdbebengebiete wie die Kölner Bucht, der Niederrhein und die Eifel kämen für ein Endlager nicht infrage.

Das Fazit: "Ich gehe davon aus, dass in NRW kein Suchraum ausgewiesen wird", sagt Professor Strauß vom Geologischen Dienst NRW. Andere Bundesländer seien eher als Favoriten zu sehen.

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