Kommt das Recht auf Hitzefrei für Arbeitnehmer?

Sommer im Büro

Kommt das Recht auf Hitzefrei für Arbeitnehmer?

Von Martin Teigeler

  • Debatte über Forderung nach Hitzefrei für Beschäftigte
  • Verdi: Regeln zu Extremwetter in Tarifverträge schreiben
  • Grüne fordern Möglichkeit zu mehr Homeoffice

Wer fordert was?

Als Konsequenz aus der jüngsten Hitzewelle mit Temperaturen über 40 Grad diskutieren Politiker, Gewerkschafter und Arbeitgeber darüber, ob Beschäftigte künftig ein Recht auf Hitzefrei bekommen könnten - ähnlich wie bei Schülern. "Angesichts des Klimawandels wird dieses Thema mehr in den Fokus rücken und sicherlich auch in Tarifverhandlungen künftig zunehmend eine Rolle spielen", sagte ein Sprecherin der Gewerkschaft Verdi am Freitag (26.07.2019) auf WDR-Anfrage.

Welche Rechte haben Beschäftigte bisher?

Laut Verdi gibt es noch "kein automatisches Recht auf Hitzefrei". Die Arbeitsstättenverordnung regele lediglich, dass ein Arbeitsraum ab 35 Grad unzumutbar sei. Die Gewerbeaufsichtsämter der Länder seien für die Kontrolle zuständig. Einen Präzedenzfall für einen hitzebedingten frühen Feierabend gab es schon in NRW: Die Arbeitsagentur in Siegen schloss am Donnerstag (25.07.2019) zweieinhalb Stunden früher als gewohnt. Der Grund: die Temperatur in den Büros.

Während sich Verdi unter anderem um die Interessen von Bürobeschäftigten kümmert, vertritt die IG Bau zum Beispiel Maurer oder Gerüstbauer. Die Gewerkschaft: "Die pralle Mittagssonne kann den stärksten Bauarbeiter umhauen. Da macht es Sinn, die Arbeitszeiten zu verschieben und lieber morgens früher anzufangen oder abends länger zu machen." Auch die Prävention vor Hautkrebs sei wichtig bei Menschen, die im Freien arbeiten.

Heiße Jobs: Unterwegs mit der Feuerwehr Lokalzeit Ruhr 26.06.2019 02:33 Min. Verfügbar bis 26.06.2020 WDR Von Jennifer Kerkhoff

Was sagen Politiker und Unternehmer?

Ein "Recht auf Homeoffice" für Büroangestellte und ein "Recht auf Hitzefrei" für Arbeitnehmer mit Freiluftberufen fordern die Grünen für künftige Hitzeperioden. Die Klimakrise sei eine Gefahr für die menschliche Gesundheit, heißt es in einem "Hitzeaktionsplan" der Grünen.

Handwerkspräsident Hans Peter Wollseifer zeigt sich offen: "Arbeitgeber haben eine Fürsorgepflicht, der sie nachkommen müssen", sagte er in der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Der Arbeitgeberverband BDA und der Arbeitgeber-Verband Unternehmer.NRW teilten mit, es sei Aufgabe der Betriebe, individuelle Maßnahmen zu treffen.

Stand: 26.07.2019, 18:20

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