Intervallfasten: Wie geht das?

Ein Teller auf dem Messer und Gabel – angelehnt an eine Uhr – auf 4 Uhr stehen. Der Bereich zwischen dem Besteck ist mit Essen gefüllt.

Intervallfasten: Wie geht das?

Von Marius Brüning

  • Stunden- oder tageweiser Verzicht auf Essen
  • Beliebte Alternative zu klassischen Fastenkuren
  • Wissenschaftlich bisher wenig erforscht

Traditionell beginnt nach Karneval am Aschermittwoch die Fastenzeit. Für viele der richtige Zeitpunkt für eine Diät: sich gesünder ernähren, sich in Verzicht üben – und vielleicht ein paar Pfunde verlieren. Häufig setzt nach der kurzfristigen Fastenphase aber der bekannte Jojo-Effekt ein, bei dem man wieder zunimmt. Eine Alternative zur kurzfristigen Diät bietet das Intervallfasten.

Was bedeutet "Intervallfasten"?

Mann mit Taillenspeck

Jojo-Effekt nicht ausgeschlossen

Beim Intervallfasten – auch intermittierendes Fasten genannt – wird tage- oder stundenweise auf Nahrung verzichtet. Es gilt: kein Verzicht auf bestimmte Lebensmittel und kein lästiges Kalorienzählen, es darf alles gegessen werden – aber nur zu bestimmten Zeiten. Statt Kalorien zählen heißt es Stunden oder Tage zählen.

Welche Formen des Intervallfastens gibt es?

16:8-Methode: Bei dieser Methode wird 16 Stunden lang auf das Essen verzichtet. In einem Zeitfenster von 8 Stunden darf gegessen werden. Zum Beispiel in der Zeit von 10 – 18 Uhr oder auch von 8 –16 Uhr. Je nach persönlichem Tagesrhythmus kann man die Zeit selbst festlegen und zum Beispiel auf Frühstück oder Abendessen verzichten. Was vielen bei dieser Methode leicht fällt: Ein großer Teil der Phase, in der nicht gegessen werden darf, wird schlicht verschlafen.

5:2-Methode: Fünf Tage in der Woche darf man ganz normal essen, an zwei Tagen wird dafür aber komplett gefastet (etwa ein Viertel der üblichen Energiezufuhr ist an diesen Tagen aber erlaubt). An welchen Tagen in der Woche man fastet, kann man sich aussuchen.

Trinken ist auch bei beiden Methoden ausdrücklich erwünscht, nach Möglichkeit allerdings kalorienfreie Getränke.

Was bringt das Ganze?

Rote Äpfel

Kein Verzicht auf bestimmte Lebensmittel

Das Intervallfasten ermöglicht das Abnehmen ohne komplizierte Regeln. Doch das sei zugleich Nachteil dieser Fastenmethode, sagt Antje Gahl, Ernährungswissenschaftlerin bei der Deutschen Gesellschaft für Ernährung: "Der Nachteil ist, dass wir keine speziellen Lebensmittel vorgegeben haben, das heißt jeder kann machen, was er möchte. Und das führt häufig dazu, dass die Menschen dann doch mehr essen oder vielleicht wieder so viel essen wie vorher."

Das heißt: Auch beim Intervallfasten sind also eine grundsätzlich gesunde und ausgewogene Ernährung zwischen den Essenspausen und keine übermäßige Kalorienzufuhr wichtig.

Tierversuche deuten auf positive medizinische Effekte hin. Ein genereller Vorteil des Intervallfastens gegenüber anderen Fastenmethoden ist aber bisher wissenschaftlich nicht ausreichend belegt - klinische Humanstudien zum Intervallfasten gibt es nämlich bislang nur wenige.

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WDR 5 Morgenecho - Westblick am Morgen 20.01.2020 04:01 Min. Verfügbar bis 19.01.2021 WDR 5 Von Meriem Benslim


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Stand: 26.02.2020, 00:00

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