Foto von Archie Battersbee

Geräte abgestellt: Zwölfjähriger Archie in London gestorben

Stand: 06.08.2022, 20:58 Uhr

Der zwölfjährige Archie Battersbee aus Großbritannien ist tot. Bis zuletzt hatten seine Eltern dafür gekämpft, dass die lebenserhaltenden Maschinen nicht abgestellt werden.

Archie starb am Samstag in einem Londoner Krankenhaus. Das gab die Mutter des Zwölfjährigen bekannt. Der Junge hatte bei einem Unfall im April schwerste Hirnschäden erlitten und hatte seitdem im Koma gelegen. Der Fall hatte international rege Anteilnahme hervorgerufen. Die Eltern des Jungen wollten erreichen, dass ihr Sohn weiterhin an lebenserhaltende Maschinen angeschlossen bleibt und künftig in einem Hospiz versorgt wird.

Die behandelnden Ärzte hatten Archie zuvor für hirntot erklärt. Es sei unmöglich, dass sich sein Zustand in Zukunft verbessern werde, so ihre einhellige Prognose. Die Eltern hatten dennoch vor Gericht darum gekämpft, dass ihr Sohn weiter behandelt wird - ohne Erfolg. Schließlich hatten sie auch den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte in Straßburg und die Vereinten Nationen angerufen.

Die Straßburger Richter hatten sich jedoch der Ansicht des britischen Gerichts angeschlossen, dass die Weiterbeatmung nach "zwingendsten Anzeichen" nicht im Interesse des Jungen sei.

Andere Rechtslage in Deutschland

In Deutschland wäre im "Fall Archie" anders gehandelt worden: Hier treffen grundsätzlich die Eltern die schwere Entscheidung, ob sie ihr Kind weiter palliativ behandeln lassen - auch wenn es keine Aussicht auf eine Verbesserung gibt. In Großbritannien ist die ärztliche Einschätzung hingegen maßgebend.

Wie selbstbestimmt und würdevoll kann Sterben sein? (5/5)

Grenzwertig. Ethik zwischen Leben und Tod 14.07.2022 29:04 Min. Verfügbar bis 14.07.2023 ARD Von Michael Hollenbach


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