Das sind die Opfer des rechten Terrors in Hanau

Fotos von zwei Opfern werden bei einer Trauerfeier in Hanau hochgehalten.

Das sind die Opfer des rechten Terrors in Hanau

  • Neun Menschen im Alter zwischen 21 und 44 Jahren
  • Manche Opfer hatten auch die deutsche Staatsangehörigkeit
  • Auch Mutter von zwei Kindern tot

Der Schock und die Trauer in Hanau sitzen tief. Der rechtsextreme Terror traf neun Menschen völlig unvermittelt an Orten, an denen sie sich sicher fühlten und den Tag ausklingen lassen wollten. Die Opfer, die bei dem Anschlag auf eine Shisha-Bar und einen Kiosk mit Café starben, hatten alle ausländische Wurzeln. Die Bar war ein Treffpunkt für Migranten, daher wählte der Täter den Ort wohl aus.

Getötete waren zwischen 21 und 44 Jahre alt

Und die Opfer hatten noch etwas gemeinsam: Sie waren alle jung, zwischen 20 und 44 Jahre alt. Drei der Toten hatten die deutsche Staatsangehörigkeit, zwei die türkische, außerdem starben in Hanau ein Bulgare und ein Rumäne. Ein weiteres Opfer stammte aus Bosnien-Herzegowina, und ein Getöteter hat die deutsche und die afghanische Staatsangehörigkeit.

Hamza Kurtovic wurde wie sein Vater in Deutschland geboren. Ursprünglich stammt die Familie aus Bosnien-Herzegowina. Hamza wurde nur 20 Jahre alt. Auch Ferhat Ünver (22) wurde in Deutschland geboren. Er hatte gerade erst seine Lehre zum Heizungs- und Gas-Installateur abgeschlossen. Aus Rumänien kam der 23-jährige Vili Viorel Paun. Er arbeitete für eine Kurierfirma.

Kalojan W. aus Bulgarien wurde 33 Jahre alt. Ein anderes, namentlich nicht bekanntes Opfer war 34 Jahre alt. Der Mann war in Regensburg aufgewachsen und vor ein paar Jahren nach Hanau gezogen, um sich dort selbständig zu machen.

Bruder eines Opfers: "Jetzt ist nicht nur er gestorben. Wir alle sind gestorben"

Der 37-jährige Gökhan Gültekin stammte aus einer kurdischen Familie. "Er war eine Stütze für meine Eltern, er hat noch zuhause gelebt. Mein Vater und meine Mutter sind sehr krank. Jetzt ist nicht nur er gestorben. Wir alle sind gestorben", sagte sein Bruder Cetin Gültekin dem WDR.

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Bei dem Anschlag kam neben acht Männern auch eine Frau ums Leben. Die 35-jährige Mercedes Kierpacz war laut Zentralrat Deutscher Sinti und Roma eine deutsche Staatsbürgerin und Angehörige der nationalen Minderheit der Romni. Sie hinterlässt zwei Kinder. Unter den Toten sind auch Said Nesar Hashemi und Sedat Gürbüz, über die bisher nur wenig bekannt ist.

Opferbeauftragter der Bundesregierung: "Man muss jetzt zuhören"

WDR 2 21.02.2020 03:48 Min. Verfügbar bis 20.02.2021 WDR Online

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Ebenfalls zum Opfer wurde die deutsche Mutter (72) des Attentäters. Der 43-jährige Sportschütze erschoss sie und danach sich selbst. Unter den Verletzten sind laut Landeskriminalamt LKA je zwei Menschen mit deutscher und türkischer und einer mit deutsch-afghanischer Staatsangehörigkeit.

Stand: 21.02.2020, 21:17

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