Zeichen gegen Antisemitismus vor Kölner Dom

Teilnehmer der Kundgebung "Kippa Colonia" auf dem Domplatz in Köln.

Zeichen gegen Antisemitismus vor Kölner Dom

  • Mehrere hundert Demonstranten bei "Köln trägt Kippa"
  • Zeichen gegen Antisemitismus
  • Kundgebungen auch in anderen Städten

Mehrere hundert Menschen haben am Mittwochabend (25.04.2018) in Köln gegen Antisemitismus demonstriert. Auf der Domplatte trugen zahlreiche Bürger als Zeichen der Solidarität die Kippa, eine kleine runde Kappe aus Stoff. Normalerweise wird sie von Männern getragen, die der jüdischen Religion angehören.

Zeichen gegen Judenhass

Die Veranstaltung verlief nach Angaben von Polizei und Beobachtern friedlich und ohne Störungen. Man dürfe den öffentlichen Raum "weder islamistischen noch rechtsextremen Antisemiten überlassen", hatte der Kölner Schauspieler und Autor Gerd Buurmann in seinem Aufruf zu der Demonstration betont. Judenfeindlichkeit drohe in Deutschland wieder salonfähig zu werden. Das gehe alle an.

Köln trägt Kippa: "Es ist schön, dass man sich solidarisch zeigt"

WDR 2 | 25.04.2018 | 04:06 Min.

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Die Synagogengemeinde Köln unterstützte die Aktion im Vorfeld - ebenso wie Kölner Politiker. Demo-Teilnehmer konnten eine Kippa beim Veranstalter ausleihen. Anlass für die Demonstrationen war die judenfeindliche Attacke auf einen 21-jährigen Israeli und seinen Freund vor gut einer Woche in Berlin.

Demo-Abbruch in Berlin

Auch in Berlin, Erfurt, Magdeburg und Potsdam fanden am Abend Solidaritätskundgebungen statt. In Berlin-Neukölln wurde eine kleinere Demo kurz nach Beginn abgebrochen, weil sich die Teilnehmer bedroht fühlten. Ein Störer entriss einem Demonstranten eine Israel-Fahne. Zu einer größeren Kippa-Kundgebung in Berlin-Charlottenburg kamen 2.500 Menschen.

Der Präsident des Zentralrates der Juden in Deutschland, Josef Schuster, zu Vorsicht bei öffentlichen Solidaritätskundgebungen geraten. Er sagte dem RBB, er würde "davon abraten müssen, sich offen mit einer Kippa im großstädtischen Milieu in Deutschland zu zeigen".

Schuster forderte ein konsequentes Einschreiten gegen alle Formen von Antisemitismus in Deutschland. "Es darf keine Toleranz für Intoleranz geben", sagte der Zentralrats-Präsident.

Stand: 25.04.2018, 20:40