Silber-Sander: Heimatverein Ennepetal feiert Vize-Weltmeister

Jubelnde Wintersportfans freuen sich für Andreas Sander

Silber-Sander: Heimatverein Ennepetal feiert Vize-Weltmeister

Von Philip Raillon

Andreas Sander von der SG Ennepetal ist bei der Ski-WM zweiter geworden. Bei seinem Heimatverein sorgte das für große Freude.

Die Freude über den Vize-Weltmeistertitel ist greifbar an der "Andy-Hütte“ der SG Ennepetal. Nach der Silber-Fahrt des Ski-Profis Andreas Sander sind Freunde und Bekannte an das Vereinsheim gekommen. Dort hat auch er als kleiner Junge zum ersten Mal auf den Brettern gestanden. Er fährt noch immer im Namen des Vereins.

Vereinsmitglieder fieberten vor dem Fernseher mit

"Wir haben richtig mitgefiebert“, sagt Rüdiger Muylkens, stellvertretender Voristzender der SG Ennepetal. Die vergangenen Jahre haben die Ennepetaler den Weg von Andreas Sander mitverfolgt. Von ihrem "Andy“, wie ihn in diesem Teil des Ennepe-Ruhr-Kreis alle nur nennen. Bei vielen Weltcup-Rennen waren sie dabei, sind teils mitgereist oder waren zumindest vor dem Fernseher. "Wir haben so gehofft, dass er es jetzt endlich mal auf das Podest schafft“, sagt Muylkens.

Andreas Sander wird auf den Schultern des DSV-Teams gefeiert

Das DSV-Team feiert die Silbermedaille von Andreas Sander

Und das hat er. Der erste Podestplatz für Sander – und dann bei der Weltmeisterschaft. In Cortina D’Ampezzo passt für den 31-Jährigen alles. Sander kommt mit Startnummer 2 aus dem Starthäuschen. Bei strahlendem Sonnenschein brettert er die italienische Eispiste runter. Als er über das Ziel kommt leuchtet eine rote "+0,01“ auf. Der Spitzen-Athlet hat die zweitbeste Zeit mit nur einer hundertstel Sekunde Abstand auf den Sieger Vincent Kriechmayr aus Österreich.

"Jetzt ist der Knoten zerschlagen"

"Das ist eine Skischuhlänge. Wenn die Piste fünf Meter länger gewesen wäre, hätte er das gewonnen“, sagt Jörg Püttmann. Er trainiert den Nachwuchs bei der SG Ennepetal. Und ist sich sicher: "Jetzt ist der Knoten zerschlagen, ab jetzt kommt er noch öfter auf das Podest.“

Schild vor einer Skipiste: "Rodeln verboten"

Am Vereinsheim der SG Ennepetal treffen sich an diesem Sonntag einige Mitglieder. Freudig begrüßen sie sich – coronakonform natürlich. Der Nachwuchs rutscht selbst die Teufelswiese am Rande des Ruhrgebiets herunter. Eine etwa hundert Meter lange Wiese auf der einst schon Andreas Sander das Skifahren lernte. "Das ist toll. Vielleicht schaffe ich das auch mal“, sagt Ben. Andreas Sander ist sein Vorbild – wie eigentlich von allen des kleinen Nachwuchsteams.

Eltern schauten auf dem heimischen Sofa zu

Die Familie von Andreas Sander hat das Rennen ihres Sohnes auf dem heimischen Sofa miterlebt. Das sei für sie ein völlig surrealer Tag, sagte Ingeborg Sander am Sonntagnachmittag. Mit ihrem Ehemann ist sie anschließend erstmal raus gegangen – Luftschnappen in den Wäldern von Ennepetal.

Auch zahlreiche Ennepetaler sind am Sonntag rund um die Teufelswiese unterwegs. Der Sieg von Andreas Sander ist Thema Nummer 1 – auch bei Nicht-Vereinsmitgliedern. "Ganz Ennepetal bekommt das mit“, sagt Carmen Iliohan. Und erzählt gleich, wie Andy einst selbst hier über den Schnee rutschte. Das ist lange her. "Andy ist trotzdem auf dem Boden geblieben. Der hat sein Herz am rechten Fleck“, sagt Jörg Püttmann.

Stand: 14.02.2021, 16:35

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