Das ist Armin. Der wird 80.

Das ist Armin. Der wird 80.

Von Claudia Wiggenbröker

Armin Maiwald weiß, wie die Löcher in den Käse kommen. Und dank ihm wissen es viele Fernsehzuschauer auch. Heute wird der Miterfinder der Maus 80.

Schon seit vielen Jahren sind sie ein Team: Armin Maiwald und die Maus. "Der Armin" dreht die bekannten Sachgeschichten, in denen er Alltagsphänomene für Kinder erklärt. Ganz zu Anfang machte Maiwald das noch ohne Sprechertext: Erste Episoden wie "Das Ei" waren nur mit Musik unterlegt. Das hat sich Anfang der 70er Jahre geändert. Mittlerweile sind Maiwalds Erzählweise und seine markante Stimme zu einem Markenzeichen der "Sendung mit der Maus" geworden. Wie es dazu kam, hat WDR aktuell in einer Bildergalerie festgehalten - inklusive der besten Zitate aus der "Sendung mit der Maus".

Schon seit vielen Jahren sind sie ein Team: Armin Maiwald und die Maus. "Der Armin" dreht die bekannten Sachgeschichten, in denen er Alltagsphänomene für Kinder erklärt. Ganz zu Anfang machte Maiwald das noch ohne Sprechertext: Erste Episoden wie "Das Ei" waren nur mit Musik unterlegt. Das hat sich Anfang der 70er Jahre geändert. Mittlerweile sind Maiwalds Erzählweise und seine markante Stimme zu einem Markenzeichen der "Sendung mit der Maus" geworden. Wie es dazu kam, hat WDR aktuell in einer Bildergalerie festgehalten - inklusive der besten Zitate aus der "Sendung mit der Maus".

Er sei schon als Kind neugierig gewesen, erinnert sich Maiwald. "Ich habe meiner Mutter immer Löcher in den Bauch gefragt - und sie hat versucht, mir alles zu erklären." Niemals habe er von ihr gehört, dass er noch zu klein sei, um Dinge zu begreifen. Armin Eckhard Maiwald wurde am 23. Januar 1940 in Köln geboren. Wie er seine Kindheit in der Nachkriegszeit erlebt hat, bringt er seinen jungen Zuschauern in der "Nachkriegsmaus" 1989 näher. Seine Mutter stellt er dort mit Turban dar - schließlich habe es damals auch keinen Frisör gegeben. "Ich hatte eine tolle Mutter, die leider viel zu früh verstorben ist", sagt Maiwald.

Seine Mutter inspirierte ihn dazu, Fragen zu stellen - ein Lehrer sorgte dafür, dass Maiwald seine Leidenschaft fürs Fernsehen entdeckte. Der WDR war damals auf der Suche nach jungen Teilnehmern für eine Diskussionsrunde. Daraufhin zwangsverpflichtete sein Lehrer "den Maiwald mit der Schandschnauze" zur Teilnahme am Casting. Der junge Mann wurde ausgewählt. Bei der Aufnahme der Diskussion faszinierte ihn das Studio-Flair. Nach seinem Abitur in Köln schrieb sich Maiwald dann an der Uni ein. "Mit meinem druckfrischen Studentenausweis habe ich beim WDR als Kabelhilfe angeheuert." Seine ersten Aufgaben: Nägel aus Kulissen ziehen und Möbel abstauben.

1971 wurde das WDR-Kinderfernsehen dann verstärkt: Die Maus kam hinzu. Die Figur basiert auf einer Buchidee namens "Die Maus im Laden". Sie kam so gut an, dass bald die ganze Sendung nach dem Tier benannt wurde. Anfang der 70er stieß dann jemand zum Team, der ebenfalls zu einer Institution im Kinderfernsehen werden sollte: der Christoph. Für ihre Verdienste haben die beiden Fernsehmacher Armin Maiwald und Christoph Biemann übrigens 1995 den Bundesverdienstorden und 2019 den Verdienstorden des Landes Nordrhein-Westfalen erhalten.

In fünf Jahrzehnten ist Maiwald vielen Alltagsphänomenen auf den Grund gegangen: Wie kommen die Streifen in die Zahnpasta? Warum ist die Banane krumm? Und was genau ist eigentlich Strom? Dabei schreckte der Maus-Macher auch nicht vor Experimenten am eigenen Körper zurück. So ließ er sich beispielsweise 1993 eine Dauerwelle zaubern.

Häufig brachte Maiwald auch persönliche Anekdoten in seine Filme. Beispielsweise, dass er sich oft beim Frühstück fragt, wie die Löcher eigentlich in den Käse kommen. Doch nicht nur für die "Sendung mit der Maus" war Maiwald im Einsatz. Die Puppenserie "Robbi, Tobbi und das Fliewatüüt" gehört ebenfalls zu seinen Werken. Oder der "Spatz vom Wallrafplatz". Die Kinderserie war in den 70er Jahren so beliebt, dass sie irgendwann an ihrem eigenen Erfolg zugrunde ging: Sobald das Team auf dem Wallrafplatz in der Kölner Innenstadt filmen wollte, bildete sich eine solche Menschentraube, dass die Arbeiten unmöglich wurden. "So ist es kaputt gegangen."

Für den "Spatz vom Wallrafplatz" gab es also kein Happy End - dabei ist das eigentlich wichtig für den Filmemacher Maiwald. "Unsere Geschichten lassen immer Hoffnung am Ende. Hoffnung und Optimismus - das ist das, was unsere nachfolgenden Generationen brauchen. Damit sie mit der Welt zurecht kommen, die wir ihnen zurücklassen." Wie wir die Welt zurücklassen, darüber hat sich Maiwald in vielen seiner Filme Gedanken gemacht. 1998 beispielsweise beim Thema "Müll vermeiden".

Während andere mit 80 Jahren schon längst im Ruhestand sind, denkt Maiwald nicht ans Aufhören. "Soll ich Zuhause sitzen und Blümchen an der Tapete zählen? Ich würde meiner Frau furchtbar auf den Keks gehen. Die würde mich raus scheuchen." Also dreht er lieber weiter für die jungen Zuschauer der Maus - wie beispielsweise 2019, als er bei den Festspielen in Bayreuth einen Blick hinter die Kulissen warf.

Armin Maiwald ist Regisseur, Autor, Reporter, Sprecher. Und er ist Kölner. Seinen 80. Geburtstag wird er in einer Kölschkneipe begehen. "Ich hätte eigentlich nicht unbedingt feiern wollen, aber meine Frau hat das so beschlossen." Na dann: Happy Birthday, Armin!

Stand: 22.01.2020, 12:57 Uhr