Symbolbild: Ein Mann sucht in einem Mülleimer nach Verwertbarem

13 Millionen Menschen in Deutschland armutsgefährdet

Stand: 04.08.2022, 08:58 Uhr

Fast 16 Prozent der deutschen Bevölkerung war im vergangenen Jahr gefährdet, in Armut abzurutschen. Das geht aus dem aktuellen Bericht des Statistischen Bundesamtes hervor.

Nach Berechnungen des Statistischen Bundesamtes ist fast jeder Sechste in Deutschland armutsgefährdet. Wie das Bundesamt am Donnerstag in Wiesbaden mitteilte, hatten 13 Millionen Menschen im vergangenen Jahr ein signifikantes Risiko, in Armut abzurutschen. Das entspricht 15,8 Prozent der Bevölkerung in Deutschland. 2020 waren es 13,2 Millionen Menschen und damit 16,1 Prozent der Bevölkerung.

Eine Person gilt nach den Kriterien des Bundesamtes als armutsgefährdet, wenn sie über weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens der Gesamtbevölkerung verfügt. 2021 lag dieser Schwellenwert für eine alleinlebende Person in Deutschland bei 15.009 Euro netto im Jahr, für zwei Erwachsene mit zwei Kindern unter 14 Jahren bei 31.520 Euro netto.

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Frauen von Armut gefährdeter als Männer

Insgesamt waren 16,5 Prozent der Frauen, aber nur 15,1 Prozent der Männer im Jahr 2021 von Armut bedroht. Bei den Frauen ab 65 Jahren fiel das Armutsgefährdungsrisiko im Jahr 2021 mit 21,0 Prozent noch deutlich höher aus als bei den Männern derselben Altersklasse mit 17,4 Prozent.

Die geringeren Alterseinkommen von Frauen im Vergleich zu Männern seien beispielsweise auf unterbrochene Erwerbsbiografien und damit geringere Rentenansprüche zurückzuführen, erläuterte das Bundesamt.

Berechnungen basieren auf europäischen Daten

Das Statistische Bundesamt stützt sich bei seinen Berechnungen auf Ergebnisse der europäischen Gemeinschaftsstatistik über Einkommen und Lebensbedingungen (European Union Statistics on Income and Living Conditions). Diese Statistik sei die amtliche Hauptdatenquelle für die Messung von Armutsgefährdung und Lebensbedingungen auf Bundesebene in Deutschland sowie in den Mitgliedstaaten der Europäischen Union. Für 2021 lägen bislang nur Erstergebnisse vor, bei den Angaben für 2020 handele es sich um Endergebnisse.

Über dieses Thema berichtet auch die Aktuelle Stunde am Donnerstag, 4. August 2022, um 18.45 Uhr.

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